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BerlinSchriftliche AnfrageSPD

📄 Tote Schwäne und Kormorane – Funktioniert der Notfallplan bei anzeigepflichtigen Tierseuchen?

30. März 2026Dokument 19/25381 · WP 19Berlin
Tamara Lüdke, Linda Vierecke, Dr. Turgut Altuğ
VogelgrippeH5N1WildtiersterbenTierseuchenbekämpfungGewässer
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Im Winter 2025/2026 verendeten in Berlin zahlreiche Höckerschwäne und Kormorane, vor allem im Landwehrkanal. Die Fragesteller wollen wissen, wie viele Tiere betroffen waren, ob ein Zusammenhang mit dem Vogelgrippevirus H5N1 besteht und ob die Bergung der Kadaver sowie die behördliche Reaktion rechtzeitig und koordiniert abliefen.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind Wasservögel (insbesondere Höckerschwäne und Kormorane, in Einzelfällen auch Kraniche, Wildgänse, Greifvögel, Möwen, Reiher und Wildenten) im Bereich des Landwehrkanals in Friedrichshain-Kreuzberg, die Bevölkerung in diesem Gebiet sowie die beteiligten Behörden (Bezirksämter, Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt) und Einsatzkräfte.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragesteller erfragen unter anderem: Wie viele Höckerschwäne und Kormorane verendeten und wurden geborgen? Welche weiteren Vogelarten waren betroffen? Welche Todesursachen und welcher Zusammenhang zu H5N1 wurden festgestellt? Wie viele Meldungen aus der Bevölkerung gingen ein? Warum begann die Bergung erst am 12.02.2026, obwohl bereits ab dem 9.02.2026 eine H5N1-Gefahrenlage bestand und der Kanal ab diesem Datum eisfrei war? Wer ist für die Bergung zuständig und standen ausreichend Ressourcen bereit? Greift ein Notfallplan, und welche Meldekette sowie Zuständigkeiten bestehen? Wie wurde die Öffentlichkeit informiert, und warum fehlten Informationen auf der Website der Senatsverwaltung? Wie unterstützt das Netzwerk Wildtiernah, und welche künftigen Maßnahmen sowie welcher Austausch mit anderen Bundesländern sind geplant?

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Antwort der Landesregierung liegt vor. Zwischen dem 22.10.2025 und dem 5.03.2026 wurden 48 Höckerschwäne (34 positiv auf HPAI H5N1) und 243 Kormorane (3 positiv) getestet; insgesamt wurden 498 Wildvogelkörper untersucht, davon 100 mit H5N1-Nachweis durch das FLI. Alle seit dem 9.02.2026 getesteten toten Höckerschwäne waren infiziert, bei den Kormoranen nur 3 von 243 – die Regierung vermutet bei Letzteren eher Nahrungsmangel durch zugefrorene Gewässer und Parasitenbefall als Todesursache. Im Februar 2026 gingen bei Wildtiernah Berlin 36 Meldungen zu Höckerschwänen im Bereich Landwehrkanal ein. Die Bergung im Wasser war laut Regierung wegen widriger Witterung und einer bis zum 28.02.2026 bestehenden bundesbehördlichen Sperre des Landwehrkanals für Schifffahrt durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel lange nicht möglich; Kadaver wurden, soweit gefahrlos möglich, vom Gewässerrand geborgen. Zuständig für die Überwachung der Beseitigung ist laut Regierung der Bezirk, die Koordination der Tierseuchenbekämpfung liegt bei der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz. Am 5.02.2026 fand eine Dienstbesprechung mit zahlreichen Behörden und Organisationen (u.a. SenMVKU, NABU Berlin, Wildvogelauffangstation, FU Berlin) statt, bei der Zuständigkeiten und Meldeketten abgestimmt wurden. Informationen zu HPAI seien auf der Website der Senatsverwaltung unter einer genannten URL sowie in Pressemitteilungen verfügbar. Schulungen für ehrenamtliche Helfer und Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr seien in Planung. Ein Austausch mit anderen Bundesländern finde über Bund-Länder-Besprechungen statt.

⚡ Einordnung

Die Anfrage wurde von Abgeordneten der SPD gestellt (laut Dokument: Tamara Lüdke, Linda Vierecke, Dr. Turgut Altuğ). Die Antwort des Senats liegt vollständig vor (Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz, unterzeichnet von Susanne Hoffmann, Berlin, 13. März 2026). Die Regierung nennt konkrete Zahlen: 48 getestete Höckerschwäne (34 positiv), 243 getestete Kormorane (3 positiv), insgesamt 498 getestete Wildvogelkörper (100 positiv) im Zeitraum 22.10.2025 bis 5.03.2026, sowie 36 Bürgermeldungen im Februar 2026. Die Regierung verweist auf rechtliche Grundlagen (Verordnung (EG) Nr. 1069/2009, TierNebG, Tiergesundheitsgesetz, ASOG ZustKatOrt) sowie auf eine Sperre des Landwehrkanals durch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Spree-Havel bis zum 28.02.2026. Die Einschätzung, dass das zoonotische Potential des aktuellen Virus-Subtyps nicht sehr groß sei und der Infektionsdruck durch liegengebliebene Kadaver nicht maßgeblich erhöht worden sei, wird im Dokument als Einschätzung von Epidemiologen bzw. des Senats dargestellt.

Quelle: Berlin, Dokument 19/25381, Wahlperiode 19, eingereicht 23. Februar 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.