❓ Zahnärztliche Behandlung - Zahnmedizinische Gruppenprophylaxe und tägliches Zähneputzen in Kindertagesstätten
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe in Brandenburger Kindertagesstätten und dem täglichen Zähneputzen dort. Die Fragesteller verweisen darauf, dass die Zahngesundheit von Kindern laut LAVG-Angaben und AOK-Erhebungen eng mit der sozialen Herkunft zusammenhängt und dass die zahnärztliche Gruppenprophylaxe seit über 30 Jahren im Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst im Land Brandenburg geregelt ist. Im Zentrum steht zudem das freiwillige Präventionsprogramm „Kita mit Biss“ sowie ein Vergleich mit Niedersachsen und Berlin, die eine verpflichtende Teilnahme an zahnärztlichen Untersuchungen und tägliches Zähneputzen in Kitas gesetzlich verankert haben.
👥 Wer ist betroffen?
Kinder in Brandenburger Kindertagesstätten, deren Eltern, die Zahnärztlichen Dienste in den Gesundheitsämtern, die Koordinierungsstelle Brandenburger Gruppenprophylaxe sowie die rund 600 am Programm „Kita mit Biss“ teilnehmenden Kitas.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller stellen acht Fragen an die Landesregierung: 1. Ob sich der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Zahngesundheit auch in der brandenburgischen Datenlage zeigt. 2. Welche kurz- und langfristigen Ziele die Landesregierung zur Verbesserung der Zahngesundheit von Kindern verfolgt. 3. Ob Maßnahmen geplant sind, um Teilnahme-Hürden bei der Gruppenprophylaxe (insbesondere die erforderliche elterliche Zustimmung) zu beseitigen. 4. In wie vielen Kitas derzeit regelmäßiges, tägliches Zahnputztraining stattfindet und ob es regionale Unterschiede gibt. 5. Welche Bedeutung die Landesregierung dem täglichen Zähneputzen in der Kita für die Mundgesundheit beimisst. 6. Wie die Landesregierung die Wirkung des Programms „Kita mit Biss“ bewertet. 7. Wie die Landesregierung die gesetzlichen Regelungen in Niedersachsen und Berlin zu verpflichtenden zahnärztlichen Untersuchungen und Zähneputzen in Kitas bewertet. 8. Ob die Landesregierung eine gesetzliche Verankerung des täglichen Zähneputzens im Kitarecht erwägt, wie in Niedersachsen und Berlin.
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Anfrage der SPD-Fraktion; die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Kleine Anfrage von fünf Abgeordneten der SPD-Fraktion (Nadine Graßmel, Dr. Jouleen Gruhn, Björn Lüttmann, Julia Sahi, Sina Schönbrunn). Die Fragesteller zitieren Angaben des LAVG auf der Gesundheitsplattform, wonach im Schuljahr 2023/2024 lediglich 65,2 % der sechsjährigen Brandenburger Kinder einen naturgesunden Gebisszustand aufwiesen, sowie eine Erhebung der AOK Nordost aus dem Jahr 2024, laut der weniger als die Hälfte der Kinder bis zum sechsten Lebensjahr die kostenfreien zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen wahrnimmt. Die Fragesteller verweisen auf das Gesetz über den Öffentlichen Gesundheitsdienst im Land Brandenburg sowie auf § 21 SGB V als Rechtsgrundlage der Gruppenprophylaxe. Laut den Fragestellern nehmen aktuell über 600 Kitas freiwillig am Programm „Kita mit Biss“ teil. Die Fragesteller verweisen zudem darauf, dass Niedersachsen und Berlin eine verpflichtende Teilnahme an zahnärztlichen Untersuchungen sowie tägliches Zähneputzen in Kitas gesetzlich verankert haben. Eine Antwort der Landesregierung mit eigenen Zahlen oder Positionen liegt im Dokument nicht vor.