📝 Gesundheitsvorsorge - Gesundheitsvorsorge weiter stärken - Erfolge bei der Darmkrebsvorsorge nutzen, Defizite gezielt abbauen
📋 Worum geht es?
Der Antrag der BSW-Fraktion stellt fest, dass sich die Teilnahmequoten bei der Darmkrebsvorsorge in Brandenburg nach den pandemiebedingten Einbrüchen wieder über das Vor-Corona-Niveau stabilisiert haben. Gleichzeitig benennt die Fraktion fortbestehende Defizite bei der Brustkrebsvorsorge, der Gebärmutterhalskrebsvorsorge und der Hautkrebsvorsorge sowie regionale Unterschiede. Sie fordert, diese positive Entwicklung als Anlass zu nehmen, die Präventionsarbeit insgesamt zu stärken, insbesondere in ländlichen Regionen.
👥 Wer ist betroffen?
Laut Antrag sind insbesondere Bürgerinnen und Bürger in ländlichen Regionen Brandenburgs betroffen, außerdem sozial benachteiligte Regionen mit laut Antragstellern unterdurchschnittlicher Vorsorge-Inanspruchnahme, ältere Menschen, Kinder und Jugendliche sowie Jungen im Hinblick auf die HPV-Impfung. Die Fraktion nennt zudem die Prignitz und den Elbe-Elster-Kreis als Regionen mit laut einer von ihr zitierten Quelle besonders hohen Diabetes-Fallzahlen.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die BSW-Fraktion fordert die Landesregierung auf: 1. die positive Entwicklung bei der Darmkrebsvorsorge öffentlich zu würdigen und die Präventionsarbeit zu intensivieren; 2. eine landesweite Informations- und Aufklärungsoffensive zu Brustkrebsvorsorge, Gebärmutterhalskrebsvorsorge, Hautkrebsvorsorge, Diabetes-Prävention und HPV-Impfung (auch für Jungen) zu starten; 3. gezielte Maßnahmen für sozial benachteiligte Regionen zu entwickeln (niedrigschwellige Informationsangebote, verbesserte Einladungssysteme, Kooperation mit Gesundheitsämtern und Krankenkassen, präventive Hausbesuche bei älteren Menschen); 4. das bundesweite Präventionsgesetz zu stärken und einem Abbau von Kassenleistungen für Präventionsmaßnahmen entgegenzuwirken; 5. Vorsorgestrukturen so auszubauen, dass Früherkennungs- und Impfangebote auch in Pandemiezeiten erreichbar bleiben, bei klarer und vertrauensbildender Kommunikation; 6. dem Landtag regelmäßig über die regionale Entwicklung der Vorsorge-Inanspruchnahme zu berichten.
🔎 Konkrete Inhalte
Das Dokument enthält den Antragstext mit Begründung, aber keine Antwort der Landesregierung. Die Antragstellerin führt folgende Zahlen an: Die Häufigkeit von Diabetes mellitus Typ 2 liege in Brandenburg laut einer von der Fraktion zitierten rbb24-Quelle (Stand 24.02.2026) bei 13,66 Prozent gegenüber einem Bundesdurchschnitt von knapp 11 Prozent; in der Prignitz und im Elbe-Elster-Kreis stiegen die Diabetes-Fallzahlen laut derselben Quelle auf bis zu 18 Prozent. Die Fraktion verweist zudem auf einen Artikel im Deutschen Ärzteblatt (01.06.2022) zum pandemiebedingten Rückgang der Krebsvorsorge. Nach Angaben der Antragstellerin liege die Brustkrebsvorsorge deutlich unter dem angestrebten Zielwert, die Gebärmutterhalskrebsvorsorge unter dem Bundesdurchschnitt, und bei der Hautkrebsvorsorge zeigten sich erhebliche regionale Unterschiede.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde der Antrag von der BSW-Fraktion am 10.03.2026 (Drucksache 8/2525). Eine Antwort oder Stellungnahme der Landesregierung liegt im Dokument nicht vor. Die genannten Zahlen zu Diabetes mellitus Typ 2 (13,66 Prozent in Brandenburg, knapp 11 Prozent bundesweit, bis zu 18 Prozent in Prignitz und Elbe-Elster-Kreis) stammen laut Fußnote aus einem rbb24-Artikel vom 24.02.2026; die Aussage zum pandemiebedingten Rückgang der Vorsorgeteilnahme beruht laut Fußnote auf einem Beitrag im Deutschen Ärzteblatt vom 01.06.2022. Der Antrag verweist auf das bundesweite Präventionsgesetz und fordert, Kürzungen im Zuge sogenannter Sozialstaatsreformen entgegenzuwirken.