📄 Öffentlicher Nahverkehr am südöstlichen Berliner Stadtrand
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt den öffentlichen Nahverkehr in Treptow-Köpenick, insbesondere in den Randlagen des Bezirks. Es geht um die Auslastung von Bus- und Straßenbahnlinien, die Nachfrageentwicklung der letzten fünf Jahre sowie um geplante und mögliche künftige Anpassungen des Angebots angesichts des Bevölkerungswachstums im Bezirk.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind die Einwohnerinnen und Einwohner von Treptow-Köpenick, insbesondere in den Randlagen wie Rahnsdorf, Wilhelmshagen, Hessenwinkel und entlang der Fürstenwalder Allee und der Grünen Trift, sowie Fahrgäste der genannten Bus- und Straßenbahnlinien (u. a. 160–169, 194, 260–363, Straßenbahnlinien 21, 27, 37, 60–68, M17, M11, M43, X69).
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller möchte wissen: Wie bewerten Senat und BVG die Auslastung des Nahverkehrs in Treptow-Köpenick, besonders in den Randlagen? Auf welchen Linien stieg die Nachfrage in den letzten fünf Jahren am stärksten und welche Maßnahmen folgten daraus? Welche Linien werden in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich stärker nachgefragt und welche Maßnahmen sind geplant? Welche neuen Linien halten BVG und Senat für notwendig? Welche Vorschläge hat der Bezirk seit 2023 eingebracht und wie werden sie bewertet? Welche Direktverbindungen zwischen Ortsteilen und zu sozialen Einrichtungen konnten umgesetzt werden? Welche Verbesserungen sind für Rahnsdorf, Wilhelmshagen, Hessenwinkel und die Fürstenwalder Allee geplant? Wann wird die Buslinie 161 taktverdichtet?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Senatsverwaltung antwortet mit Beteiligung der BVG: Es gebe keine strukturellen Überlastungen, aber zeitweise hohe Auslastung in Randlagen morgens und nachmittags, abschnittsweise über 50 %, innerhalb der Grenzen des Nahverkehrsplans 2019–2023 und des Verkehrsvertrags. Seit Oktober 2021 wurden die Straßenbahnlinien M17, 61 und 63 durch die Neubaustrecke Schöneweide–Adlershof verlängert; 2024 wurde die Verkehrslösung Schöneweide eröffnet. Nachfragetabellen 2023–2025 nach Linie werden aufgeführt (z. B. M17 von 30.265 auf 44.665 Fahrgäste montags bis freitags, Linie 165 von 15.816 auf 16.945). Laut Bevölkerungsprognose 2024–2040 soll die Einwohnerzahl bis 2031 um ca. 6,7 Prozentpunkte auf etwa 317.300 steigen; perspektivisch betroffen seien die Straßenbahnlinien 62 und 63 sowie die Buslinie 160. Die BVG-Strategie 'Stabilität vor Wachstum' wurde Ende 2025 im Verkehrsvertrag verankert, wonach eine vertraglich gesicherte Angebotsmehrung erst wieder ab 2030 möglich ist; neue Angebote könnten bis dahin nur durch Verlagerungen entstehen. In Planung seien ein Erschließungsangebot im östlichen Wendenschloß (Kietzer Feld), eine ÖPNV-Anbindung für die Neubebauung des ehemaligen Güterbahnhofs Köpenick sowie eine Kiezbuslinie entlang der Grünen Trift, deren Umsetzung eine Ertüchtigung der Straße durch den Bezirk voraussetzt. Für die Buslinie 161 ist ein zusätzliches Fahrtenpaar zwischen S Erkner/ZOB und S Rahnsdorf zur Entlastung des Schülerverkehrs geplant. Der Bezirk hatte u. a. Taktverdichtungen (Linien 68, 165, 265), Betriebszeitenausweitungen (Linie 365), Anpassungen im Fährverkehr (F11, F12) sowie neue Busverbindungen (Friedrichshagen–Hoppegarten, Kablower Weg, Grüne Trift) vorgeschlagen.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der Fraktion Die Linke eingereicht; eine Antwort der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt liegt vor (datiert 23.03.2026, unterzeichnet in Vertretung von Arne Herz). Die Antworten enthalten teils Stellungnahmen der BVG, die im Text entsprechend gekennzeichnet sind. Genannte Bezugsgrößen sind der Nahverkehrsplan Berlin 2019–2023, der Verkehrsvertrag (revidiert Ende 2025) und die Berliner Bevölkerungsprognose 2024-2040. Eine konsolidierte Übersicht zu den Auslastungen der einzelnen Linien liegt laut BVG nicht vor; für die Jahre 3 und 4 nennt der Senat keine linienbezogenen konkreten Angaben, da die Angebotsmehrung vertraglich erst ab 2030 gesichert sei.