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BrandenburgKleine AnfrageBSW

❓ Apotheke - Notfall beim Apotheken-Notdienst im Land Brandenburg: Auswirkungen des aktuellen Modellprojektes auf die Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum

15. April 2026Dokument 8/2690 · WP 8Brandenburg
Andreas Kutsche
Apotheken-NotdienstArzneimittelversorgungländlicher RaumModellprojektVersandhandel

📋 Worum geht es?

Die Anfrage behandelt die Auswirkungen eines Modellprojekts zur Neuorganisation des Apotheken-Notdienstes in Brandenburg. Seit dem 01.03.2026 wird jede Apotheke nur noch alle 20 Tage statt zuvor meist alle 13 Tage zum Notdienst verpflichtet. Die Fragesteller sehen darin aufgrund der sinkenden Apothekenzahl und längerer Fahrtwege ein mögliches Risiko für die Arzneimittelversorgung im ländlichen Raum.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum Brandenburgs, insbesondere ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen, sowie Apothekenbetreiber und -beschäftigte; genannt werden auch grenznahe Regionen wie der Landkreis Prignitz im Verhältnis zu Sachsen-Anhalt.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragesteller erfragen unter anderem: die aktuelle Apothekenzahl und ihre Entwicklung seit 2015 nach Landkreisen; die konkreten Veränderungen durch das Modellprojekt bei Dienstfrequenz und grenznahen Kreisen; die durchschnittlichen Entfernungen zur nächsten Notdienstapotheke; Regionen mit besonderer Gefährdung der Notdienstsicherstellung; bekannte Fälle von Versorgungsproblemen; eine wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts; Möglichkeiten neuer Versorgungsmodelle angesichts wachsenden Online-Versandhandels; Erkenntnisse zum Marktanteil des Versandhandels und dessen wirtschaftliche Auswirkungen auf Vor-Ort-Apotheken; sowie den möglichen Beitrag eines Pharmaziestudiengangs an der BTU Cottbus-Senftenberg.

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Landesregierung antwortet: Aktuell gibt es 520 Apotheken in Brandenburg (Stand 23.03.2026), nach 583 im Jahr 2015 (Anlage mit Kreisaufschlüsselung 2015–2025, Gesamtzahl 2025: 523). Durch das Modellprojekt sinkt die durchschnittliche jährliche Dienstfrequenz pro Apotheke von 28 auf 18,25 Notdienste; im Schnitt leisten statt bisher 38 nun etwa 25 Apotheken pro Tag Notdienst. Eine grenzüberschreitende Notdienstplanung mit anderen Bundesländern findet laut Landesregierung nicht statt. In ländlichen Regionen betragen die Entfernungen zur Notdienstapotheke in der Regel 19 bis 27 km, in Einzelfällen mehr. Die Landesregierung stellt aktuell keine besondere Gefährdung der Notdienstsicherstellung fest und hat keine Erkenntnisse über Fälle gescheiterter Medikamentenbeschaffung. Eine Evaluation des Modellprojekts erfolgt durch die Landesapothekerkammer Brandenburg mit Berichterstattung an das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt (MASGZ); ein Zwischenbericht ist nach sechs Monaten vorgesehen. Laut Statistischem Jahrbuch der ABDA lag der Online-Versandhandelsanteil am Arzneimittelmarkt 2024 bundesweit bei etwa 23 Prozent; landesspezifische Daten für Brandenburg liegen der Landesregierung nicht vor. Die Einrichtung eines eigenständigen Pharmaziestudiengangs an der BTU Cottbus-Senftenberg stellt sich laut Landesregierung aktuell nicht, da haushälterische und strukturelle Rahmenbedingungen dies derzeit nicht zulassen und laut einer Auswertung der Stiftung für Hochschulzulassung ungenutzte Pharmazie-Studienplatzkapazitäten an anderen Standorten bestehen.

⚡ Einordnung

Eingereicht wurde die Kleine Anfrage Nr. 952 (Drucksache 8/2574) vom Abgeordneten Andreas Kutsche (BSW-Fraktion); die vorliegende Drucksache 8/2690 enthält die Antwort der Landesregierung, erstellt durch den Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Landesregierung nennt konkrete Zahlen: 520 Apotheken (Stand 23.03.2026), Rückgang von 583 (2015) auf 523 (2025), Senkung der Notdienstfrequenz von 28 auf 18,25 Dienste pro Jahr und Apotheke, Entfernungen von 19–27 km in ländlichen Regionen, einen bundesweiten Versandhandelsanteil von rund 23 Prozent (2024, Quelle: ABDA-Jahrbuch 2025) sowie einen vorgesehenen Zwischenbericht zur Evaluation nach sechs Monaten. Als Quellen der Fragesteller werden die Landesapothekerkammer Brandenburg (Magazin „tacheles“, Ausgabe 1/2026) sowie ein Nordkurier-Artikel vom 28.02.2026 genannt.

Quelle: Brandenburg, Dokument 8/2690, Wahlperiode 8

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.