📄 Zukunft der „Berliner Jungs“ in Treptow-Köpenick - droht das Aus eines zentralen Angebots gegen sexuelle Gewalt an Jungen und jungen Männern?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage betrifft das Projekt „berliner jungs“ des Trägers HILFE-FÜR-JUNGS e. V., das Prävention, Beratung und Fortbildung zu sexualisierter Gewalt gegen Jungen und junge Männer anbietet. Der Fragesteller befürchtet laut eigener Vorbemerkung, dass der laufende Zuwendungsbescheid Mitte 2026 auslaufe und eine Anschlussfinanzierung über das Flexibudget des Bezirks Treptow-Köpenick nicht bewilligt werden könnte, da dieses Instrument eigentlich der Vermeidung von Erziehungshilfen diene.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind das Projekt „berliner jungs“ und der Träger HILFE-FÜR-JUNGS e. V., der Bezirk und das Jugendamt Treptow-Köpenick, die Berliner Parkeisenbahn (BPE) sowie Jungen und junge Männer, die von sexualisierter Gewalt betroffen oder bedroht sind.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Gefragt wird unter anderem: Welche Kenntnisse hat der Senat über die Arbeit des Projekts, insbesondere in Treptow-Köpenick? Welche Aufgaben, Leistungen und Zielgruppen sind bekannt? Wie bewertet der Senat die fachliche Bedeutung solcher Angebote? Welche Erkenntnisse gibt es zur Zusammenarbeit mit dem Bezirk, u. a. bei der Berliner Parkeisenbahn? Aus welchen Haushaltsmitteln wurde das Projekt seit 2020 gefördert? Wie viele vergleichbare Angebote gibt es in Berlin? Welche Verantwortung sieht der Senat bei sich selbst für die Sicherung solcher Angebote?
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat antwortet, dass das Projekt „berliner jungs“ seit Jahrzehnten eine gesamtstädtische Zuwendung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) erhält und Teil des „Netzwerks Kinderschutz“ (Senatskonzept von Februar 2007, MzK Drs. 16/0285) ist. Seit 2011 kooperierte das Projekt mit dem Bezirk Treptow-Köpenick und der Berliner Parkeisenbahn, nachdem 2011 Fälle sexualisierter Gewalt durch erwachsene Beschäftigte bekannt wurden; es entstanden Schutzmaßnahmen wie erweiterte Führungszeugnisse, eine Kinderschutzbeauftragte und das Projekt „Parkeisenbahner stark machen gegen Gewalt!“. Seit 2023 koordiniert der Kinderschutzbeauftragte der tjfbg gGmbH das Kinderschutzkonzept der BPE. Die Förderung aus dem Einzelplan 10 stieg von 153.511 € (2020) auf 220.432 € (2026). Zusätzlich fördert die SenBJF die Anlaufstelle „subway“ desselben Trägers mit 235.989 € (2026). Für erwachsene Zielgruppen fördert die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege (SenWGP) die Beratungsstelle „berliner jungs“ mit rund 204.000 € (knapp 2 Vollzeitstellen) und „subway“ mit rund 243.000 € (knapp 3 Vollzeitstellen); zudem wird der Träger Tauwetter e. V. mit drei Vollzeitstellen (2026) gefördert. Der Bezirk Treptow-Köpenick teilt mit, die Zusammenarbeit sei vertrauensvoll und fachlich positiv, und habe sich im Rahmen des neuen Flexibudget-Rahmenkonzepts für eine Fortführung des Angebots positioniert und ein Angebotsportrait bei der Senatsverwaltung eingereicht. Zur konkreten Frage, ob die künftige Finanzierung über das Flexibudget gesichert ist, äußert sich die Antwort nicht explizit.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde vom SPD-Abgeordneten Alexander Freier-Winterwerb eingereicht; eine Antwort des Senats liegt vor (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, datiert 25. Juni 2026). Die Befürchtung eines möglichen Förderstopps über das Flexibudget stammt aus der Vorbemerkung des Fragestellers und wird vom Senat in der Antwort nicht bestätigt oder widerlegt. Die Antwort verweist auf das Senatskonzept „Netzwerk Kinderschutz“ (MzK Drs. 16/0285, Februar 2007) und nennt konkrete Fördersummen für die Jahre 2020 bis 2026 aus dem Einzelplan 10 sowie Fördersummen der SenWGP aus dem Einzelplan 9.