📊 Forstwirtschaft - Bericht zur Lage und Entwicklung der Forstwirtschaft in Brandenburg 2022 bis 2024
📋 Worum geht es?
Das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz legt gemäß § 30 Absatz 4 Satz 1 des Landeswaldgesetzes seinen Bericht zur Lage und Entwicklung der Forstwirtschaft in Brandenburg für die Jahre 2022 bis 2024 vor. Der Bericht behandelt Waldfläche, Waldbestand, Waldzustand, Müll im Wald, Wald und Wild, Waldbrand, Waldschutz, Holznutzung, Aus- und Weiterbildung sowie die Förderung der Forstwirtschaft.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind private, kommunale und staatliche Waldeigentümer in Brandenburg (insbesondere rund 100.000 private Waldbesitzende), der Landesbetrieb Forst Brandenburg, die untere Forstbehörde, öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger sowie die Bevölkerung als Waldbesuchende.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Als Bericht der Landesregierung enthält das Dokument keine Forderungen oder Anträge, sondern eine gesetzlich vorgeschriebene Darstellung der Entwicklung der Forstwirtschaft im Berichtszeitraum.
🔎 Kernergebnisse
Brandenburg verfügt über rund 1,1 Millionen Hektar Wald (38 Prozent der Landesfläche), davon circa 62 Prozent Privatwald, 25 Prozent Landeswald, 6 Prozent Körperschaftswald und 7 Prozent Bundeswald; die Waldfläche blieb seit der BWI 3 (2012) stabil. Laut Bericht ist die Kiefer mit circa 69 Prozent weiterhin dominierende Baumart, der Anteil von Laub- und Mischwald nimmt jedoch zu, bei der natürlichen Verjüngung macht die Kiefer nur noch 20 Prozent aus. Der Bericht nennt einen durchschnittlichen Holzvorrat von rund 296 Kubikmetern je Hektar (plus 16 Kubikmeter gegenüber der Vorerhebung) und einen jährlichen Holzzuwachs von 8,7 Millionen Kubikmetern, von dem etwa zwei Drittel forstwirtschaftlich genutzt werden. Mehr als ein Drittel der jungen Laubbäume bis 1,30 Meter Höhe ist laut Bericht durch Wildverbiss geschädigt. Die Totholzmenge stieg auf 17 Kubikmeter pro Hektar (Ziel der Waldvision 2050: 25 Kubikmeter). Bei der Waldzustandserhebung waren 2024 nur 15 Prozent der Waldbäume als gesund eingestuft, 32 Prozent wiesen deutliche Schäden (Schadstufe 2 bis 4) auf. Im Wald wurden 2022 rund 6.078 Kubikmeter und 2023 rund 5.973 Kubikmeter illegal abgelagerter Müll erfasst; allein das Einsammeln kostete den Landesbetrieb Forst Brandenburg 2022 mehr als 2,1 Millionen Euro. Seit Juli 2024 wurde die Zuständigkeit für das Einsammeln von Müll ab einem Kubikmeter kompakter Ablagerung auf die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger verlagert.
⚡ Einordnung
Der Bericht wurde von der Landesregierung (Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz) auf gesetzlicher Grundlage (§ 30 Absatz 4 Satz 1 Landeswaldgesetz) vorgelegt, Stand 09.12.2025. Datengrundlagen sind unter anderem die Bundeswaldinventur 2022 (BWI 4), die Waldzustandserhebung (WZE) sowie Daten des Landesbetriebs Forst Brandenburg (LFB). Der Bericht nennt konkrete Zahlen zu Waldfläche, Eigentumsverteilung, Holzvorrat, Schadstufen und Müllmengen für die Jahre 2022 bis 2024; eine Änderung der abfall- und waldrechtlichen Regelungen zur Müllentsorgung im Wald trat zum Juli 2024 in Kraft.