📄 Gilt die Open Source Strategie des Senats auch in Berliner Schulen?
📋 Worum geht es?
Der Abgeordnete Stefan Ziller (Bündnis 90/Die Grünen) fragt die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, ob und wie die Open-Source-Strategie des Senats zur Stärkung digitaler Souveränität in der Bildungsverwaltung und an Berliner Schulen umgesetzt wird. Dabei geht es um konkrete Software-Lösungen, das Berliner Schulportal, den Lernraum Berlin sowie den Austausch mobiler Endgeräte für Lehrkräfte.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind die Berliner Schulen, die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, das pädagogische Personal mit mobilen Endgeräten (MEG) sowie Schüler*innen im Zusammenhang mit dem geplanten Online-Warenhaus für mobile Endgeräte.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Gefragt wird: 1) Wie die Open-Source-Strategie in der Bildungsverwaltung und an Schulen umgesetzt wird, z. B. im 'Warenhaus SenBJF'. 2) Welche Open-Source-Lösungen Bildungsverwaltung und Schulen bereits nutzen. 3) Wie der Austausch der über 35.000 mobilen Endgeräte des Lehrpersonals nach Ende der Lebensdauer erfolgt. 4) Wie viele Geräte 2026, 2027 und 2028 ausgetauscht werden sollen. 5) Welche Unterstützung Schulen für Open-Source-Umsetzung in Computerräumen erhalten und ob eine Übersicht zu Nicht-Open-Source-Geräten existiert. 6) Wie der Stand des geplanten Online-Warenhauses für mobile Endgeräte für Schüler*innen ist.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Senatsverwaltung antwortet: Die ministerielle IT richtet sich an der Open-Source-Strategie aus, Schwerpunkt ist die Verringerung der Abhängigkeit von Microsoft Office u. a. über LowCode-Technologie. Bei zentralen digitalen Lösungen für Schulen wird der Einsatz von Open-Source geprüft und bei Eignung umgesetzt. Das Berliner Schulportal nutzt mehrere Open-Source-Komponenten; der Quellcode soll im Rahmen der Kieler Beschlüsse weitergegeben werden, die Aufnahme in den Softwarehub wird gestartet. Genutzt werden u. a. Firefox, Keepass, PDFSam, OTRS (Servicedesk), OpenProject (Projektmanagement, Teil der OpenDesk-Suite); die Ablösung von Sharepoint durch Drupal wird evaluiert. Der Lernraum Berlin basiert auf dem Open-Source-System Moodle inkl. Plugins wie H5P. Das Mailsystem für pädagogische Beschäftigte läuft seit diesem Jahr selbst betrieben über Open-Source-Komponenten wie Ubuntu, Dovecot, Postfix, Nginx, Redis, Rspamd, SOGo, Docker, mailcow, Grafana und Zabbix. Welche Open-Source-Lösungen Schulen selbst einsetzen, wird nicht zentral erfasst. Der Austausch der MEG erfolgt sukzessive je nach Haushaltsmitteln und Preisen: 2026 sollen ca. 2.000 neue Geräte beschafft werden, zusätzlich befinden sich (Stand KW 10) 2.263 Geräte im Pool, sodass 2026 insgesamt 4.000 Geräte getauscht werden können; Zahlen für 2027/2028 lassen sich wegen der Marktsituation nicht kalkulieren. Zur Ausstattung von Computerräumen liegen der Senatsverwaltung wegen der schulischen Eigenverantwortlichkeit keine zentralen Daten vor; IT-Betreuer*innen der Schulen beraten vor Ort. Das Online-Warenhaus zur Bedarfsmeldung für Schüler*innen-Endgeräte ist fertig entwickelt und einsatzbereit. Anlage 1 listet zahlreiche konkrete Open-Source-Programme auf dem MEG auf, u. a. LibreOffice, GIMP, Inkscape, Blender, GeoGebra, Scratch, NVDA und Git.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde vom Abgeordneten Stefan Ziller (Bündnis 90/Die Grünen) am 9. März 2026 eingereicht; die Antwort der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie liegt vor (datiert 17. März 2026, unterzeichnet in Vertretung von Dr. Torsten Kühne). Die Antwort verweist auf frühere Drucksachen (Rote Nr. 0826 C und 0826 F) zu mobilen Endgeräten und zum Online-Warenhaus. Konkrete Zahlen: über 35.000 mobile Endgeräte des Lehrpersonals (bis Ende 2021 beschafft), ca. 2.000 geplante Neubeschaffungen 2026, 2.263 Geräte im Pool (Stand KW 10), insgesamt 4.000 Geräte-Austausche 2026 möglich; keine kalkulierbaren Zahlen für 2027/2028.