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BrandenburgKleine AnfrageBSW

❓ Sorbisch - Aktuelle Situation der niedersorbischen/wendischen Sprache im Land Brandenburg

25. Februar 2026Dokument 8/2460 · WP 8Brandenburg
Gunnar Lehmann, Falk Peschel
NiedersorbischWendischMinderheitenspracheSorbisch-UnterrichtSpracherhalt

📋 Worum geht es?

Die Kleine Anfrage befasst sich mit der aktuellen Situation der niedersorbischen/wendischen Sprache im Land Brandenburg. Die Fragesteller verweisen auf unterschiedliche wissenschaftliche Schätzungen zur Zahl der Sprecher sowie auf eine Studie (Slavia Occidentalis 2024), wonach es nur noch etwa 50 bis 100 „kompetente“ Sprecher der niedersorbischen/wendischen Sprache geben soll. Sie fragen nach Sprecherzahlen, Schul- und Kitaangeboten, Lehrkräftesituation sowie dem Stand der Umsetzung landespolitischer Programme zur Förderung der Sprache.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind die Sorben/Wenden als anerkannte nationale Minderheit, insbesondere in den Landkreisen Spree-Neiße, Dahme-Spreewald und Oberspreewald-Lausitz sowie der Stadt Cottbus/Chóśebuz; außerdem Schulen, Kindertagesstätten, Volkshochschulen und Lehrkräfte sowie pädagogische Fachkräfte mit Sorbisch-/Wendischkompetenz.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragesteller wollen von der Landesregierung unter anderem wissen: von welcher Sprecherzahl sie ausgeht (Frage 1-3); wie viele Schülerinnen und Schüler am Sorbisch-/Wendischunterricht bzw. am bilingualen Witaj-Unterricht teilnehmen und an wie vielen Schulen dieser angeboten wird (Frage 4-7); wie viele Lehrkräfte es gibt, wie deren Altersstruktur und Pensionierungsprognose aussieht und ob ein Lehrkräftebedarf besteht (Frage 8-13); wie es um Angebote an Volkshochschulen und Kindertagesstätten sowie die dortigen pädagogischen Fachkräfte steht (Frage 14-21); und ob die Landesregierung am „2. Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache“ (2022) und am Mehrsprachigkeitskonzept (2023) festhält und welche der insgesamt 36 Maßnahmen bzw. sechs Handlungsfelder bereits umgesetzt wurden (Frage 22-25, Text bricht bei Frage 25 ab).

🔎 Was wurde geantwortet?

Das vorliegende Dokument enthält nur die Fragen der Abgeordneten; eine Antwort der Landesregierung liegt im Text nicht vor. Die Fragesteller referieren mehrere Quellenangaben: Das Lexikon der Sprachwissenschaft (2008) schätzt ca. 50.000 Sorbisch-Sprecher insgesamt (davon ca. 15.000 Niedersorbisch), das Metzler Lexikon Sprache (2024) nennt ca. 20.000 insgesamt (davon 7.000 Niedersorbisch, Stand 1995/1999). Eine Studie in Slavia Occidentalis (2024) kommt auf nur 50 bis 100 „kompetente“ Niedersorbisch-/Wendischsprecher. Der Atlas der vom Aussterben bedrohten Sprachen (2025) stuft Niedersorbisch/Wendisch als „stark bedroht“ ein. Laut sechstem Lausitz-Monitor (zitiert aus Lausitzer Rundschau, 27.08.2025) könnten sich fast ein Fünftel der Bevölkerung vorstellen, Sorbisch zu lernen, und etwa die Hälfte wäre bereit, den Gruß „Witaj“ zu verwenden.

⚡ Einordnung

Eingereicht wurde die Anfrage von den Abgeordneten Gunnar Lehmann und Falk Peschel der BSW-Fraktion. Eine Antwort der Landesregierung ist im Dokument nicht enthalten. Die Fragesteller verweisen auf die Landesverfassung Brandenburg (Art. 25, Punkt 3), auf den Koalitionsvertrag zwischen BSW und SPD (Dezember 2024), auf den am 16.07.2025 verabschiedeten Antrag „Erhalt und Förderung der sorbischen/wendischen Sprache, Kultur und Identität in Brandenburg“ (Drucksache 8/676) sowie auf § 10, Punkt 4 des Gesetzes über die Ausgestaltung der Rechte der Sorben/Wenden im Land Brandenburg. Ebenfalls genannt werden eine Bundesratsentschließung vom 26.09.2025 (Drucksache 519/25) zur Aufnahme nationaler Minderheiten ins Grundgesetz, der „2. Landesplan zur Stärkung der niedersorbischen Sprache“ (2022, mit 36 Maßnahmen) und das Mehrsprachigkeitskonzept für Brandenburg (2023). Die Einschätzung, Niedersorbisch/Wendisch sei „stark bedroht“ bzw. „vom Aussterben bedroht“, wird als Bewertung des Beauftragten der Bundesregierung für nationale Minderheiten sowie des Atlas der vom Aussterben bedrohten Sprachen (2025) wiedergegeben, nicht als eigene Feststellung der Fragesteller oder der Landesregierung.

Quelle: Brandenburg, Dokument 8/2460, Wahlperiode 8, eingereicht 25. Februar 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.