❓ Krankenhaus - "Kein Weltuntergang" für Gesundheitsminister Wilke: Auswirkungen der Schließung der Kinder- und Jugendmedizin am Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow zum 31. Juli 2026 auf die bereits angespannte Versorgungslage für kranke Kinder und ihre Familien in der Region Teltow-Fläming
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der geplanten Schließung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow zum 31. Juli 2026. Laut Krankenhausträger ist die Schließung eine Folge der zunehmenden Ambulantisierung medizinischer Leistungen sowie der bundesweiten Krankenhausreform, die eine stärkere Bündelung medizinischer Spezialexpertisen vorsieht. Die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus der Region soll künftig vom Klinikum Ernst von Bergmann übernommen werden, während das Evangelische Krankenhaus andere Leistungsangebote wie Innere Medizin, Orthopädie und Geriatrie ausbauen will.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind Kinder und Jugendliche sowie deren Familien in der Region Teltow-Fläming, insbesondere in Ludwigsfelde, die Mitarbeiter der Kinderklinik, der Krankenhausträger (Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin), die Stadt Ludwigsfelde sowie umliegende Kliniken in Potsdam, Königs Wusterhausen und Luckenwalde.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller möchte von der Landesregierung wissen: ob eine krankenhausplanerische Prüfung die Schließung bestätigt hat und wann diese erfolgte; ob das Land vor der Trägerentscheidung eingebunden war; welchen Einfluss der Landtagsabgeordnete Dietmar Woidke als Kuratoriumsmitglied des Diakonissenhauses auf die Entscheidung hatte; welche Auswirkungen die Schließung auf Rettungswege, Notfallversorgung und Wartezeiten hat; wie die Notfallversorgung angesichts langer Anfahrtswege zu entfernten Kliniken gewährleistet wird; wie die bestehende Unterversorgung durch niedergelassene Kinderärzte im ländlichen Teil des Landkreises bewertet wird; ob Übergangs-, Kooperations- oder Teilversorgungsmodelle für den Standort denkbar sind; wie die Versorgungssicherheit ab dem 1. August 2026 insbesondere in den Wintermonaten sichergestellt wird; welche Maßnahmen für die betroffenen Mitarbeiter geplant sind; und wie das Land die Kritik bewertet, die Schließung folge primär betriebswirtschaftlichen statt medizinischen und sozialen Erwägungen.
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Anfrage; die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Der Fragesteller führt an, dass laut Krankenhausträger die Schließung durch Ambulantisierung und Krankenhausreform bedingt sei, dass der Bürgermeister von Ludwigsfelde erst wenige Stunden vor Veröffentlichung informiert worden sei, dass in Luckenwalde nach Angaben des Fragestellers nur noch eine Kinderarztpraxis für rund 35.000 Einwohner bestehe und dass laut einem in der Anfrage zitierten Zeitungsbericht (MAZ, 29.05.2026) die Kinder-Rettungsstelle in Potsdam bereits am Limit gewesen sei.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Kleine Anfrage von Abgeordnetem Andreas Kutsche (BSW-Fraktion) an die Landesregierung Brandenburg, eingegangen und ausgegeben am 04.06.2026 als Drucksache 8/2907. Eine Antwort der Landesregierung ist im vorliegenden Dokument nicht enthalten. Der Fragesteller verweist auf einen Zeitungsartikel der MAZ vom 29.05.2026 als Quelle für die Angabe zur Auslastung der Potsdamer Kinder-Rettungsstelle. Laut Fragesteller ist Dr. Dietmar Woidke (SPD-Abgeordneter im Landtag Brandenburg) Mitglied des Kuratoriums des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin, dem Träger des betroffenen Krankenhauses; eine konkrete Einflussnahme ist im Dokument nicht belegt, sondern wird erfragt.