📄 Wetterbedingter Ausfall der Tram in Treptow-Köpenick - Schlechte Kommunikation und kein Alternativangebote
📋 Worum geht es?
Die Fragestellerin thematisiert den witterungsbedingten Totalausfall der Straßenbahn in Treptow-Köpenick im Januar 2026 und kritisiert dabei schlechte Kommunikation sowie fehlende Alternativangebote für Bürgerinnen und Bürger. Senat und BVG antworten unter anderem zu den Ursachen des Ausfalls, zur Organisation des Ersatzverkehrs und zur Fahrgastinformation während der Störung.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen waren Bürgerinnen und Bürger in Treptow-Köpenick, insbesondere in Außenbezirken wie Schmöckwitz, Friedrichshagen und Rahnsdorf, die laut Fragestellerin kaum auf andere ÖPNV-Alternativen zurückgreifen konnten.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin fragt unter anderem: nach welchen Kriterien die Enteisung der Tramleitungen geplant wurde; wie die fehlende ÖPNV-Alternative in Außenbezirken berücksichtigt wurde; warum kein durchgehend getakteter Schienenersatzverkehr (SEV) eingerichtet wurde; wo Bürgerinnen und Bürger sich während des Ausfalls informieren konnten und warum die Kommunikation unzureichend war; welche Notfallpläne für künftige Extremwetterlagen in Außenbezirken entwickelt werden; wie die künftige Kommunikationsstrategie aussieht; ob Bürgerinnen und Bürger künftig z.B. per Informationsschreiben oder Veranstaltungen informiert werden sollen; und wie der Stand der geplanten Taktverdichtung auf der Tram-Linie 68 zwischen S-Bahnhof Grünau und Alt-Schmöckwitz ist.
🔎 Was wurde geantwortet?
Laut BVG konnten Enteisungen nur sternförmig ausgehend von den Betriebshöfen erfolgen, da Bahnen nur diese Wege nehmen können; zunächst wurden liegengebliebene Bahnen zu den Höfen gebracht und Oberleitungen sowie Gleise auf Vereisung geprüft. Die BVG und der Senat räumen ein, dass das Mobilitätsangebot in der Ausnahmesituation nicht ausreichend war, sehen aber keine realistische Möglichkeit für ein kurzfristiges, vollumfängliches Ersatzangebot. Ein vollständig redundantes Bus-Ersatzsystem sei laut BVG weder kapazitativ möglich noch wirtschaftlich umsetzbar, zudem fehlten entlang vieler Tramstrecken parallele Bushaltestellen. Das von der Firma HACON betriebene Hintergrundsystem der digitalen Fahrgastinformation war am 26. Januar 2026 zwischen etwa 7:15 und 9:30 Uhr wegen bundesweit extremer Wetterlage und hoher Meldungszahl überlastet, wovon neben der BVG auch der VBB betroffen war; einzelne Anzeigedisplays an U-Bahnhöfen wurden deshalb zeitweise deaktiviert, stattdessen erfolgten Lautsprecheransagen. Die BVG bezeichnet die Wetterlage als historisch und in der Geschichte des Berliner Straßenbahnbetriebs ohne bekanntes Vorbild. Zur Taktverdichtung auf der Linie 68 verweist der Senat auf die mit der Revision des Verkehrsvertrags Ende 2025 vertraglich verankerte BVG-Strategie „Stabilität vor Wachstum“, wonach eine vertraglich gesicherte Angebotsmehrung erst ab 2030 vorgesehen ist; aktuell bestünden keine Kapazitäten für punktuelle Taktverdichtungen.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der CDU-Abgeordneten Lisa Knack eingereicht; eine Antwort der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt liegt vor, in die Stellungnahmen der BVG eingearbeitet sind. Der Senat verweist auf die vertragliche Verankerung der BVG-Strategie „Stabilität vor Wachstum“ durch die Revision des Verkehrsvertrages Ende 2025, wonach eine Angebotsmehrung erst ab 2030 vertraglich gesichert ist. Die Störung der digitalen Fahrgastinformation durch den Dienstleister HACON wird von der BVG auf etwa 7:15 bis 9:30 Uhr am 26. Januar 2026 datiert und betraf laut BVG neben ihr selbst auch den VBB.