Zurück zur Übersicht
BrandenburgKleine AnfrageAfD

❓ Bahnstrecke - Bahnanbindung Schwedt/Oder ab Dezember 2026 - offene Fragen zu Entscheidung, Finanzierung, Datengrundlage und Betriebssicherheit

7. September 2026Dokument 8/3379 · WP 8Brandenburg
Daniel Münschke, Norbert Rescher
BahnanbindungSchienenpersonennahverkehrFahrplanwechselDirektverbindungZugausfälle

📋 Worum geht es?

Die Anfrage befasst sich mit dem Wegfall der bisherigen Bahn-Direktverbindung zwischen Schwedt/Oder und Berlin zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026. Die Fragesteller wollen wissen, wann und durch wen die Entscheidung gegen die zuvor zugesagte Direktverbindung getroffen wurde, welche Kosten für Alternativen anfallen und wie die Landesregierung mit den hohen Zugausfällen der Linie RB61 bei ihrer Entscheidung umgegangen ist.

👥 Wer ist betroffen?

Fahrgäste der Strecke Schwedt/Oder–Angermünde–Berlin, die Stadt Schwedt/Oder, die VBB GmbH als Aufgabenträgerin für den Schienenpersonennahverkehr sowie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragesteller fragen unter anderem: Wann wurde erstmals von der Direktverbindung abgerückt? Mit welchen Vorgaben wurde die VBB GmbH zur Überarbeitung des Konzepts beauftragt? Wer billigte das überarbeitete Konzept und gab die Fahrplanbestellung frei? Welche Kontakte gab es mit der Stadt Schwedt/Oder? Welche Varianten für eine umsteigefreie Verbindung (RE20-Verlängerung, RB24-Verlängerung) wurden geprüft und mit welchem Ergebnis? Wie setzen sich die genannten Mehrkosten zusammen?

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Landesregierung antwortet, die VBB GmbH sei im Frühjahr 2025 beauftragt worden, ein Konzept zum Erhalt der bisherigen Verbindungen vorzulegen; das am 10. Februar 2026 vorgestellte Konzept sei wegen zusätzlicher finanzieller Belastungen nicht umsetzbar gewesen. Die überarbeitete Linienführung von RE3 und RB61 sei Ende März 2026 verbindlich bestellt worden, freigegeben durch die zuständige Abteilung Verkehr des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung nach Entscheidung der damaligen Hausleitung. Minister Crumbach sei im April 2026 im Rahmen der Geschäftsaufnahme erstmals über das Konzept informiert worden. Außer dem Schreiben vom 28. Juli 2025 seien keine weiteren Kontakte mit der Stadt Schwedt/Oder aktenkundig. Für eine Verlängerung der Linie RE20 nennt die Landesregierung zusätzliche Kosten von rund 14 Millionen Euro im ersten Fahrplanjahr (ca. 513.000 Zugkilometer jährlich), für eine stündliche RB24-Verlängerung rund 10 Millionen Euro bzw. rund 5 Millionen Euro bei zweistündlichem Takt; beide Varianten seien als finanziell derzeit nicht darstellbar bzw. verkehrlich nachteilig bewertet worden, u.a. wegen fehlender zweiter Gleis-/Bahnsteiganlage in Pinnow (Uckermark) für Zugkreuzungen. Die Antwort endet unvollständig bei Frage 9 zur Kostenzusammensetzung der RE20-Variante; die vollständige Beantwortung dieser Frage liegt im vorliegenden Textauszug nicht vor.

⚡ Einordnung

Die Anfrage wurde von den Abgeordneten Daniel Münschke und Norbert Rescher (AfD-Fraktion) eingereicht; eine Antwort der Landesregierung liegt vor. Die Fragesteller verweisen auf ein Schreiben des früheren Ministers Detlef Tabbert vom 28.07.2025 sowie auf frühere Drucksachen 8/2748, 8/3014 und 8/3139. Die Landesregierung gibt an, dass zwischen 1. Januar 2024 und 30. April 2026 von 13.882 geplanten Fahrten der Linie RB61 3.543 vollständig ausfielen (rechnerisch rund 25,5%), an 131 von 851 Tagen sei die Linie komplett ausgefallen; als Ursachen werden Probleme bei Fahrzeugen und Personal genannt. Minister Crumbach wird mit der Aussage vom 21. Juli 2026 zitiert, er habe die Entscheidung nicht selbst getroffen, hätte sich aber ebenso entschieden.

Quelle: Brandenburg, Dokument 8/3379, Wahlperiode 8

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.