❓ Krankenhaus - "Der Nächste bitte": Kurzfristige Schließung von wichtigen Fachabteilungen im St. Josefs Krankenhaus und im Klinikum Ernst von Bergmann - Aktuelle und zukünftige Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung in der Landeshauptstadt
📋 Worum geht es?
Der Fragesteller thematisiert die für den 1. August 2026 angekündigte Schließung mehrerer Fachabteilungen in zwei Potsdamer Krankenhäusern: Das St. Josefs-Krankenhaus soll die Geburtshilfe und die Neurologie (mit Stroke Unit) einstellen, das kommunale Klinikum Ernst von Bergmann die gefäßchirurgische und orthopädische Abteilung abwickeln. Zudem sei die Zukunft der MS-Spezialambulanz mit nach Angaben des Fragestellers über 3.000 Betroffenen ungeklärt. Die Schließungen seien erst am 6. Juli 2026 öffentlich bekannt geworden, kurz vor dem geplanten Termin.
👥 Wer ist betroffen?
Laut Fragesteller betroffen sind: werdende Mütter und Familien in Potsdam und Umgebung, rund 50 Mitarbeitende des St. Josefs-Krankenhauses (davon etwa zwei Drittel Ärztinnen, Ärzte und Hebammen), zwölf ärztliche Stellen in Orthopädie und Gefäßchirurgie am Bergmann-Klinikum, Schlaganfallpatienten im ländlichen Raum sowie laut Fragesteller über 3.000 MS-Patientinnen und -Patienten der Spezialambulanz. Genannt werden außerdem weitere Einrichtungen mit angekündigten Schließungen: Krankenhaus Wittstock/Dosse und die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller stellt 17 Fragen an die Landesregierung, u.a.: Wann wurde die Landesregierung über die Schließungspläne informiert? Wie begründet das Ministerium die Schließung der Geburtsklinik angesichts der von ihm genannten Geburtenzahlen? Liegt eine Kapazitätsanalyse für die Mehrbelastung des Bergmann-Klinikums vor? Werden die Hebammen und Ärzte übernommen bzw. welche Arbeitsmarktvermittlung ist vorgesehen? Welche Alternativangebote gibt es zur wegfallenden Babyklappe? Welche finanziellen Unterstützungs- und Schulungsprogramme sind für die betroffenen Fachkräfte geplant? Wie wird die Schlaganfallversorgung nach Wegfall der Stroke Unit sichergestellt? Welche Übergangslösungen gibt es für die MS-Ambulanz? Wurden die Ergebnisse der Regionalkonferenzen zur Krankenhausplanung in die Entscheidung einbezogen, und widerspricht die vorgezogene Schließung dem für den 1. Januar 2027 vorgesehenen fünften Krankenhausplan? Kann die Landesregierung eine Gesamtübersicht über die Auswirkungen der Krankenhausreform in Brandenburg geben?
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Kleine Anfrage; eine Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Der Fragesteller nennt dabei folgende Zahlenangaben als Begründung seiner Fragen: Das St. Josefs-Krankenhaus habe im Vorjahr 632 Geburten verzeichnet, seit Jahresbeginn 2026 bereits 317, und habe 2023 mit 638 Geburten Platz 7 von 18 Geburtskliniken in Brandenburg belegt. Das Bergmann-Klinikum habe mit 1.455 Geburten pro Jahr Platz 1 in Brandenburg belegt; eine Verlagerung der über 600 jährlichen Geburten vom St. Josefs-Krankenhaus würde laut Fragesteller die Auslastung dort um etwa 44 % erhöhen. Rund 50 Mitarbeitende am St. Josefs-Krankenhaus und zwölf ärztliche Stellen am Bergmann-Klinikum seien von den Schließungen betroffen. Eine Online-Petition gegen die Schließung der Geburtsstation habe laut einem in der Anfrage zitierten Zeitungsbericht bis Dienstag, 18:30 Uhr, 8.373 Unterschriften erreicht. Der Fragesteller verweist auf eine Sitzung des AASGZ vom 3. Juni 2026 (TOP 1), in der sich Gesundheitsminister Wilke laut Anfrage zu Klinikschließungen äußerte.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Kleine Anfrage vom Abgeordneten Andreas Kutsche (BSW-Fraktion) an die Landesregierung Brandenburg, eingegangen und ausgegeben am 10.07.2026. Eine Antwort der Landesregierung liegt im Dokument nicht vor. Der Fragesteller zitiert als Quellen zwei Zeitungsartikel der Märkischen Allgemeinen/Potsdamer Tageszeitung sowie der PNN vom 08.07.2026. Die im Dokument genannten Zahlen (Geburtenzahlen, Mitarbeiterzahlen, Petitionsunterschriften) stammen aus der Darstellung des Fragestellers bzw. den dort zitierten Presseberichten, nicht aus einer Angabe der Landesregierung. Erwähnt wird zudem eine Sitzung des Ausschusses AASGZ vom 3. Juni 2026 sowie der geplante fünfte Krankenhausplan Brandenburgs zum 1. Januar 2027.