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BerlinSchriftliche AnfrageCDU

📄 Stadtrendite queerer Veranstaltungen

30. Juni 2026Dokument 19/26269 · WP 19Berlin
Lisa Knack
StadtrenditeTourismusCSDqueere VeranstaltungenÜbernachtungszahlen
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Anfrage befasst sich mit der sogenannten Stadtrendite queerer Großveranstaltungen in Berlin, also deren wirtschaftlichem Nutzen für die Stadt. Die Fragestellerin verweist darauf, dass der CSD jährlich rund eine Million Menschen nach Berlin locke und auch das Lesbisch-schwule Stadtfest, Folsom Europe und weitere queere Großveranstaltungen touristisch relevant seien. Gefragt wird, ob diese wirtschaftlichen Effekte gemessen werden, ob entsprechende Studien existieren oder geplant sind, und welche Zahlen zu Übernachtungen und Tourismuseffekten vorliegen.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind die Berliner Tourismus- und Veranstaltungswirtschaft, die Veranstalter queerer Großveranstaltungen (u.a. Berliner CSD, Lesbisch-schwules Stadtfest, Folsom Europe, Easter Berlin), die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragestellerin möchte wissen: 1) Ob die Stadtrendite queerer Großveranstaltungen gemessen wird und ob interne oder externe Studien dazu vorliegen. 2) Ob entsprechende Erhebungen oder eine umfassende Studie geplant sind. 3) Welche grundsätzlichen Erkenntnisse das Land Berlin gewonnen hat. 4) Welche gesamtwirtschaftlichen Effekte und Nettoeffekte von in- und ausländischen Touristen bekannt sind. 5) Welcher Zusammenhang zwischen Übernachtungszahlen und dem Pridemonth besteht. 6) Wie stark Übernachtungen während CSD, Lesbisch-schwulem Stadtfest und Folsom Europe in den letzten drei Jahren gestiegen sind. 7) Was die Primäreffekte (Ticketverkäufe, Hotelübernachtungen, Gastronomie, ÖPNV, Einzelhandel) sind und wie sie bewertet werden. 8) Wie der gesellschaftliche Mehrwert (Standortattraktivität, Imageeffekt, Einbindung lokaler Akteure) bewertet wird.

🔎 Was wurde geantwortet?

Der Senat antwortet, dass aktuellere Erkenntnisse zur Stadtrendite queerer Großveranstaltungen über die Antwort auf die Schriftliche Anfrage Nr. 18/22995 vom 12.03.2020 hinaus nicht vorliegen; das Stadtrendite-Modell werde in Berlin hauptsächlich für Sportgroßveranstaltungen genutzt, nicht für kulturelle Veranstaltungen. Derzeit seien keine eigenen Erhebungen des Senats geplant, da laut Senat die wirtschaftliche Bedeutung der LGBTIQ+-Community für Berlin bereits gut dokumentiert sei. Laut Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg planen Veranstalter von CSD, Lesbisch-schwulem Stadtfest, Folsom Europe und Easter Berlin für 2026 eigene Datenerhebungen per Besucherbefragung zu Herkunft, Aufenthaltsdauer, Übernachtungsverhalten und Ausgaben. Laut der Studie „Tourismus-Satellitenkonto Berlin 2023“ des DIW Econ gaben Berlin-Gäste 2023 insgesamt 15,1 Milliarden Euro aus, was Bruttowertschöpfungseffekte von 8,4 Milliarden Euro (4,6 Prozent der Berliner Wirtschaftsleistung) auslöste; inländische Übernachtungsgäste gaben im Schnitt 197,50 Euro pro Tag aus, internationale Gäste 191,50 Euro. Von den touristischen Ausgaben entfielen 21,5 Prozent auf Einzelhandel, 20,2 Prozent auf Gastronomie, 17,3 Prozent auf Beherbergung, 9,1 Prozent auf Kultur- und Freizeitangebote und 7,9 Prozent auf öffentlichen Verkehr. Zu Übernachtungszahlen nennt der Senat für Juli und September der Jahre 2023 bis 2025: Juli 2.973.961 (2023), 2.971.734 (2024), 2.918.007 (2025); September 2.799.949 (2023), 2.746.507 (2024), 2.576.773 (2025). Der Senat weist darauf hin, dass sich daraus keine unmittelbaren Rückschlüsse auf den Einfluss einzelner Veranstaltungen ziehen lassen, da im selben Zeitraum weitere Events stattfinden; den insgesamt festgestellten Rückgang der Übernachtungszahlen führt der Senat auf mehrere Ursachen zurück, u.a. geopolitische Lage, Konsumzurückhaltung und Konnektivität.

⚡ Einordnung

Die Anfrage wurde von der CDU-Fraktion (Abgeordnete Lisa Knack) eingereicht; eine Antwort der Landesregierung liegt vor (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, unterzeichnet durch Michael Biel in Vertretung, Datum 19.06.2026). Der Senat verweist auf eine frühere Schriftliche Anfrage Nr. 18/22995 vom 12.03.2020 sowie auf die Studie „Tourismus-Satellitenkonto Berlin 2023“ des DIW Econ als Datenquelle. Laut Senat sind derzeit keine eigenen Stadtrendite-Erhebungen zu queeren Veranstaltungen geplant; laut Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg planen mehrere Veranstalter für 2026 eigene Datenerhebungen mittels Besucherbefragung.

Quelle: Berlin, Dokument 19/26269, Wahlperiode 19, eingereicht 5. Juni 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.