Zurück zur Übersicht
BrandenburgBeschlussempfehlungSPDCDUAfDBSW

✅ Jagdrecht - Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften

9. März 2026Dokument 8/2514 · WP 8Brandenburg
Lars Hünich
JagdrechtWolfSchonzeitArtenschutzJagdzeiten

📋 Worum geht es?

Der Ausschuss für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz berichtet über die Beratung des Gesetzentwurfs der Landesregierung zum Dritten Gesetz zur Änderung des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg (Drucksache 8/2237). Der Gesetzentwurf nimmt den Wolf mit ganzjähriger Schonzeit in das Jagdrecht auf, um die Entnahme schadstiftender oder gefährlicher Wölfe zu erleichtern und bürokratische Hürden abzubauen. Da der Wolf nach EU-Recht (FFH-Richtlinie) und nationalem Recht streng geschützt ist, trifft das Gesetz zugleich artenschutzrechtliche Regelungen im Landesjagdgesetz.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind Jägerinnen und Jäger, Nutztier- und Weidetierhalter, Waldbesitzer, Landwirte, die unteren Jagdbehörden und Landkreise sowie kommunale Spitzenverbände, die zum Gesetzentwurf angehört wurden.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Der Gesetzentwurf sieht vor, den Wolf mit ganzjähriger Schonzeit ins Jagdrecht aufzunehmen. Die AfD-Fraktion forderte in ihren Änderungsanträgen unter anderem eine gesetzliche Entschädigungsregelung für Nutztierhalter, wolfsfreie Gebiete mit unbürokratischem Abschuss, die konkrete Benennung der Hauptbaumarten im Gesetzestext, die Streichung der Mindestabschusspläne für Rot- und Damwild der Altersklasse 0 und 1, verpflichtende Hegegemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts, kürzere Jagdzeiten mit Verbot von Gesellschaftsjagden Anfang Januar sowie die Zulassung von Erhaltungsfütterungen von Dezember bis März. Die SPD-Fraktion und die CDU-Fraktion beantragten gemeinsam, die Aufstellung eines Wolfsmanagementplans als Landesaufgabe festzulegen und die Hauptbaumarten klarzustellen, lehnten aber die Streichung des Mindestabschusses und die Erhaltungsfütterung ab. Die BSW-Fraktion forderte eine zeitlich begrenzte Jagd auf Biber und Kormoran, eine spätere Jagdzeiteröffnung für Damwild-Hirsche, Alttiere und Kälber, die Beibehaltung der Schonzeit für Schmalrehe vom 1. Juni bis 31. Juli sowie den Verzicht auf die Bejagung des Baummarders.

🔎 Konkrete Inhalte

Der Ausschuss beriet am 11.02.2026 und 04.03.2026 und lagen schriftliche Stellungnahmen von Landkreistag, Städte- und Gemeindebund, Landesjagdverband, Waldbesitzerverband, Jagdschule Schorfheide sowie Landesbauernverband und Jagdgenossenschaften vor. Von sieben AfD-Änderungsanträgen wurden alle abgelehnt (Abstimmungsergebnisse zwischen 5:7:1 und 5:8:0). Der gemeinsame Änderungsantrag von SPD und CDU wurde einstimmig mit 8:0:5 Stimmen angenommen. Der Änderungsantrag der BSW-Fraktion wurde mit 1:12:0 Stimmen abgelehnt. Die rechtsförmlichen Änderungsempfehlungen der Landtagsverwaltung wurden einstimmig mit 13:0:0 Stimmen angenommen. In der Schlussabstimmung empfahl der Ausschuss mit 7:0:6 Stimmen die Annahme des Gesetzentwurfs in der geänderten Fassung. Laut Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz würden in Brandenburg jährlich 30.000 bis 40.000 Waschbären erlegt; der Einsatz von Nachtzieltechnik solle restriktiv gehandhabt werden, auch beim Wolf müsse dies noch diskutiert werden.

⚡ Einordnung

Berichterstatter ist der Abgeordnete Lars Hünich (AfD). Der Landtag überwies den Gesetzentwurf am 28.01.2026 (26. Sitzung) an den Ausschuss. Die SPD-Fraktion verweist auf den Landtagsbeschluss auf Drucksache 8/2001-B, mit dem die Landesregierung aufgefordert wurde, bis Herbst 2026 einen Wolfsmanagementplan zu erarbeiten; laut SPD-Fraktion plant auch der Bund entsprechende Anpassungen im Bundesjagdgesetz. Alle Änderungsanträge wurden den kommunalen Spitzenverbänden am 03.03.2026 zur erneuten Stellungnahme übermittelt, die davon keinen Gebrauch machten. Laut AfD-Fraktion haben zwei brandenburgische Landkreise in diesem Winter wegen der Witterung eine Extremsituation ausgerufen.

Quelle: Brandenburg, Dokument 8/2514, Wahlperiode 8, eingereicht 9. März 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.