📄 Zahnärztliche Versorgung in Berlin
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der zahnärztlichen Versorgung in Berlin: Anzahl der zugelassenen und angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzte, deren Altersstruktur, Neuzulassungen, Praxisanzahl, medizinische Versorgungszentren (MVZ), der Versorgungsgrad nach Bezirken sowie Studienkapazitäten und die Situation der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA).
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Zahnarztpraxen und MVZ, die Bevölkerung der zwölf Berliner Bezirke hinsichtlich der zahnärztlichen Versorgung, Medizinstudierende der Zahnmedizin an der Charité sowie Zahnmedizinische Fachangestellte und deren Ausbildungsbetriebe.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller fragt unter anderem: Wie viele Zahnärztinnen und Zahnärzte waren zu bestimmten Stichtagen zugelassen und wie viele davon angestellt? Wie stellt sich die Altersstruktur dar? Wie viele Neuzulassungen und Praxen gab es? Wie viele MVZ-Standorte sind investorengetragen? Wie hoch ist der Versorgungsgrad nach Bezirken? Reichen die Studienplatzkapazitäten in der Zahnmedizin aus? Wie viele ZFA gab es, verschärft sich der Fachkräftemangel, und wie ist die Lage bei Ausbildungsplätzen und Abbruchquote?
🔎 Was wurde geantwortet?
Laut Antwort der Senatsverwaltung, gestützt auf Angaben der KZV Berlin, waren zum 30.06.2025 2.190, zum 31.12.2025 2.181 und zum 31.03.2026 2.137 Zahnärztinnen und Zahnärzte zugelassen, zusätzlich 1.403 bis 1.450 angestellte Zahnärztinnen und Zahnärzte. Zum 31.12.2025 waren 30,45 % der Vertragszahnärzte (678 Personen) zwischen 60 und 69 Jahre alt, 5,88 % (131 Personen) 70 Jahre oder älter. 2024 gab es 57, 2025 80 Neuzulassungen. Die Zahl der Zahnarztpraxen sank von 2.041 (31.12.2024) auf 1.983 (31.03.2026). Die Zahl der MVZ stieg von 160 (2023) auf 163 (2025), investorengetragene MVZ sanken von 34 auf 29. Der Versorgungsgrad variiert stark zwischen den Bezirken, von 74,7 % in Spandau bis 194,7 % in Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin insgesamt bei 107,1 %. Die Mindestaufnahmekapazität für Zahnmedizin an der Charité wurde von 80 auf 60 Plätze pro Jahr gesenkt (Gesetzesänderung seit 07.03.2026); die tatsächlichen Kapazitäten lagen zuletzt bei rund 90-92 Plätzen pro Jahr. Der Senat geht davon aus, dass die Studienplatzzahl den mittelfristigen Bedarf decken wird. Im September 2025 gab es 10.188 sozialversicherungspflichtig beschäftigte ZFA (September 2024: 9.822). Laut Senat verschärft sich der Fachkräftemangel bei ZFA nicht, sondern hat sich leicht entspannt; die Bundesagentur für Arbeit führt den Beruf 2024 nur noch als „unter Beobachtung“, nicht mehr als Engpassberuf. 2025 gab es im Jahresdurchschnitt 147 offene ZFA-Stellen und 336 arbeitslose Bewerber für diesen Beruf; bundesweit wurden 7,53 % mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr, in Berlin 757 neue Verträge. 2025 meldeten sich 613 Bewerber auf 382 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen, davon blieben 30 unbesetzt; die Vertragslösungsquote lag 2024 bei 30,3 %.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde vom Abgeordneten Christian Zander (CDU) am 8. Mai 2026 eingereicht; die Antwort der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege liegt vor und datiert vom 21. Mai 2026, unterzeichnet in Vertretung von Ellen Haußdörfer. Die Daten zur Zahnärzteschaft stammen laut Senat von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin (KZV Berlin); zu Studienplatzkapazitäten in Brandenburg liegen dem Senat keine Informationen vor. Die Mindestaufnahmekapazität für Zahnmedizin an der Charité wurde durch eine Änderung des Berliner Universitätsmedizingesetzes (BerlUniMedG), die am 07.03.2026 in Kraft trat, von 80 auf 60 Plätze pro Jahr gesenkt. Angaben zum Fachkräftemangel bei ZFA stützen sich laut Senat auf die Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit, Berechnungen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung und Angaben der Bundeszahnärztekammer.