📄 Straftaten mit Schusswaffen
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der Entwicklung von Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen in Berlin zwischen 2019 und 2025. Erfragt werden Fallzahlen nach PKS-Hauptgruppen, die dabei am häufigsten verwendeten Waffenfabrikate und Munitionstypen sowie mögliche Zusammenhänge zum illegalen Waffenhandel.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind die Berliner Polizei und die Senatsverwaltung für Inneres und Sport als Datenquelle und Antwortgeber; thematisch betroffen sind Personen, die Opfer oder Tatverdächtige von Straftaten mit Schusswaffen waren.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller möchte wissen: (1) wie viele Straftaten mit Schusswaffen (gedroht/geschossen) 2019 bis 2025 sowie in den ersten vier Monaten 2026 in Berlin erfasst wurden, aufgeschlüsselt nach PKS-Hauptgruppen und führenden Delikten; (2) welche drei Fabrikate und Munitionstypen bei Straftaten am häufigsten erfasst wurden; (3) ob dem Senat eine Korrelation zwischen dem Anstieg des Schusswaffengebrauchs im öffentlichen Raum und bestimmten Waffenmodellen bekannt ist und welche Erkenntnisse zum illegalen Waffenhandel durch Organisierte Kriminalität oder sogenannte „Clankriminalität“ (Formulierung des Fragestellers) vorliegen.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet mit Tabellen der PKS Berlin: Die Gesamtzahl der Straftaten mit Schusswaffen (gedroht/geschossen) betrug 2019: 658, 2020: 623, 2021: 561, 2022: 660, 2023: 704, 2024: 666 und 2025: 1.119 Fälle; die Senatsverwaltung weist jedoch darauf hin, dass die Werte für 2025 wegen einer seit 1. Januar 2025 geänderten Erfassungsmethode nicht direkt mit den Vorjahren vergleichbar sind. Führende Delikte waren in absteigender Reihenfolge Verstöße gegen das Waffengesetz, Bedrohungen und Körperverletzungen. Die Zahl der Tatverdächtigen mit mitgeführter Schusswaffe lag 2019 bei 1.718, 2020 bei 1.628, 2021 bei 1.618, 2022 bei 1.472, 2023 bei 1.565, 2024 bei 1.849 und 2025 (methodisch verändert erhoben) bei 946. Zu Frage 2 (häufigste Fabrikate/Munitionstypen) antwortet der Senat, dass diese Daten im automatisierten Verfahren der Polizei Berlin nicht recherchierbar seien. Zu Frage 3 erklärt der Senat, eine valide Bewertung des Zusammenhangs zwischen dem Anstieg des Schusswaffengebrauchs und bestimmten Waffenmodellen sei wegen fehlender statistischer Datenbasis nicht möglich; der illegale Waffenhandel lasse sich keinem einzelnen Täter- oder Milieubereich exklusiv zuordnen, bundesweit gelte er für Gruppierungen der Organisierten Kriminalität eher als Begleitaktivität, während in Berlin 2024 drei OK-Ermittlungskomplexe Waffenhandel/-schmuggel als Hauptaktivität und ein Komplex als Nebenaktivität aufwiesen.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde vom Abgeordneten Antonín Brousek am 15. Mai 2026 eingereicht und von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport (in Vertretung durch Christian Hochgrebe) am 27. Mai 2026 beantwortet. Die Daten stammen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) Berlin, die laut Antwort tatortbezogen erfasst und jährlich zum Jahresende festgeschrieben wird; unterjährige PKS-Daten für 2026 liegen demnach erst Anfang 2027 vor, weshalb die Anfrage zu den ersten vier Monaten 2026 nicht beantwortet werden konnte. Die Senatsverwaltung weist explizit auf eine methodische Zäsur zum 1. Januar 2025 hin (verpflichtende Erfassung der „Art der Waffenverwendung“), die die Vergleichbarkeit der Fallzahlen 2025 mit den Vorjahren einschränkt. Zu Frage 2 liegen laut Senat keine recherchierbaren automatisierten Daten vor. Die Begriffe „Organisierte Kriminalität“ und „Clankriminalität“ stammen aus der Fragestellung des Abgeordneten; der Senat nennt für 2024 konkret drei OK-Ermittlungskomplexe mit Waffenhandel/-schmuggel als Hauptaktivität und einen als Nebenaktivität.