📄 Energetischer Sanierungsbedarf der LWU
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit dem energetischen Zustand der Berliner Wohngebäude und speziell mit dem Sanierungsbedarf der sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU): degewo, Gewobag, HOWOGE, GESOBAU, STADT UND LAND (SuL) und WBM. Es geht um die Frage, wie viel Geld diese Unternehmen bis 2030, 2040 und 2045 in energetische Sanierungen investieren müssen, um Klimaneutralität zu erreichen, und welche CO2-Einsparungen damit verbunden sind.
👥 Wer ist betroffen?
Die sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen Berlins (degewo, Gewobag, HOWOGE, GESOBAU, STADT UND LAND, WBM) sowie deren Mieterinnen und Mieter; außerdem die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller wollen wissen: 1) Welche Daten dem Senat zum energetischen Zustand der Berliner Wohngebäude und deren Energieeffizienzklassen vorliegen. 2) Wie hoch der Senat den energetischen Sanierungsbedarf bis zur Klimaneutralität 2045 schätzt. 3) Wie hoch bei den einzelnen LWU der geschätzte Gesamtsanierungsbedarf und dessen energetischer Anteil ist. 4) Welche Maßnahmen die LWU bis 2030 zu welchen Kosten und mit welchem CO2-Einsparungseffekt umsetzen. 5) Welche weiteren kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen zu welchen Kosten und Effekten möglich wären. 6) Welche Investitions- und CO2-Senkungspläne die LWU für die Zeit ab 2030 haben.
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat antwortet, dass ihm wegen fehlender digitaler Gebäudedatenbank nur eingeschränkt belastbare Daten zum energetischen Zustand der Wohngebäude vorliegen; verlässliche Schätzungen zum Sanierungsbedarf bis 2045 fehlen, der Berliner Wärmeplan soll bis Ende Juni 2026 beschlossen werden. Die LWU berichten in eigener Verantwortung: degewo hat rund 30% des Bestands noch nicht klimafit, plant bis 2030 rund 297 Mio. € Investitionen (28.388 t CO2/Jahr Einsparung), 2031-2040 rund 480 Mio. €, bis 2045 weitere 193 Mio. €. GESOBAU plant bis 2040 726 Mio. € Gesamtsanierungsbedarf (davon 418 Mio. € energetisch) und bis 2030 rund 37.000 t CO2-Einsparung. Gewobag plant Gesamtinvestitionen von 3,7 Mrd. € bis 2045 (1,5 Mrd. € energetisch), will CO2-Ausstoß von 27,3 kg CO2e/m² (2025) auf 22 kg (2030) und 3 kg (2045) senken, dafür bis 2030 0,8 Mrd. € und 2030-2045 weitere 2,9 Mrd. € (1,2 Mrd. € energetisch) investieren. HOWOGE plant jährlich rund 80 Mio. € Bestandsinvestitionen, davon 25-30% energetisch, ohne bezifferten CO2-Effekt. SUL plant bis 2035 966,6 Mio. € für komplexe Sanierungen (40% energetischer Anteil). WBM plant 2026-2030 rund 430 Mio. € Bestandssanierung, davon 228 Mio. € gemäß Klimapakt mit 11.946 t CO2-Einsparung bis 2030, sowie Sanierung von rund 1.700 Wohnungen (1.210 energetisch); zusätzlich rund 100.000 €/Jahr für geringinvestive Maßnahmen wie LED-Umstellung und hydraulischen Abgleich.
⚡ Einordnung
Eingereicht von den Abgeordneten Niklas Schenker und Michael Efler (Die Linke) am 12. Mai 2026, Antwort des Senats vom 2. Juni 2026 liegt vor. Der Senat verweist ergänzend auf die frühere Schriftliche Anfrage 19/22364. Die Antworten zu den LWU stammen laut Senat von den Unternehmen selbst in eigener Verantwortung (degewo, Gewobag, HOWOGE, GESOBAU, SuL, WBM) und wurden unverändert übernommen. Der Berliner Wärmeplan ist laut Senat gemäß Wärmeplanungsgesetz bis Ende Juni 2026 zu beschließen. Eine nationale Gebäudedatenbank gemäß Art. 22 EPBD ist laut Senat vom Bund einzurichten; ein Zeitpunkt der Verfügbarkeit ist dem Senat nicht bekannt.