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BrandenburgKleine AnfrageAfD

❓ Krankenhaus - Schließung der Kinderklinik in Ludwigsfelde

2. Juli 2026Dokument 8/3084 · WP 8Brandenburg
Daniel Freiherr von Lützow, Dr. Daniela Oeynhausen
KinderklinikKrankenhausschließungKrankenhausplanBettenauslastungAmbulantisierung

📋 Worum geht es?

Das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow schließt zum 31. Juli 2026 seine Klinik für Kinder- und Jugendmedizin; die stationäre Versorgung übernimmt ab 1. August 2026 das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam. Die Fragesteller der AfD-Fraktion wollten von der Landesregierung Auskunft zu Bettenzahlen, Versorgungsbereich, Auslastung, Fallzahlen, Stellenwegfall und möglichen Unterstützungsmaßnahmen des Landes.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind Patientinnen und Patienten der Kinder- und Jugendmedizin im Landkreis Teltow-Fläming, insbesondere die Stadt Ludwigsfelde und Umgebung, die Mitarbeitenden der Fachabteilung des Evangelischen Krankenhauses Ludwigsfelde-Teltow sowie das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam als Übernehmer der stationären Versorgung.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragesteller erfragen: die jährliche Bettenzahl der Kinderklinik seit 2014; den Versorgungsbereich und die Bevölkerungsentwicklung dort seit 2014; die jährliche Bettenauslastung seit 2014; die Entwicklung von Fallzahlen und Verweildauer seit 2014; die Bedarfsermittlung für den 4. Krankenhausplan von 2021 und die Erklärung der niedrigen Belegung; die Anzahl wegfallender Stellen; den Zeitpunkt der Information der Landesregierung durch den Träger; die Information der Mitarbeitenden und etwaige Sozialpläne; Unterstützungsangebote des Landes zum Erhalt der Abteilung; sowie Auswirkungen der Schließung auf die Investitionspauschale des Landes.

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Landesregierung antwortet: Der Fachabteilung wurden 2014–2020 durchschnittlich 20–22 Betten zugewiesen, seit 2021 15 Betten. Ein eindeutiges Einzugsgebiet existiert nicht; orientierend wird die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Ludwigsfelde (2014: 24.408 bis 2023: 29.441 Einwohner) sowie der Rückgang der unter Dreijährigen dargestellt. Die Bettenauslastung sank von 56,8 % (2014) auf 36,9 % (2020), stieg kurzfristig wegen reduzierter Bettenzahl auf über 55 % (2021) und lag 2025 bei 44,0 % – gegenüber einer Soll-Auslastung von 75 %. Die Fallzahlen sanken von 1.626 (2014) auf 820 (2025); die durchschnittliche Verweildauer blieb mit rund 2,5–2,9 Tagen konstant. Die Planung des 4. Krankenhausplans (2020 erarbeitet, 2021 in Kraft) stützte sich auf Abrechnungsdaten von 2017 und Bevölkerungsprognosen bis 2030, konnte die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Ambulantisierung nicht vorhersehen; zudem wirkte die vorherige Schließung der Geburtshilfe verstärkend. Zur Zahl wegfallender Stellen hat das Ministerium keine Kenntnis. Der Träger informierte das MASGZ erstmals im September 2025 über mögliche Änderungen, der formelle Antrag zur Anpassung des Feststellungsbescheids datiert vom 28. Mai 2026. Die Mitarbeitenden wurden am 21. Mai 2026 informiert; es laufen Gespräche zur Weiterbeschäftigung, auch mit dem Klinikum Ernst von Bergmann. Spezielle Erhaltungsangebote des Landes gibt es laut Landesregierung nicht, da das Land nur für Investitionsfinanzierung zuständig ist; die Betriebskostenfinanzierung obliegt dem Bundesgesetzgeber. Zur Investitionspauschale führt die Schließung nicht automatisch zu einer sofortigen Kürzung oder Rückforderung; der Antworttext bricht bei der Nennung von § 16 Absatz 1 des Brandenburgischen Krankenhausentwicklungsgesetzes ab.

⚡ Einordnung

Eingereicht wurde die Kleine Anfrage Nr. 1101 (Drucksache 8/2950) von den Abgeordneten Daniel Freiherr von Lützow und Dr. Daniela Oeynhausen (AfD-Fraktion); die vorliegende Drucksache 8/3084 enthält die Antwort der Landesregierung, erstellt durch den Minister für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Vorbemerkung der Fragesteller zitiert eine Aussage von Gesundheitsminister Wilke, wonach die Schließung weitgehend unvermeidbar sei und auch ohne die Krankenhausreform erfolgt wäre, sowie dass er mit weiteren vergleichbaren Fällen in Brandenburg rechne; diese Aussage wird im Dokument als Zitat wiedergegeben, nicht als eigene Feststellung der Antwort. Die Fragesteller verweisen zudem auf eine Online-Petition mit nach ihren Angaben mehr als 5.000 Unterschriften. Die Antwort nennt konkrete Zahlen zu Betten, Auslastung, Fallzahlen und Verweildauer für die Jahre 2014 bis 2025 sowie Daten zur Bevölkerungsentwicklung Ludwigsfeldes 2014–2023 (Quelle: Bertelsmann Stiftung) und verweist auf den Antrag des Trägers vom 28. Mai 2026 sowie auf den 4. Krankenhausplan von 2021.

Quelle: Brandenburg, Dokument 8/3084, Wahlperiode 8

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.