📄 Olympia auf Pump? – Welche zusätzlichen Kosten entstehen Berlin durch BERLIN+?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage bezieht sich auf das Konzept BERLIN+, mit dem sich Berlin beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) um die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele bewirbt. Die Fragesteller wollen wissen, welche zusätzlichen Kosten außerhalb des offiziellen, von der IOC-Systematik vorgegebenen Budgets entstehen könnten, etwa für Kommunikationskampagnen, Sicherheitsmaßnahmen oder Veranstaltungsstätten. Der Senat antwortet auf insgesamt 25 Fragen zu Kostenverteilung, Risiken und Finanzierungsquellen.
👥 Wer ist betroffen?
Das Land Berlin als Haushaltsträger, der Bund als möglicher Mitfinanzierer, der DOSB und das IOC, mögliche private Sponsoren, Betreiber von Wettkampf- und Veranstaltungsstätten sowie die Partner-Bundesländer, die ebenfalls Austragungsorte stellen könnten.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller wollen unter anderem wissen: welche zusätzlichen Maßnahmen außerhalb der IOC-Budgetbereiche geplant sind und was sie kosten; wie sich die Kosten zwischen Land Berlin, Bund, DOSB, IOC und privaten Akteuren aufteilen; warum Kommunikations- und Beteiligungsmaßnahmen nicht im offiziellen Budget stehen; welche finanziellen Risiken bei Kostensteigerungen bestehen; wie die Ticketing-Einnahmen kalkuliert wurden und wie hoch die Auslastung bei Paris und London tatsächlich war; welche Zusagen des Bundes zur Kostenbeteiligung vorliegen; und wie hoch das finanzielle Gesamtrisiko für Berlin eingeschätzt wird.
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat antwortet, dass derzeit keine konkreten zusätzlichen Maßnahmen außerhalb der IOC-Budgetsystematik geplant seien und eine Kostenaufschlüsselung dafür aktuell nicht möglich sei. Gespräche mit Betreibern von Wettkampfstätten hätten stattgefunden, es gebe aber keine rechtsverbindlichen Vereinbarungen. Die Kostenteilung zwischen Berlin, Bund, DOSB, IOC und privaten Akteuren werde erst nach einer möglichen Zuschlagserteilung verhandelt. Die im Finanzkonzept genannten Zahlen (Stand April 2026) seien eine erste, orientierende Schätzung auf Basis von Vergleichswerten früherer Spiele, nicht abschließend. Der Ticketing-Ansatz sei nicht mit 100 % Auslastung, sondern anhand der Erfahrungswerte von Paris kalkuliert worden; im Organisations- und Durchführungsbudget seien 15 % für Unvorhergesehenes eingeplant. Konkrete Finanzierungszusagen des Bundes lägen noch nicht vor, es bestehe aber grundsätzlich die Zusage einer Bundesbeteiligung. Bestehende Investitions-, Sanierungs- oder Förderprogramme Berlins sollen derzeit nicht für BERLIN+ vorgezogen oder umgewidmet werden. Die Schwimmoffensive (u. a. kostenfreie Ferienschwimmkurse) solle aus dem Legacy-Kostenpunkt des Investitionsbudgets finanziert werden. Eine landeseigene Sportentwicklungsgesellschaft sei im Erfolgsfall für die nächste Legislaturperiode vorgesehen. Der Senat begründet das Gesamtrisiko damit, dass BERLIN+ keine olympiabezogenen infrastrukturellen Großprojekte, sondern vor allem Sanierung und Modernisierung vorhandener Infrastruktur vorsehe; der Antworttext bricht an dieser Stelle ab, sodass die abschließende Risikoeinschätzung des Senats im vorliegenden Dokumentauszug nicht vollständig vorliegt.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Anfrage von den Grünen-Abgeordneten Klara Schedlich und André Schulze am 15. Mai 2026, die Antwort des Senats datiert vom 22. Mai 2026. Die Fragen beziehen sich ausdrücklich auf die Drucksache 19/3220 zum BERLIN+-Konzept. Die Antwort nennt als Finanzierungsquellen für das Organisations- und Durchführungsbudget (GOB) Ticketing, Sponsoring und IOC-Beiträge mit einem Unvorhergesehenen-Puffer von 15 %. Die zugrunde liegenden Finanzkennzahlen werden vom Senat selbst als erste, nicht abschließende Schätzung (Stand April 2026) bezeichnet, basierend auf Vergleichswerten früherer Olympischer Spiele und vergleichbarer Großprojekte. Konkrete vertragliche Finanzierungszusagen des Bundes liegen laut Senat bislang nicht vor.