📄 Wie entwickelt sich die Anzahl asbestbelasteter Wohnungen in den Bezirken?/2025
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der Anzahl asbestbelasteter oder asbestverdächtiger Wohnungen bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) und der berlinovo in Berlin zum Stichtag 31.12.2025, ihrer Verteilung auf die zwölf Berliner Bezirke sowie dem Fortschritt der Sanierungen im Jahr 2025.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind Mieterinnen und Mieter der landeseigenen Wohnungsunternehmen berlinovo, degewo, Gewobag, GESOBAU, HOWOGE, Stadt und Land (SuL) sowie WBM in allen zwölf Berliner Bezirken.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Gefragt wird: 1) Wie viele Wohnungen der genannten Unternehmen waren per 31.12.2025 asbestbelastet? 2) Wie verteilen sich diese Wohnungen auf die zwölf Bezirke? 3) Wie viele Wohnungen wurden 2025 asbestsaniert? 4) Wie viele asbestbelastete Wohnungen wurden 2025 angekauft oder übernommen? 5) Wie viele bereits sanierte Wohnungen müssen erneut saniert werden? 6) Wie viele Wohnungen wurden im bewohnten Zustand saniert? 7) Welche Erkenntnisse hat der Senat zu asbestbelasteten Wohnungen privater Eigentümer?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet mit folgenden Zahlen zum 31.12.2025: berlinovo 2.610 Wohnungen (inkl. Asbestverdacht), degewo 23.883 (davon 16.967 mit Asbestverdacht), Gewobag 5.639, HOWOGE 6.571, SuL 2.789, WBM 2.266 Wohnungen mit Asbestbelastung bzw. -verdacht. Bei GESOBAU liegen keine flächendeckenden Gutachten vor; von 48.748 Wohnungen könnten schätzungsweise 15.089 (ca. 30,8%) noch Schadstoffe enthalten, ohne gesicherten Beleg. Die Verteilung auf die Bezirke wird tabellarisch angegeben, mit den höchsten Werten in Neukölln, Mitte, Pankow und Reinickendorf. Im Jahr 2025 wurden insgesamt saniert: berlinovo 173, degewo 622, GESOBAU 282, Gewobag 2.119, HOWOGE 107, SuL 82, WBM 68 Wohnungen; bei Gewobag ergibt sich die hohe Zahl auch aus negativen Beprobungsergebnissen bei Asbestverdacht. Angekauft oder übernommen wurden 2025 keine asbestbelasteten Wohnungen. Bei WBM müssen schätzungsweise rund 10% der bereits sanierten 654 Wohnungen (ca. 65) wegen asbestbelasteter Putz- und Spachtelmassen erneut saniert werden; bei den übrigen Unternehmen liegen dazu keine Erkenntnisse vor. Sanierungen erfolgen bei den meisten Unternehmen überwiegend in Leerwohnungen bzw. bei Mieterwechsel; bei GESOBAU wurden 2025 von 282 sanierten Wohnungen 87 teilweise während laufender Mietverhältnisse saniert, wobei Mieter für die Bauzeit in Ausweichwohnungen umgesetzt wurden. Zu asbestbelasteten Wohnungen privater Eigentümer liegen dem Senat keine Erkenntnisse vor.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von Andreas Otto (Bündnis 90/Die Grünen) am 26. Februar 2026 eingereicht; die Antwort des Senats datiert vom 13. März 2026 und liegt vollständig vor, unterzeichnet in Vertretung von Machulik (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen). Die Antworten beruhen teilweise auf Stellungnahmen der landeseigenen Wohnungsunternehmen, die diese in eigener Verantwortung erstellt haben. Es wird auf eine frühere Drucksache 17/17291 verwiesen. Bei GESOBAU handelt es sich bei der Zahl von 15.089 potenziell betroffenen Wohnungen ausdrücklich um eine Schätzung ohne gesicherten Beleg.