📄 Sicherheit und Schutz von Frauen und Mädchen in den Berliner Freibädern
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der Sicherheit von Frauen und Mädchen in Berliner Freibädern. Die Fragestellerin verweist darauf, dass seit Sommer 2023 vermehrt Belästigungen von Frauen und Mädchen in den Bädern dokumentiert seien und das Sicherheitspersonal bei der Durchsetzung von Hausverboten und Strafanzeigen an Grenzen gestoßen sei. Die Anfrage knüpft an eine frühere Anfrage (Drs. 19/16401 vom 04.09.2023) zu den Kosten der Badsicherheit an.
👥 Wer ist betroffen?
Frauen und Mädchen als Badegäste, die Berliner Bäder-Betriebe (BBB), private Sicherheitsfirmen sowie einzelne namentlich genannte Berliner Freibäder, Sommerbäder, Strandbäder und Kombibäder.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin erfragt: Anzahl und Art der Vorfälle sexueller Belästigung bzw. körperlicher Übergriffe gegenüber Frauen und Mädchen 2023-2026 nach Freibad, Monat und Art; Anzahl der Hausverbote und Strafanzeigen nach Freibad und Anlass; seit Sommer 2024 eingeführte oder geplante Schutzmaßnahmen sowie gesonderte Meldewege für Betroffene; Anzahl eingesetzter Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen und deren Kosten 2024-2026; Gesamtkosten aller Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen je Freibad; monatliche Entwicklung der Sicherheitsmitarbeiterzahlen und -kosten seit 2024; Höhe zusätzlich bereitgestellter Mittel für Sicherheitspersonal seit 2024; ob und in welchem Umfang entsprechende Vorfälle und Sicherheitskosten auch in Hallen- und Kombibädern erfasst werden.
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat antwortet, gestützt auf eine Stellungnahme der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) und polizeiliche Daten (DWH FI, Stand 4. Juni 2026): In Freibädern wurden insgesamt 70 Straftaten zum Nachteil weiblicher Personen erfasst, aufgeschlüsselt nach Bad, Jahr, Monat und Delikt (u. a. sexuelle Belästigung, Körperverletzung, ein Fall Vergewaltigung in Lübars 2023). In Hallen- und Kombibädern waren es 67 Straftaten (19 in 2023, 19 in 2024, 18 in 2025, 11 bis Ende Mai 2026). Hausverbote führten zu 57 Strafanzeigen 2023, 45 in 2024 und 51 in 2025; die Anlässe für Hausverbote werden von den BBB nicht einzeln erfasst. Seit Sommer 2024 wurden laut BBB keine speziell auf Frauen und Mädchen ausgerichteten Schutzmaßnahmen oder gesonderten Meldewege eingeführt oder geplant, da das bestehende Sicherheitskonzept für alle Gäste gleich gelte. Die Zahl der eingesetzten Sicherheitsmitarbeiter wird von den BBB nicht erfasst. Die Gesamtkosten für Sicherheitsdienstleistungen und technische Sicherheitsmaßnahmen in Freibädern beliefen sich 2024 auf rund 2,0 Mio. Euro und 2025 auf rund 1,6 Mio. Euro; eine Aufschlüsselung nach Bädern ist aus vergaberechtlichen Gründen nicht möglich. Für die Hauptmonate Juni-August nennt der Senat folgende Kosten: Juni 2024 290.637,58 €, Juli 2024 421.046,75 €, August 2024 675.383,17 €; Juni 2025 395.635,39 €, Juli 2025 366.140,67 €, August 2025 479.172,57 €. Seit 2024 wurden laut Senat keine zusätzlichen (über das Budget hinausgehenden) Mittel für Sicherheitspersonal benötigt oder bereitgestellt.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Anfrage von der AfD-Abgeordneten Jeannette Auricht am 2. Juni 2026; die Antwort des Senats (Senatsverwaltung für Inneres und Sport, unterzeichnet in Vertretung von Franziska Becker) datiert vom 18. Juni 2026 und liegt vollständig vor. Der Senat verweist auf eine frühere Anfrage Drs. 19/16401 vom 4. September 2023 zum selben Themenkomplex. Die genannten Zahlen stammen laut Senat aus der polizeilichen Verlaufsstatistik (DWH FI, Stand 4. Juni 2026) sowie aus Angaben der Berliner Bäder-Betriebe; der Senat weist ausdrücklich darauf hin, dass unterschiedliche Abfragezeitpunkte zu abweichenden Ergebnissen führen können und eine detaillierte Kostenaufschlüsselung je Bad aus vergaberechtlichen Gründen nicht möglich ist.