❓ Bahnstrecke - Eingeschränkter Regionalverkehr auf der Dresdener Bahn - Sachstand, Zeitplan und Entlastungsmaßnahmen für den Berufs- und Schülerverkehr
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt den stark eingeschränkten Regionalverkehr auf der Dresdener Bahn im Raum Rangsdorf und Zossen. Grund dafür ist laut Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), dass der Umbau des Stellwerks und des Bahnhofs Zossen noch nicht abgeschlossen ist, wodurch die bestellten Zugleistungen der Linien RB 10 und RB 24 nicht vollständig gefahren werden können. Zusätzlich wurde laut Medienberichten bekannt, dass sich der weitere Streckenausbau Berlin–Dresden um vier Jahre auf Ende 2033 verschiebt.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind Pendlerinnen und Pendler sowie Schülerinnen und Schüler im Raum Rangsdorf, Blankenfelde und Zossen, die auf den Regionalverkehr der Linien RB 10, RB 24 und RE 8 angewiesen sind, sowie die Gemeinde Rangsdorf und umliegende Kommunen.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin möchte wissen: (1) wie das MIL die Forderung der Rangsdorfer Gemeindevertretung nach einem ganztägigen RB 10-Verkehr bis Rangsdorf bewertet; (2) ob zusätzliche Fahrten nördlich von Zossen geprüft wurden und welche Gründe dagegensprechen; (3) ob dem MIL alternative, 'verkehrlich sinnvolle' Ersatzverkehrskonzepte zwischen Rangsdorf und Wünsdorf-Waldstadt bekannt sind; (4) wie das MIL zu seiner Einschätzung kommt, dass RE 8 den Ersatzbus überholen würde, obwohl die Fragestellerin anhand von Fahrplandaten das Gegenteil berechnet; (5) wie hoch die einbehaltenen Mittel aus nicht erbrachten Zugleistungen sind und warum sie nicht für temporäre Verbesserungen genutzt werden, sowie wie hoch die vom Land weiterhin getragenen Fixkosten sind; (6) welche konkreten Maßnahmen bis Anfang 2027 geplant sind; (7) wie belastbar der Zeitplan für die Bauarbeiten in Zossen ist und welche Verzögerungsrisiken bestehen; (8) wann Gleisanlagen und Bahnsteig 1 in Zossen fertiggestellt werden und ob eine frühere Verlängerung der Regionalbahn technisch möglich ist; (9) welche Auswirkungen die vierjährige Verzögerung des Streckenausbaus auf das SPNV-Angebot hat; (10) welche umwelt- und planungsrechtlichen Anforderungen zur Verzögerung führten und welche Gegenmaßnahmen geplant sind; (11) welche Ersatzverkehrsmaßnahmen während der künftigen Streckensperrung vorgesehen sind und wie eine strukturelle Abhängung umliegender Kommunen vermieden werden soll; (12) zu welchen Ergebnissen das Gespräch von Minister Crumbach mit dem Bahnbevollmächtigten Kaczmarek führte.
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Anfrage; eine Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Im Fließtext der Anfrage werden jedoch bereits mehrere Angaben des MIL referiert: Die Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks in Zossen wird laut MIL Anfang 2027 erwartet, danach solle die Umstellung auf das ursprünglich geplante Angebot (bis zu drei Zugverbindungen pro Stunde und Richtung) erfolgen; eine vollständige Umsetzung werde laut MIL baubedingt erst ab Frühjahr 2027 erwartet. Das MIL lehnt laut der Fragestellerin einen Busersatzverkehr ab, da die Linie RE 8 den Bus angeblich überholen würde; die Fragestellerin bestreitet dies anhand eigener Berechnungen zu Fahrplanzeiten (u. a. RE 8-Ankunft in Rangsdorf zur Minute 08/13, RB 10 zur Minute 38; Fahrzeit RE 8 ca. 18 Minuten, Ersatzbus 2025 ca. 36 Minuten). Laut Medienberichten, auf die sich die Fragestellerin stützt, verzögert sich der Ausbau der Strecke Berlin–Dresden (u. a. Abschnitt Blankenfelde–Wünsdorf-Waldstadt) um vier Jahre; die Betriebsaufnahme nach Streckensperrung werde statt Ende 2029 erst Ende 2033 erwartet, als Ursache würden neue Anforderungen im Planfeststellungsverfahren, insbesondere Umweltauflagen zu einem Moorgebiet bei Zossen, genannt. In der Ausschusssitzung am 16. April 2026 habe Minister Crumbach laut Medienbericht gegenüber der Deutschen Bahn Vorwürfe mangelnder Kommunikation und ein 'Planungsversagen' erhoben und ein Gespräch mit dem Bahnbevollmächtigten Alexander Kaczmarek angekündigt.
⚡ Einordnung
Die Kleine Anfrage wurde von der Abgeordneten Ines Seiler (SPD-Fraktion) eingereicht; eine Antwort der Landesregierung liegt in diesem Dokument nicht vor. Die Fragestellerin bezieht sich auf einen Beschluss der Gemeindevertretung Rangsdorf vom 10. Februar 2026 sowie auf eine Stellungnahme des MIL dazu, auf einen Zeitungsbericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 2. April 2026 zur Verzögerung des Streckenausbaus und auf einen weiteren Bericht derselben Zeitung vom 17. April 2026 zu Äußerungen von Minister Crumbach in der 14. Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Landesplanung am 16. April 2026. Die im Dokument wiedergegebenen Einschätzungen des MIL (etwa zur Ablehnung des Busersatzverkehrs) sowie die Gegenrechnung der Fragestellerin zu den Fahrplanzeiten sind jeweils als Positionen der genannten Quellen gekennzeichnet, nicht als festgestellte Tatsachen dieses Dokuments.