📄 Massiver Ausbau des kleinen Stadions im Jahnsportpark für Olympia?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage der Fraktion Die Linke betrifft die Pläne des Senats, im Rahmen der Berliner Olympiabewerbung das „Kleine Stadion“ an der Cantianstraße im Jahnsportpark für olympische Hockey-Wettkämpfe stark zu vergrößern. Neben dem geplanten Stadionneubau mit 20.000 Plätzen soll dort ein zweites Wettkampffeld mit einer Kapazität von 10.000 Zuschauenden entstehen, obwohl das Kleine Stadion derzeit nur 800 Plätze bietet.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind der Jahnsportpark und das umliegende Gleimviertel in Berlin-Pankow, das Bezirksamt Pankow, sowie die Besucherinnen und Besucher der Sportstätten Großes Stadion, Kleines Stadion und Max-Schmeling-Halle während der Olympischen Spiele.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller wollen wissen: warum die Hockey-Wettkämpfe im Jahnsportpark angesiedelt wurden; warum neben dem Stadionneubau ein zweites Wettkampffeld mit 10.000 Plätzen nötig ist; wie groß die Zuschauerkapazität des Kleinen Stadions aktuell ist; auf welchem Weg und mit welchen Eingriffen die Kapazität auf 10.000 Plätze erhöht werden soll; ob das Bezirksamt Pankow zugestimmt hat; welche Auswirkungen auf das Gleimviertel erwartet werden; ob ein Parallelbetrieb der drei Sportstätten während der Spiele möglich ist; ob das Vorhaben mit dem Bebauungsplan 3-87 und dem Gestaltungs- und Entwicklungsleitfaden Jahnsportpark vereinbar ist; und ob nach den Spielen ein vollständiger Rückbau erfolgt.
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat (Senatsverwaltung für Inneres und Sport) antwortet: Der Jahnsportpark biete aus sportfachlicher Sicht die besten Bedingungen für die Hockey-Wettkämpfe. Zwei Wettkampffelder seien wegen der Turnierzeitpläne für die Olympischen Hockey-Wettkämpfe und das Unified-Sport-Hockeyturnier erforderlich. Die aktuelle Zuschauerkapazität des Kleinen Stadions liegt bei 800 Plätzen; sie soll durch temporäre Tribünen und temporäre Infrastruktur auf 10.000 Plätze erhöht werden, ohne dauerhafte bauliche Eingriffe. Formelle Zustimmungen der Bezirksämter seien im aktuellen Planungsstand nicht erforderlich; die Leitung des Jahnsportparks sei eingebunden. Dauerhafte Auswirkungen auf das Gleimviertel erwarte der Senat nicht, da die Erweiterungen temporär seien und nach den Spielen zurückgebaut würden. Ein Parallelbetrieb von Großem Stadion (20.000), Kleinem Stadion (10.000) und Max-Schmeling-Halle (9.500) werde für möglich gehalten, da Kapazitäten der Sportstätten und der Verkehrsinfrastruktur sowie Platz für Besuchendenführung vorhanden seien. Das Vorhaben sei mit dem Bebauungsplan 3-87 sowie dem Gestaltungs- und Entwicklungsleitfaden Jahnsportpark vereinbar, da keine dauerhaften Veränderungen vorgesehen seien. Nach Abschluss der Olympischen und Paralympischen Spiele erfolge ein vollständiger Rückbau der temporären Kapazitätserweiterungen auf den heutigen Bestand.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von den Abgeordneten Claudia Engelmann und Kristian Ronneburg (Die Linke) am 13. Mai 2026 eingereicht und ging am 18. Mai 2026 beim Abgeordnetenhaus ein. Die Antwort des Senats (Senatsverwaltung für Inneres und Sport, in Vertretung Franziska Becker) datiert vom 28. Mai 2026 und ging am 29. Mai 2026 ein. Die Regierung nennt folgende Zahlen: aktuelle Kapazität des Kleinen Stadions 800 Plätze, geplante temporäre Erhöhung auf 10.000 Plätze, Großes Stadion 20.000 Plätze, Max-Schmeling-Halle 9.500 Plätze. Der Senat verweist auf den festgesetzten Bebauungsplan 3-87 sowie den Gestaltungs- und Entwicklungsleitfaden Jahnsportpark als Prüfgrundlagen und erklärt, die geplanten Erweiterungen seien ausschließlich temporär und würden nach den Spielen vollständig zurückgebaut.