📄 Riesen-Hostel an der Rudi-Dutschke-Str. Ecke Lindenstr. in Kreuzberg – Überfordert dieses Hostel den Kiez?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage betrifft den geplanten Bau eines großen Hostels mit rund 2.500 Betten an der Rudi-Dutschke-Straße Ecke Lindenstraße in Kreuzberg. Der Fragesteller möchte wissen, welche Behörden für die Genehmigung zuständig sind und ob das Vorhaben mit der städtebaulichen Struktur, dem Verkehr und dem Lärmschutz im Kiez vereinbar ist. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat dazu Stellung genommen.
👥 Wer ist betroffen?
Anwohner und Gewerbetreibende rund um die Rudi-Dutschke-Straße und Lindenstraße in Kreuzberg, der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sowie künftige Hostelgäste.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller möchte unter anderem wissen: Welche Behörde ist für welche Genehmigung zuständig? Wie wurde die Vereinbarkeit mit der städtebaulichen Eigenart geprüft? Welche Verkehrsuntersuchungen liegen vor? Wie wird die Erschließung bewältigt? Welche Maßnahmen gegen nächtliche Lärmbelastung sind vorgesehen? Welche Lärmgutachten wurden eingeholt? Wie wird ein 24-Stunden-Betrieb ohne unzumutbare Störungen gewährleistet? Wurde eine kleinteiligere Nutzung geprüft?
🔎 Was wurde geantwortet?
Laut Bezirk liegt das Vorhaben im Geltungsbereich des Bebauungsplans VI-150m (festgesetzt 22.07.2003) und ist als Mischgebietsnutzung zulässig; eine baurechtliche Genehmigung obliegt der Bau- und Wohnungsaufsicht des Bezirks. Zusätzliche Verkehrs- oder Lärmgutachten seien wegen guter ÖPNV-Anbindung (U6, Buslinien M29, 248, N42), vorhandener Tiefgarage und der Mischgebiets-Richtwerte der TA Lärm nicht erforderlich gewesen. Es werde eine Reisebus-Haltezone im Seitenstreifen der Rudi-Dutschke-Straße beantragt. Die Nachtruhe gelte laut Landes-Immissionsschutzgesetz Berlin von 22 bis 6 Uhr; der Betrieb finde laut Betriebsbeschreibung ausschließlich im Gebäudeinneren statt, Ver- und Entsorgung 3x wöchentlich von 7-16 Uhr. Das aktuelle Nutzungsverhältnis Wohnen/Gewerbe im Mischgebiet liege bei 19/81 statt der juristisch geforderten rund 40/60; nach Umnutzung von Bürogebäuden entlang der Lindenstraße zu Wohngebäuden solle dieses Verhältnis erreicht werden. Eine Prüfung der Belastung sozialer Infrastruktur sei nicht Bestandteil des Baugenehmigungsverfahrens.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der CDU-Fraktion (Dr. Timur Husein) eingereicht, die Antwort des Senats liegt vor und stützt sich auf eine Stellungnahme des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg vom 20. März 2026. Der Bebauungsplan VI-150m wurde am 22.07.2003 festgesetzt. Die Fragesteller bezeichnen das Hostel-Projekt laut Medienberichten als mit rund 2.500 Betten geplantes größtes Hostel Europas (Angabe der Firma a&o, ohne weitere Belegangabe im Dokument) und stellen die Frage, ob es den Kiez überfordert – dies ist eine Formulierung der Fragesteller, keine Feststellung des Senats oder Bezirks.