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BerlinSchriftliche AnfrageCDU

📄 Statusbericht und Maßnahmenplan für den Schäfersee (Teil 3)

24. März 2026Dokument 19/25384 · WP 19Berlin
Burkard Dregger
GewässerqualitätSchäfersee-VerfahrenSauerstoffgehaltNährstoffbelastungRegenentwässerung
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Anfrage betrifft den Fortschritt des sogenannten Schäfersee-Verfahrens, mit dem die Wasserqualität des Schäfersees in Berlin verbessert werden soll. Dabei wird dem See Tiefenwasser entnommen, mit Sauerstoff angereichert, mit Calciumnitrat versetzt und zurückgeleitet, um sauerstoffarme Bedingungen und Schwefelwasserstoffbildung zu verhindern. Es ist der dritte Teil einer Serie von Anfragen zu diesem Thema.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind der Schäfersee als Gewässer sowie die dort lebende Tier- und Pflanzenwelt, die Anwohner und Nutzer des Sees sowie die zuständige Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt. Auch die geplante Neugestaltung der Residenzstraße im Einzugsgebiet des Sees ist relevant.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Der Fragesteller möchte wissen: Wie oft und mit welchem Ergebnis wurde das Schäfersee-Verfahren seit Ende März 2025 angewendet? Gibt es neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit? Wie hat sich der Sauerstoffgehalt entwickelt? Wie oft wurde der Nährstoffgehalt gemessen und mit welchen Ergebnissen? Wie sind diese Werte fachlich zu bewerten? Welche Auswirkungen haben Tierfütterungen auf die Wasserqualität? Welche weiteren Risiken bestehen, insbesondere durch Regenentwässerung? Welche Veränderungen bringt die Neugestaltung der Residenzstraße? Wie wird der Gesamtzustand des Sees bewertet und ist eine Verschlechterung zu erwarten?

🔎 Was wurde geantwortet?

Die Landesregierung antwortet: 2025 wurden zwischen Juni und Oktober drei Behandlungsphasen mit je 14-tägigen Dosierungen durchgeführt, wodurch stabile Redoxbedingungen erhalten und Schwefelwasserstoffbildung verhindert wurden. Ein Forschungsprojekt (2021-2025) von Bundesministerium, Ingenieurbüro Wassmann und TU Berlin bestätigte die Wirksamkeit des Verfahrens auch für andere Gewässer; der Abschlussbericht ist öffentlich unter der genannten Adresse einsehbar. Der Sauerstoffgehalt im Oberflächenwasser lag 2025 überwiegend zwischen 5 und über 15 mg/l, ohne längere Defizite. Die Nährstoffe wurden an sechs Terminen gemessen: Gesamtphosphor im Mittel ca. 0,08 mg/l (Oberfläche) bzw. 0,11 mg/l (Tiefe), Ammonium-N ca. 0,5 bzw. 1,3 mg/l, Nitrat-N 0,2-5,8 bzw. 0,2-6,6 mg/l. Die Regierung bewertet: Im Tiefenwasser werde kein Schwefelwasserstoff mehr gebildet, Phosphor sei im Sediment gebunden, die Eutrophierung verringert. Tierfütterungen hätten laut Regierung negative Auswirkungen auf Lebensraumqualität und ökologisches Gleichgewicht. Laut Emissionspotenzialkarte sind rund 125 ha versiegelte Fläche angeschlossen, wodurch rechnerisch jährlich ca. 60 Tonnen abfiltrierbare Stoffe eingetragen werden. Bei der Neugestaltung der Residenzstraße seien für Teilabschnitte dezentrale Regenwasseranlagen (Mulden, Rigolen, Tiefbeete) geplant, die eine Teilentlastung bewirken könnten. Die Regierung geht bei Fortführung des Verfahrens und unveränderten Randbedingungen von einem stabilisierten Zustand ohne Verschlechterung aus.

⚡ Einordnung

Die Anfrage wurde vom Abgeordneten Burkard Dregger (CDU) am 28. Februar 2026 eingereicht, die Antwort der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt liegt vor (datiert 15. März 2026, unterzeichnet von Arne Herz in Vertretung). Die Regierung verweist auf einen öffentlich zugänglichen Abschlussbericht eines Forschungsprojekts des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (Laufzeit 2021-2025) unter der Adresse https://oa.tib.eu/renate/items/f01a45bf-1d0c-47ab-b39d-2ca155ad52a4/full. Genannte Zahlen: drei Behandlungsphasen 2025 mit je 14-tägiger Dosierung, Sauerstoffwerte 5-15 mg/l, sechs Nährstoff-Messtermine 2025, ca. 125 ha angeschlossene versiegelte Fläche, ca. 60 Tonnen abfiltrierbare Stoffe pro Jahr laut Berechnung nach DWA-Regelwerk A 102-2.

Quelle: Berlin, Dokument 19/25384, Wahlperiode 19, eingereicht 28. Februar 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.