📄 Goldene Brücken oder bröckelnde Brücken? Wie viel Mobilitätsvision steckt wirklich im Berliner Olympia-Konzept?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage betrifft die Mobilitäts- und Verkehrsplanungen im Zusammenhang mit der Berliner Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele unter dem Konzept BERLIN+. Die Fragestellerinnen wollen wissen, wie konkret die im Bewerbungskonzept genannten Vorhaben zu ÖPNV, Rad- und Fußverkehr, Regionalverkehr und Barrierefreiheit bereits ausgearbeitet sind und wie sie finanziert werden sollen. Der Senat antwortet, dass die meisten Details erst im für Ende Juni 2026 geplanten Bid-Book veröffentlicht werden.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind der Berliner ÖPNV (BVG, S-Bahn Berlin), der Regionalverkehr zwischen Berlin und Brandenburg sowie weiteren Austragungsorten wie Sachsen und Rostock, Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur, Bushaltestellen und deren Barrierefreiheit sowie die für die Bewerbung zuständigen Senatsverwaltungen.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerinnen erfragen unter anderem: ob es ein eigenes Verkehrskonzept für Olympia gibt, welche konkreten Investitionen in Bahn-, Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur geplant und finanziert sind, wie der Modal Split verändert werden soll, welche Kapazitätssteigerungen im ÖPNV und bei U-Bahn-Fahrzeugen (u.a. CBTC auf der U2) vorgesehen sind, wie der mit 445 Millionen Euro bezifferte Investitionsbudget-Ansatz erklärt wird, wer das Mobilitätskonzept erarbeitet hat, was unter der 'Berliner Mobilitätsstrategie 2030' zu verstehen ist, welche Maßnahmen zu 'Olympic Lanes' und Barrierefreiheit geplant sind und welche Ressourcen für eine goldene Brücke am Brandenburger Tor vorgesehen sind.
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat antwortet, dass die detaillierten Planungen zu BERLIN+ im Bid-Book dargestellt werden, dessen Veröffentlichung für Ende Juni 2026 vorgesehen ist; aktuell lägen nur strategische und konzeptionelle Leitlinien vor, keine operative Konkretisierung. Die Investitionsbedarfe im ÖPNV bestünden laut Senat unabhängig von einer Olympiabewerbung. Das Mobilitätskonzept wurde laut Senat in einer Projektgruppe unter Federführung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport erarbeitet, an der die Senatsverwaltung für Mobilität fachlich beteiligt war. Mit der 'Berliner Mobilitätsstrategie 2030' sei der Stadtentwicklungsplan Mobilität und Verkehr Berlin 2030 (StEP MoVe) gemeint. Laut Senat finden keine Taktausdünnungen bei der U-Bahn statt, vielmehr seien laut Entwurf des Nahverkehrsplans 2026-2028 zusätzliche Taktverdichtungen vorgesehen. Eine Entscheidung zu CBTC auf der U2 inklusive Zeit- und Kostenplan liege noch nicht vor. Die Beschaffungsplanung von U-Bahn-Wagen (762 neue Wagen bis 2030 laut Nahverkehrsplan-Entwurf) solle im Vorgriff auf eine Olympiabewerbung derzeit nicht erhöht werden; der Rahmenvertrag mit Stadler ermögliche aber weitere Abrufe bis 2030. Der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen liege in Zuständigkeit der Bezirke, werde aber über das Sondervermögen SIWA gefördert. Die Radschnellverbindung RSV 5 am Olympia-Park gehöre weiterhin zu den beplanten Projekten, zum weiteren Planungsstand wird auf die Antwort zu einer früheren Anfrage (19/25987) verwiesen.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von den Grünen-Abgeordneten Klara Schedlich und Antje Kapek eingereicht; eine Antwort der Landesregierung liegt vor (Antwort vom 02.06.2026, unterzeichnet von Staatssekretär Arne Herz, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt). Der Senat verweist auf die Drucksache 19/3220 sowie auf die Schriftliche Anfrage Nr. 19/25987. Genannte Zahlen: ein Investitionsbudget (Urban Development Budget) von 445 Millionen Euro für olympiabezogene Mobilitätsmaßnahmen laut Fragestellerinnen; 762 neue U-Bahn-Wagen bis 2030 laut Entwurf des Nahverkehrsplans 2026-2028. Die Veröffentlichung des Bid-Books BERLIN+ ist laut Senat für Ende Juni 2026 vorgesehen.