❓ Diebstahl - Fake-Transporteure in Brandenburg
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt eine Betrugsform namens 'Fake-Transporteure' (auch 'Phantomfracht'): Täter geben sich als echte Transportunternehmer aus, nehmen Frachtaufträge an und entwenden dann die ihnen übergebene Ware. Die Fragesteller verweisen auf Presseberichte, wonach sich der Schaden durch diese Masche laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in den letzten Jahren verfünffacht habe, und fragen nach Fallzahlen, Aufklärungsquote und Schadenssummen in Brandenburg sowie nach möglichen Ermittlungsstrukturen.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind Speditionen, Transportunternehmen, Versender und Hersteller von Transportgut sowie die Landespolizei Brandenburg, insbesondere das Landeskriminalamt. Die Landesregierung bezeichnet Brandenburg als Flächen-, Transit- und Grenzland, das von dieser Kriminalitätsform betroffen ist.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller erfragen: 1) die Anzahl der Delikte mit Fake-Transporteuren und mit 'Planenschlitzern' in Brandenburg 2020 bis 2026; 2) die jeweilige Aufklärungsrate; 3) den angezeigten oder geschätzten Gesamtschaden; 4) die Bewertung der Entwicklung dieser Kriminalität durch die Landesregierung und ob spezielle Ermittlungsstrukturen für die Landespolizei geschaffen werden sollten; 5) ob es gemeinsame Ermittlungsansätze mit anderen Bundesländern oder mit polnischen Polizeibehörden gibt.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet, dass das Phänomen 'Phantomfracht' (Fake-Transporteure) nicht Bestandteil des bundeseinheitlichen Definitionssystems der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ist und daher mit PKS-Mitteln nicht dargestellt werden kann; entsprechende Fallzahlen zu Fake-Transporteuren liegen daher nicht vor. Stattdessen legt die Landesregierung Daten zum Phänomen 'Ladungsdiebstahl' mit Modus Operandi 'Planenschlitzer' für Brandenburg vor: 2020: 144 erfasste Fälle, 125 aufgeklärt, Aufklärungsquote 86,8 %, Schadenssumme 89.884 €; 2021: 131 Fälle, 51 aufgeklärt, 38,9 %, 221.506 €; 2022: 97 Fälle, 53 aufgeklärt, 54,6 %, 161.074 €; 2023: 39 Fälle, 10 aufgeklärt, 25,6 %, 138.532 €; 2024: 65 Fälle, 14 aufgeklärt, 21,5 %, 9.750 €; 2025: 55 Fälle, 20 aufgeklärt, 36,4 %, 166.813 €. Seit Juli 2025 erfolgt wegen der grenzüberschreitenden Begehungsweise der Täter eine zentralisierte Bearbeitung entsprechender Sachverhalte im Landeskriminalamt Brandenburg. Die Ermittlungen erfolgen im Informationsaustausch mit anderen Bundesländern und Staaten, insbesondere mit der polnischen Polizei sowie mit institutionalisierten Zusammenarbeitsformen mit Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Hessen.
⚡ Einordnung
Die Kleine Anfrage Nr. 1059 (Drucksache 8/2826) wurde vom Abgeordneten Sven Hornauf (BSW-Fraktion) gestellt; die Antwort der Landesregierung liegt vor und wurde vom Minister des Innern und für Kommunales erteilt. Die Vorbemerkung der Fragesteller bezieht sich auf einen DPA-Pressebericht vom 10.05.2026 und auf Angaben des GDV zu einer Verfünffachung der Schäden; dies ist eine Angabe der Fragesteller ohne eigene Verifizierung durch die Landesregierung. Die Landesregierung stellt klar, dass 'Fake-Transporteure'/'Phantomfracht' statistisch nicht erfasst werden und legt stattdessen PKS-Daten zu 'Planenschlitzer'-Delikten 2020–2025 vor. Seit Juli 2025 besteht eine zentralisierte Bearbeitung im Landeskriminalamt Brandenburg.