📄 Zukunft des historischen Bauernhauses Hauptstraße 136 im Ortsteil Rosenthal
📋 Worum geht es?
Die Anfrage betrifft das historische Bauernhaus Hauptstraße 136 im Berliner Ortsteil Rosenthal, das zum Dorfanger Rosenthal gehört und seit Ende der 1970er Jahre als Ensemble unter Denkmalschutz steht. Es geht um die Eigentumsverhältnisse, den baulichen Zustand des Gebäudes sowie um mögliche Nachnutzungen, unter anderem die Idee eines Stadtteilzentrums.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind der Bezirk Pankow, die landeseigene Immobiliengesellschaft BIM, die Untere Denkmalschutzbehörde, das Landesdenkmalamt (LDA) sowie der örtliche Bürgerverein Dorf Rosenthal e.V.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller möchte wissen: wem Grundstück und Gebäude gehören; ob und seit wann Denkmalschutz besteht und in welcher Form; in welchem baulichen Zustand sich das Gebäude befindet; welche Maßnahmen gegen weiteren Verfall ergriffen wurden; ob konkrete Nachnutzungspläne vorliegen; welche rechtlichen Eingriffsmöglichkeiten bei privatem Eigentum bestünden; ob ein Erwerb durch die öffentliche Hand erwogen wird; und wie der Senat die Idee eines Stadtteilzentrums für Rosenthal bewertet, insbesondere mit Unterstützung des Bürgervereins Dorf Rosenthal e.V.
🔎 Was wurde geantwortet?
Laut Antwort des Senats und des Bezirks Pankow gehört das Grundstück dem Land Berlin (SODA-Vermögen), vertreten durch die BIM. Das Wohnhaus (erbaut um 1870) und die Scheune (erbaut 1898) stehen seit Ende der 1970er Jahre als Teil des Denkmalbereichs (Ensemble) Dorfanger Rosenthal unter Denkmalschutz. Nach Kenntnis der BIM und der Unteren Denkmalschutzbehörde befindet sich das Wohnhaus in einem sehr desolaten Zustand; laut BIM-Auskunft von Anfang Mai 2026 ist der Innenbereich so marode, dass der beauftragte Bausachverständige das Haus nicht mehr sicher betreten kann. Frühere Pläne, das Grundstück im Tausch an die Evangelische Kirchengemeinde abzugeben oder dort einen Spielplatz zu errichten, wurden nicht umgesetzt, unter anderem weil die Kirchengemeinde seit November 2023 ein vorgesehenes Tauschgrundstück an der Uhlandstraße nicht verkaufen durfte. Das Clusterobjekt C 9118 wurde am 13.02.2025 in der 87. PFA-Sitzung behandelt; beschlossen wurde eine Vergabe im Erbbaurecht durch die BIM unter Beachtung von Stellungnahmen der Stadtplanung, Wirtschaftsförderung und Denkmalschutzbehörde sowie die Prüfung einer Direktvergabeempfehlung durch die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe (SenWEB). Die Untere Denkmalschutzbehörde klärt aktuell mit dem Landesdenkmalamt eine mögliche teilweise oder vollständige Abbruchgenehmigung. Dem Senat und dem Bezirk liegen keine konkreten Pläne zur Nachnutzung vor. Da das Gebäude im Landeseigentum steht, betrachtet der Bezirk Fragen zu Eingriffsmöglichkeiten gegenüber einem privaten Eigentümer sowie zu einem möglichen Erwerb als gegenstandslos. Der Senat sieht nach Lage der Dinge keine grundsätzlichen städtebaulichen oder planungsrechtlichen Hindernisse für eine Nutzung als Stadtteilzentrum, während der Bezirk mitteilt, im Clusterprozess sei bislang kein bezirklicher Fachbedarf für ein Stadtteilzentrum geltend gemacht worden.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde vom Abgeordneten Lars Bocian (CDU) am 8. Mai 2026 eingereicht; die Antwort des Senats datiert vom 26. Mai 2026 (Eingang 27. Mai 2026). Die Antworten beruhen teils auf eigenen Angaben des Senats, teils auf einer Stellungnahme des Bezirksamts Pankow, die als solche gekennzeichnet wiedergegeben wird. Genannt werden das Clusterobjekt C 9118, die 87. PFA-Sitzung vom 13.02.2025 sowie eine BIM-Auskunft von Anfang Mai 2026 zum Bauzustand. Eine abschließende denkmalrechtliche Klärung zu Abriss oder Erhalt steht laut Bezirksangabe noch aus.