📄 Wie werden Heiz- und Warmwasserkosten bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen technisch erfasst und abgerechnet?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt die technische Erfassung von Heiz- und Warmwasserverbräuchen bei den sechs landeseigenen Berliner Wohnungsunternehmen degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND (SuL) und WBM. Es geht um eingesetzte Messtechnik wie Heizkostenverteiler, Wärmemengenzähler und Warmwasserzähler, die Art der Ablesung (vor Ort, per Funk, Selbstablesung) sowie um externe Messdienstleister und die Nachvollziehbarkeit der Abrechnung für Mieter.
👥 Wer ist betroffen?
Mieterinnen und Mieter der sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, STADT UND LAND und WBM; die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin erkundigt sich: 1) Welche technischen Systeme zur Verbrauchserfassung werden je Unternehmen eingesetzt? 2) In wie vielen Wohnungen kommen noch verdunstungsbasierte, elektronische Heizkostenverteiler, Wärmemengenzähler oder sonstige Systeme zum Einsatz, und wo fehlen Heizkostenzähler ganz? 3) In welchem Umfang wird noch vor Ort, per Selbstablesung, Funk, Walk-by/Drive-by oder fernauslesbar abgelesen? 4) Welche externen Messdienstleister sind mit Ablesung, Wartung, Datenverarbeitung oder Abrechnung beauftragt, inklusive Vertragsgegenstand und -laufzeit? 5) Welche Vorgaben bestehen zu Auswahl, Eichung, Wartung, Plausibilitätsprüfung und Dokumentation der Messtechnik? 6) Wie wird sichergestellt, dass Mieter erkennen können, ob ein Wert gemessen, umgerechnet oder rechnerisch verteilt ist? 7) Welche Informationen müssen Mietern auf Nachfrage zur Nachvollziehbarkeit der Abrechnung bereitgestellt werden?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung hat Stellungnahmen der sechs Unternehmen eingeholt und wiedergegeben. Laut den Unternehmen wird überwiegend funkbasierte Messtechnik eingesetzt: degewo, GESOBAU, Gewobag, HOWOGE, SuL und WBM nutzen mehrheitlich bis vollständig funkbasierte Heizkostenverteiler, Wärmemengen- und Warmwasserzähler. Verdunstungsbasierte Heizkostenverteiler kommen laut Angaben der Unternehmen bei GESOBAU, Gewobag, HOWOGE und SuL nicht mehr zum Einsatz; bei WBM werden laut eigener Angabe die letzten 7 Wirtschaftseinheiten Ende 2026 umgerüstet. Die HOWOGE nennt konkrete Zahlen: 73.681 Heizkostenverteiler, 7.620 Wärmemengenzähler und 74.162 Warmwasserzähler in Wohnungen, davon der überwiegende Teil fernauslesbar. SuL gibt für Mietobjekte ca. 48.340 elektronische Heizkostenverteiler, ca. 4.650 Wärmemengenzähler und ca. 375 sonstige Erfassungssysteme an; verdunstungsbasierte Geräte: 0. WBM berichtet von knapp 450 Wohnungen ohne Heizkostenverteiler wegen dezentraler Beheizung (z. B. Gasetagenheizung). Zu Frage 4 (externe Messdienstleister) antwortet die Landesregierung, dass die angeforderten Informationen vertraglichen Vertraulichkeitsregelungen unterliegen und nicht zur Verfügung gestellt werden können. Zu den Vorgaben (Frage 5) verweisen die Unternehmen übereinstimmend auf gesetzliche Grundlagen wie Heizkostenverordnung, Mess- und Eichgesetz (MessEG) und Mess- und Eichverordnung (MessEV); GESOBAU nennt eine jährliche Wartung der Messeinrichtungen. Zur Nachvollziehbarkeit (Fragen 6 und 7) verweisen die Unternehmen auf Angaben in Abrechnungen, unterjährigen Verbrauchsinformationen oder Geräteflyern, etwa zu Gerätetyp, Ablesewerten, Einheiten und Verteilmaßstäben.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der Abgeordneten Dr. Kristin Brinker (AfD) am 7. Mai 2026 eingereicht; die Antwort des Senats datiert vom 20. Mai 2026. Die Antworten zu den Fragen 1 bis 7 stammen überwiegend aus wörtlich zitierten Stellungnahmen der sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen, die der Senat laut eigener Vorbemerkung nicht vollständig aus eigener Zuständigkeit beantworten kann. Zu Frage 4 verweigert der Senat konkrete Angaben zu externen Messdienstleistern unter Verweis auf vertragliche Vertraulichkeitsregelungen. Zahlenangaben (z. B. HOWOGE-Tabelle, SuL-Angaben) stammen jeweils direkt von den genannten Unternehmen.