❓ Rechenzentrum - Ausbau von Rechenzentren im Land Brandenburg
📋 Worum geht es?
Der Fragesteller verweist auf die am 18. März 2026 vom Bundeskabinett beschlossene nationale Rechenzentrumsstrategie, die eine Verdopplung der Rechenzentrumskapazitäten in Deutschland bis 2030 und eine Vervierfachung der HPC- und KI-Rechenkapazitäten vorsieht. Vor diesem Hintergrund fragt er nach bestehenden und geplanten Rechenzentrumsstandorten in Brandenburg, deren Energie-, Wasser- und Flächenbedarf sowie nach Förderung, Netzpriorisierung, Abwärmenutzung, Gewerbesteuerverteilung und Sicherheitsaspekten. Besonders thematisiert wird das laut Fragesteller größte geplante Rechenzentrum Europas in Freyenstein (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) auf 144 Hektar, gegen das es laut Fragesteller bei einer Einwohnerversammlung am 21. April 2026 breite Kritik aus der Bevölkerung gegeben habe.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind die Landesregierung Brandenburg, Kommunen und Standortgemeinden mit bestehenden oder geplanten Rechenzentren (u. a. Lübbenau, Nauen, Frankfurt/Oder, Fredersdorf-Vogelsdorf, Freyenstein), Netzbetreiber, Investoren wie die Schwarz-Gruppe, sowie die Anwohner und Einwohner der betroffenen Regionen, insbesondere in Freyenstein.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller möchte von der Landesregierung wissen: Anzahl, Standorte und Details (Investor, Flächenbedarf, Netzinfrastruktur, Energie- und Wasserbedarf, Kühlsystem, Abwärmemenge, Arbeitsplätze) bestehender und geplanter Rechenzentren; ob Förderungen geplant sind; den erwarteten Energie- und Wasserbedarf 2030/2035/2040; Kriterien zur Priorisierung von Netzanschlüssen; ob der Strombedarf ab 2027 zu 100% aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann; Konzepte zur Abwärmenutzung; Modelle und Zeitplan für einen Gewerbesteuer-Zerlegungsmaßstab; landesplanerische Steuerungsinstrumente; Pläne für ein Flächen- und Potenzialkataster; die Rolle von Brownfield-Flächen; Maßnahmen für Transparenz und Akzeptanz; welche Rechenzentren als KRITIS eingestuft sind und welchen Sicherheitsanforderungen sie unterliegen; Kenntnisse zu Umweltauswirkungen; sowie mehrere Detailfragen zur Bewertung des Vorhabens in Freyenstein (Umwelt, Wasserdargebot, Energieversorgung, Abwärmenutzung, Infrastrukturbelastung, Gewerbesteuereinnahmen).
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Anfrage; die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Laut Fragesteller baut die Schwarz-Gruppe (Lidl/Kaufland) einen Rechenzentrumskomplex in Lübbenau, in Nauen entstehe ein 200-Megawatt-Datacenter-Campus, weitere Hochleistungsrechenzentren seien in Frankfurt (Oder) und Fredersdorf-Vogelsdorf geplant. In Freyenstein plane der Vorhabenträger laut Fragesteller ein Rechenzentrum auf 144 Hektar mit rund 1.200 Arbeitsplätzen; bei einer Einwohnerversammlung am 21. April 2026 habe es laut Fragesteller erhebliche Kritik der Bevölkerung gegeben.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde vom Abgeordneten Stefan Roth (BSW-Fraktion) eingereicht. Das Dokument (Drucksache 8/2791) wurde am 09.05.2026 eingereicht und am 11.05.2026 ausgegeben; eine Antwort der Landesregierung liegt in diesem Dokument nicht vor. Genannt werden das Energieeffizienzgesetz (§ 11 Abs. 5, Pflicht zu 50% erneuerbarem Strom ab 1.1.2024 bzw. 100% ab 1.1.2027) sowie die nationale Rechenzentrumsstrategie des Bundeskabinetts vom 18. März 2026. Angaben zu Standorten, Flächengrößen, Arbeitsplatzzahlen und der Kritik in Freyenstein stammen aus der Darstellung des Fragestellers und sind nicht durch eine Antwort der Landesregierung bestätigt.