❓ Militärische Übung - Medical Quadriga 2026 - Umfang, Kosten, Auswirkungen auf zivilen Luftverkehr
📋 Worum geht es?
Die Anfrage betrifft die vom 4. bis 7. März 2026 zwischen Litauen und dem Flughafen BER durchgeführte Verwundeten-Verlegungsübung Medical Quadriga 2026, die laut den Fragestellern die größte und komplexeste Sanitätsübung der Bundeswehr der vergangenen Jahre war. Die Fragesteller wollten wissen, welchen Umfang die Übung hatte, welche Kosten entstanden und ob der zivile Luftverkehr sowie der Luftsicherheitsbereich am BER beeinträchtigt wurden.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind der Verkehrsflughafen Berlin Brandenburg (BER), die Flughafengesellschaft FBB GmbH, mehrere Brandenburger Krankenhäuser (u.a. Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel, Helios-Klinikum Bad Saarow, Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem Cottbus, Klinikum Frankfurt (Oder), Klinikum Dahme-Spreewald, Klinikum Ernst von Bergmann Potsdam), die Bundeswehr sowie zivile Einsatzkräfte und der Landkreis Dahme-Spreewald.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller fragen unter anderem: Wie viele Starts und Landungen erfolgten am BER? Welche Kosten entstanden der Bundeswehr für die Nutzung des BER? Wie viele Verwundete wurden ausgeschleust? Wie viele militärische und zivile Fahrzeuge fuhren in den Luftsicherheitsbereich und wurden sie kontrolliert? Wurde der zivile Luftverkehr beeinträchtigt? In welche Krankenhäuser wurden Verwundete verlegt und wurde deren Betrieb beeinträchtigt? Gab es echte Verletzte oder Verkehrsunfälle? Wie viele Beschwerden gab es? In welchem Turnus sind künftig vergleichbare Übungen zu erwarten?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet, dass es laut FBB zwei Starts und zwei Landungen am BER im Zusammenhang mit der Übung gab. Die FBB GmbH vermietete Flächen, Hallen (sonst für die ILA genutzt) und einen Stellplatz für ein militärisches Transportflugzeug für insgesamt rund 495.000 Euro an die Bundeswehr. Der Landesregierung sind keine Ausschleusungen von Verwundeten am BER-Gelände bekannt. Da die Übung auf einem von der Bundeswehr zum militärischen Sicherheitsbereich erklärten, außerhalb des Luftsicherheitsbereichs liegenden Gelände stattfand, gab es keine übungsbedingten Ein- und Ausfahrten in den Luftsicherheitsbereich und keine entsprechenden Kontrollen. Es wurden keine zivilen Marschverbände angemeldet; zu militärischen Einheiten liegen der Landesregierung keine Informationen vor. Der zivile Luftverkehr und die Passagierabfertigung waren laut Landesregierung nicht beeinträchtigt. Sechs Brandenburger Krankenhäuser waren beteiligt, eine tatsächliche (auch simulierte) Behandlung der Patienten fand jedoch nicht statt; der Regelbetrieb der Krankenhäuser wurde nicht berührt. Zur Unterbringung des militärischen Personals liegen der Landesregierung keine Kenntnisse vor; die Versorgung des zivilen Personals der Medical Taskforces 17 und 18 organisierte das Unterstützungskommando der Bundeswehr. Es liegen der Landesregierung keine Informationen über reale Verletzte, Verkehrsunfälle oder Beschwerden im Zusammenhang mit der Übung vor. Zu künftigen Übungen dieses Umfangs liegen keine Informationen des Bundes vor.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der AfD-Fraktion (Benjamin Filter und Daniel Freiherr von Lützow) eingereicht, die Antwort der Landesregierung liegt vollständig vor und wurde vom Minister für Infrastruktur und Landesplanung erteilt. Die Anfrage bezieht sich auf die vorangegangene Drucksache 8/2517. Konkrete Kostenangabe: rund 495.000 Euro für Flächen-, Hallen- und Stellplatzmietung durch die Bundeswehr laut FBB GmbH. Die Landesregierung verweist bei mehreren Fragen (u.a. zu militärischen Einheiten, Unterbringung des militärischen Personals, Verletzten, Verkehrsunfällen, Beschwerden, künftigen Übungen) darauf, dass ihr keine Informationen oder Erkenntnisse vorliegen.