❓ Krankenhaus - Vorzeitiger Aufnahmestopp und Schließung der Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Immanuel Klinkum Bernau – Sicherung der Versorgung im Landkreis Barnim ab Oktober 2026
📋 Worum geht es?
Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Immanuel Klinikum Bernau stellt zum 1. Oktober 2026 ihren Betrieb ein; bereits zum 11. September 2026 wurde ein Aufnahmestopp für werdende Mütter und gynäkologische Patientinnen vorverlegt. Laut Fragesteller nennt die Klinikleitung als Gründe sinkende Geburtenzahlen, Fachkräftemangel bei Ärzten und Hebammen sowie finanzielle Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes und der Krankenhausreform. Der Fragesteller sieht dadurch den Wegfall einer zentralen wohnortnahen Versorgungsstruktur für rund 180.000 Einwohner des Landkreises Barnim.
👥 Wer ist betroffen?
Laut Anfrage betroffen sind die rund 180.000 Einwohner des Landkreises Barnim, insbesondere Schwangere und gynäkologische Patientinnen aus ländlichen Regionen, die aufnehmenden Kliniken in Berlin-Buch, Eberswalde, Oranienburg, Birkenwerder und Rüdersdorf sowie die Kinder- und Jugendmedizin am Standort Bernau.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller fragt die Landesregierung unter anderem: ob ein schriftliches Sicherungs- oder Übergangskonzept vorliegt; mit wie vielen zusätzlichen Geburten, Behandlungen und Notfällen an den aufnehmenden Standorten gerechnet wird; welche personellen, räumlichen und medizinischen Kapazitäten dort zur Verfügung stehen; wie viele Patientinnen aus dem Barnim bereits heute in Berlin-Buch versorgt werden; ob die Mehrbelastung von Berlin-Buch mit dem Land Berlin abgestimmt wurde und welche Vereinbarungen bestehen; welche gemeinsamen Planungen zwischen Brandenburg und Berlin bestehen; wie die zeitliche Nähe zum Kapazitätsausbau in Berlin-Buch bewertet wird; wie die Parallelität zum Ausbau ambulanter Strukturen durch den gleichen Träger bewertet wird; welche Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendmedizin in Bernau erwartet werden und ob eine verbindliche Bestandszusage vorliegt; welche Fallzahl- und Erlösdaten vorliegen; welche Auswirkungen auf Vorhaltefinanzierung und Leistungsgruppenzuweisung ab 2027 erwartet werden; welche Auswirkungen auf Rettungsdienst-Transportwege und -Bindungszeiten untersucht wurden und auf welcher Datengrundlage ein Vergleich mit dem finnischen FinnHEMS-Modell beruht; wie viele gynäkologische/geburtshilfliche Notfalleinsätze 2022 bis 2026 im Barnim registriert wurden; welche Alternativen zur Schließung geprüft wurden; und ob die Schließung mit dem Ziel von Gesundheitsminister Wilke, in jedem Landkreis eine Geburtsklinik vorzuhalten, vereinbar ist und ob vor dem 1. Oktober 2026 ein Sicherungskonzept vorgelegt wird.
⚡ Einordnung
Das Dokument enthält nur die Anfrage; die Antwort der Landesregierung liegt noch nicht vor. Eingereicht wurde die Kleine Anfrage von Andreas Kutsche (BSW-Fraktion). Die Anfrage verweist auf eine Aussage von Gesundheitsminister Wilke, wonach die Landesregierung das Ziel verfolge, in möglichst jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt eine Geburtsklinik vorzuhalten, sowie auf länderübergreifende Versorgungsbeziehungen mit Berlin, insbesondere zum Standort Berlin-Buch. Laut Fragesteller stellt die Abteilung in Bernau zum 1. Oktober 2026 den Betrieb ein, der Aufnahmestopp wurde bereits zum 11. September 2026 vorverlegt; als Gründe werden von der Klinikleitung sinkende Geburtenzahlen, Fachkräftemangel und finanzielle Auswirkungen des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes sowie der Krankenhausreform genannt. Die Fragesteller nennen zudem eine geplante Kapazitätserhöhung am Helios Klinikum Berlin-Buch auf sechs Kreißsäle mit Fertigstellung April 2026 und neuer Chefarztleitung zum 1. Oktober 2026, sowie geplante ambulante Strukturen des Trägers Immanuel Albertinen Diakonie in Bernau (Ambulantes OP-Zentrum mit Gynäkologie in der Jahnstraße 50, Neubesetzung der Kinderarztpraxis im Immanuel MVZ Klosterfelde).