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BerlinSchriftliche AnfrageBündnis 90/Die Grünen

📄 Digitale Manipulation, „Toxic Influence“ und andere Formen schwerer Online-Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Berlin

12. Juli 2026Dokument 19/26399 · WP 19Berlin
Marianne Burkert-Eulitz, Vasili Franco
CybergroomingSextortionOnline-Gewalt gegen KinderMedienkompetenzTäternetzwerke
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Anfrage behandelt das Phänomen „Toxic Influence“ sowie verwandte Formen digitaler Manipulation von Kindern und Jugendlichen, bei denen Täter über Gaming-Plattformen, Telegram und Discord Kontakt zu Minderjährigen aufbauen. Ziel ist es, sie in Abhängigkeit zu bringen, zur Erstellung intimer Inhalte zu drängen und diese Inhalte anschließend als Druckmittel für weitere, teils extreme Handlungen bis hin zu Selbstverletzung oder Gewalt einzusetzen. Im Zentrum steht das sogenannte „COM“-Netzwerk mit Untergruppen wie „764“, „KASKAR“ und „No Lives Matter“.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind Kinder und Jugendliche in Berlin, die auf Gaming-Plattformen und in Online-Foren zu Themen wie Suizid oder Essstörungen Kontakt zu Tätern haben. Angesprochen sind zudem die Polizei Berlin, die Staatsanwaltschaft, Gerichte sowie die Bildungs- und Jugendverwaltung.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragesteller erkundigen sich nach Erkenntnissen zu „Toxic Influence“ und dem „COM“-Netzwerk, nach der Zahl bekannter Fälle 2022–2026 mit Straftatbeständen, nach Täterstrukturen, nach einer Beteiligung Berlins an bundesweiten oder internationalen Ermittlungen, nach zuständigen Dienststellen und Personalausstattung, nach Dunkelfeld-Erkenntnissen, nach Fortbildungsangeboten für Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte sowie nach Präventionsprogrammen, deren Finanzierung und Reichweite.

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Landesregierung antwortet, dass der Polizei Berlin zum „COM“-Netzwerk, einem transnationalen, dezentralen Online-Netzwerk auf Telegram und Discord, Erkenntnisse zu Delikten wie Finanz- und Kryptobetrug, Cyberstalking, Hacking, Doxing, Swatting, Tierquälerei, Kinder- und Jugendpornografie sowie Sextortion vorliegen. Automatisiert seien entsprechende Fälle nicht auswertbar, jedoch seien 15 Sachverhalte mit 22 Strafermittlungsverfahren bekannt (Stand 23.6.2026), u. a. wegen Bedrohung, Nötigung, Androhung einer Amoktat, Volksverhetzung und sexuellem Missbrauch, verteilt über 2022–2026 mit deutlicher Zunahme seit 2025. Eine Beteiligung Berliner Behörden an bundesweiten oder internationalen Ermittlungsverfahren verneint die Landesregierung. Ein Single Point of Contact wurde im LKA Präv eingerichtet, eine eigene Ermittlungsgruppe sei aktuell beabsichtigt. Fortbildungen bieten u. a. LKA 53, die Polizeiakademie, das Gemeinsame Juristische Prüfungsamt (GJPA), die Deutsche Richterakademie und das European Judicial Training Network an. Zur Prävention verweist die Landesregierung auf das Landesprogramm jugendnetz.berlin sowie auf Präventionsbotschaften von BKA und Polizei Hamburg; zu Dunkelfeldern lägen keine belastbaren Erkenntnisse vor.

⚡ Einordnung

Die Anfrage wurde von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen eingereicht; eine Antwort der Landesregierung liegt vor, datiert auf den 30. Juni 2026. Die Landesregierung nennt 15 bekannte Sachverhalte und 22 Strafermittlungsverfahren im Zusammenhang mit dem „COM“-Netzwerk (Stand: 23. Juni 2026) sowie eine nach Delikt und Jahr aufgeschlüsselte Tabelle für 2022–2026. Eine Beteiligung an bundesweiten, europäischen oder internationalen Ermittlungsverfahren wird verneint. Die Einrichtung einer spezialisierten Ermittlungsgruppe bei der Polizei Berlin wird als aktuell beabsichtigt angegeben; eine Neukonzeption der Fortbildungsveranstaltung „Hate Speech im digitalen Raum“ ist für 2027 vorgesehen.

Quelle: Berlin, Dokument 19/26399, Wahlperiode 19, eingereicht 16. Juni 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.