❓ Bahnstrecke - Bahnanbindung Schwedt/Oder ab Dezember 2026 - offene Fragen zu Entscheidung, Finanzierung, Datengrundlage und Betriebssicherheit
📋 Worum geht es?
Die Anfrage betrifft die Bahnanbindung von Schwedt/Oder nach Berlin. Nach Angaben der Fragesteller hatte die Landesregierung im Juli 2025 noch zugesagt, eine Direktverbindung Berlin–Schwedt/Oder beizubehalten; diese soll nun mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 entfallen, stattdessen soll die Linie RB61 zwischen Schwedt/Oder und Angermünde im Stundentakt verkehren. Die Fragesteller wollen den Entscheidungsprozess, die zugrunde liegenden Daten und die Kostenberechnung nachvollziehen.
👥 Wer ist betroffen?
Fahrgäste zwischen Schwedt/Oder und Berlin, die Stadt Schwedt/Oder, die VBB GmbH, das Infrastrukturministerium Brandenburg sowie die am Nord-Süd-Netz beteiligten Bundesländer.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller wollen unter anderem wissen: An welchem Tag und durch wen erstmals von der zugesagten Direktverbindung abgerückt wurde; welche Vorgaben die VBB GmbH bei der Konzeptüberarbeitung erhielt; wer das überarbeitete Konzept billigte und die Fahrplanbestellung freigab; was Minister Crumbach mit seiner Aussage, er habe die Entscheidung nicht getroffen, meinte; wann er informiert wurde; welche Kontakte mit der Stadt Schwedt/Oder aktenkundig sind; welche Linienvarianten (u.a. RE20-, RE3- und RB24-Varianten) mit welchen Kosten, Fahrzeiten und Zugkilometern geprüft wurden; wie sich die genannten Kosten (14 Mio. Euro RE20, 0,4 Mio. Euro Mehrkosten, 10 Mio. Euro RB24, 2 Mio. zusätzliche Zugkilometer) zusammensetzen; ob ungebundene Regionalisierungsmittel zur Verfügung standen; wie die Fahrgastzahlen (4000 bzw. 1300 Fahrgäste) erhoben und verglichen wurden unter Berücksichtigung der Zugausfälle; ob ein Nachfragepotenzial bei zuverlässigem Betrieb untersucht wurde; welche Zielwerte und Vertragsfolgen für Zuverlässigkeit der RB61 ab Dezember 2026 gelten; welche Anschlussregelungen in Angermünde gelten; und ob Auswirkungen auf Wirtschaft, Fachkräfte, Tourismus und die Entwicklungsachse Berlin–Szczecin untersucht wurden.
🔎 Was wurde geantwortet?
Das Dokument enthält nur die Anfrage der AfD-Fraktion; die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Die Fragesteller zitieren jedoch bereits vorliegende Angaben der Landesregierung aus früheren Antworten (Drucksachen 8/2748 und 8/3014): Für eine verlängerte RE20-Verbindung werden zusätzliche Kosten von rund 14 Millionen Euro im ersten Fahrplanjahr genannt, für das beschlossene Gesamtkonzept aus stündlicher RB61 und verstärktem Nordast dagegen saldierte Mehrkosten von rund 0,4 Millionen Euro jährlich. Laut den Fragestellern bezifferte Minister Crumbach in einem Interview vom 21. Juli 2026 die Kosten einer stündlichen RB24-Verlängerung auf rund zehn Millionen Euro jährlich. Die Landesregierung habe zudem bestätigt, dass auf der RB61 zwischen 1. Januar 2024 und 30. April 2026 von 13.882 geplanten Fahrten 3543 vollständig ausfielen (rund 25,5 %), an 131 von 851 Tagen sei die Linie komplett ausgefallen; als Ursachen würden Fahrzeug- und Personalprobleme genannt. Als Begründung der Linienführung verweise die Landesregierung auf rund 4000 Fahrgäste im Abschnitt Angermünde–Prenzlau und rund 1300 im Abschnitt Angermünde–Schwedt/Oder. Laut einem von den Fragestellern zitierten rbb-Bericht vom 23. April 2026 sprach Minister Crumbach von acht Minuten Umsteigezeit und rund 650 täglich betroffenen Fahrgästen.
⚡ Einordnung
Eingereicht von der AfD-Fraktion (Abgeordnete Daniel Münschke und Norbert Rescher). Es handelt sich um eine Kleine Anfrage (Nr. 1217), eine Antwort der Landesregierung liegt in diesem Dokument noch nicht vor. Die Anfrage verweist auf frühere Landtagsdrucksachen 8/2748 und 8/3014 sowie auf ein Schreiben des damaligen Ministers Detlef Tabbert vom 28. Juli 2025 und auf Presseberichte von MOZ (21.07.2026), Tagesspiegel (09.07.2026) und rbb24 (23.04.2026) als Quellen für die im Dokument genannten Zahlen und Zitate.