📄 Mitwirkung im Schulwesen - Lernen stärken, Druck mindern - Schülerbeteiligung wirkt
📋 Worum geht es?
Der Landtag Brandenburg hat in seiner 32. Sitzung am 22. April 2026 einen Beschluss zur Stärkung der Schülerbeteiligung gefasst. Grundlage ist das 'Schulbarometer Schüler:innen 2025/2026' der Robert Bosch Stiftung, wonach die psychosoziale Belastung von Schülerinnen und Schülern wieder zunimmt. Der Landtag stellt fest, dass Mitbestimmung, Feedbackkultur und Unterstützung durch Lehrkräfte das Wohlbefinden stärken können, diese Möglichkeiten aber aus Sicht der Befragten derzeit kaum genutzt werden.
👥 Wer ist betroffen?
Schülerinnen und Schüler an öffentlichen Schulen in Brandenburg, insbesondere Kinder aus einkommensschwachen Familien und Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, sowie Lehrkräfte und die Landesregierung als Adressatin der Forderungen.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Landtag fordert die Landesregierung auf, im Rahmen vorhandener Personalstellen und Haushaltsmittel: 1. ein landesweites Konzept für anonyme Schülerbeteiligungssysteme auf Basis des Instruments IRIS zu entwickeln; 2. Empfehlungen für KI-gestützte Feedbacksysteme für individualisiertes Lernfeedback zu erarbeiten; 3. konstruktive Feedbackkultur einschließlich Schülerrückmeldungen verbindlich in der Lehrkräfteaus- und -fortbildung zu verankern, auch zur Mobbingprävention; 4. eine Handreichung für selbstorganisiertes und eigenverantwortliches Lernen für die Sekundarstufe II zu erarbeiten; 5. im Rahmen von Entbürokratisierung zu prüfen, ob Flexibilisierungen in der Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendhilfe möglich sind.
🔎 Konkrete Inhalte
Laut dem im Beschluss zitierten 'Schulbarometer Schüler:innen 2025/2026' der Robert Bosch Stiftung fühlen sich 25 % der Schülerinnen und Schüler psychisch belastet (Vorjahr: 21 %). 31 % der Kinder aus einkommensschwachen Familien und 36 % der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf berichten von psychischer Belastung bzw. Auffälligkeiten. Fast die Hälfte der Befragten empfindet hohen Leistungsdruck und lernt auch am Wochenende. Vier Fünftel geben an, ihre Schule kaum mitgestalten zu können, 43 % halten bestehende Gremien wie die Schülervertretung für wirkungslos. Die durchschnittliche Wartezeit auf einen Therapieplatz liegt laut Beschluss derzeit bei rund 18 Wochen. Der Beschluss verweist zudem auf Artikel 27 der Landesverfassung, § 19 BbgKVerf sowie das Programm 'Ein Quadratkilometer Bildung' in Cottbus als Beispiel guter Praxis.
⚡ Einordnung
Es handelt sich um einen Beschluss des Landtages Brandenburg (nicht um eine Anfrage), gefasst in der 32. Sitzung am 22. April 2026 zu TOP 14, unterzeichnet von der Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Liedtke. Die Umsetzung der fünf Forderungen an die Landesregierung steht unter dem Vorbehalt 'im Rahmen der zur Verfügung stehenden Personalstellen und Haushaltsmittel'. Als Datengrundlage wird das 'Schulbarometer Schüler:innen 2025/2026' der Robert Bosch Stiftung angeführt; eigene Fraktionsangaben zur Einbringung des Antrags enthält das Dokument nicht.