❓ Bahnstrecke - Geplante Aufgabe der direkten RE3-Anbindung der Stadt Schwedt/Oder ab Dezember 2026
📋 Worum geht es?
Die Fragesteller greifen einen Medienbericht auf, wonach die direkte Zugverbindung der Linie RE3 zwischen Berlin und Schwedt/Oder zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 enden soll. Reisende müssten künftig in Angermünde in die Linie RB61 umsteigen. Die Fragesteller sehen einen Widerspruch zu früheren Aussagen der Landesregierung im Infrastrukturausschuss vom 10. Juli 2025 und fragen nach Zeitpunkt, Gründen und Kommunikation der Änderung.
👥 Wer ist betroffen?
Reisende aus und nach Schwedt/Oder, die Stadt Schwedt/Oder und ihre Bürgermeisterin, die Linien RE3, RE30 und RB61 sowie die beteiligten Verkehrsunternehmen (u. a. Niederbarnimer Eisenbahn) und die VBB GmbH.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller wollen wissen: ob die Beendigung der direkten RE3-Anbindung ab Dezember 2026 zutrifft (Frage 1); wann die Änderung entschieden wurde (Frage 2); aus welchen Gründen von der im Ausschuss im Juli 2025 dargestellten Planung abgewichen wurde (Frage 3); wann die Bürgermeisterin von Schwedt/Oder erstmals informiert wurde (Frage 4); ob die Stadt vorab beteiligt oder angehört wurde (Frage 5); und ob sich die Landesregierung für den Erhalt einer umstiegsfreien Verbindung einsetzen will (Frage 6).
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet, dass mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 die direkte RE3-Verbindung zwischen Schwedt (Oder) und Berlin entfällt; die Linie RE3 verkehrt dann stündlich zwischen Stralsund und Lutherstadt Wittenberg über Prenzlau, Angermünde und Berlin, während Schwedt (Oder) im Stundentakt per RB61 (betrieben von der Niederbarnimer Eisenbahn) an den Taktknoten Angermünde angebunden bleibt, mit halbstündlichen Umsteigeanschlüssen zu RE3 und RE9. Die Entscheidung fiel im Rahmen der jährlichen, bis zum 31. März abzuschließenden Fahrplanbestellung zwischen Berlin, Brandenburg und der VBB GmbH. Als Grund nennt die Landesregierung den Wegfall der Tarifanerkennung im Fernverkehr auf der Achse Prenzlau–Berlin, der durch Regionalverkehr kompensiert werden musste; ein von der VBB GmbH vorgeschlagenes zusätzliches Angebot hätte rund 14 Mio. Euro gekostet. Laut Landesregierung haben sich die Fahrgastzahlen zwischen 2019 und 2024 auf dem Abschnitt Angermünde–Prenzlau auf rund 4.000 Fahrgäste (Querschnitt Mo–Fr) verdoppelt, während sie auf dem Abschnitt Angermünde–Schwedt (Oder) bei rund 1.300 Fahrgästen konstant blieben; die Entscheidung erfolgte vor dem Hintergrund der im Haushaltsjahr 2027 verfügbaren Mittel. Zum genauen Zeitpunkt der Information der Bürgermeisterin liegt der Landesregierung kein Kenntnisstand vor; die Hausleitung des Infrastrukturministeriums habe Anfang Mai 2026 Gespräche mit ihr und dem RB61-Betreiber geführt. Eine förmliche Beteiligung oder Anhörung der Stadt wird nicht dargestellt; die Landesregierung verweist darauf, dass das Land als Aufgabenträger die Entscheidungen über die zu finanzierenden SPNV-Leistungen trifft. Zur Zukunft verweist die Landesregierung auf die jährliche Neuentscheidung über Verkehrsbestellungen in Abhängigkeit von infrastrukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen.
⚡ Einordnung
Die Kleine Anfrage Nr. 1012 (Drucksache 8/2748) wurde von den Abgeordneten Daniel Münschke und Norbert Rescher (AfD-Fraktion) eingereicht; die Antwort der Landesregierung liegt mit dieser Drucksache 8/2875 vor und wurde vom Minister für Infrastruktur und Landesplanung erteilt. Die Landesregierung verweist auf die 7. öffentliche Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Landesplanung vom 10. Juli 2025 sowie auf einen Bericht der Berliner Zeitung vom 22.04.2026 als Hintergrund. Genannte Zahlen der Landesregierung: ca. 14 Mio. Euro zusätzlicher Finanzbedarf für den von der VBB GmbH vorgeschlagenen Verkehrsplan, ca. 4.000 Fahrgäste im Querschnitt Angermünde–Prenzlau (2024) gegenüber ca. 1.300 Fahrgästen im Querschnitt Angermünde–Schwedt (Oder), Fahrplanwechsel zum 13.12.2026, jährliche Bestellfrist bis 31. März.