📄 HipHop,Volksbad und Baustellen „in Concert“ – für wen, wer zahlt?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit drei unterschiedlichen Berliner Kulturveranstaltungen bzw. -projekten: dem HipHop Ball im Roten Rathaus, dem geplanten temporären Schwimmbad „Volksbad“ vor der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz sowie den Baustellenkonzerten im Zuge der Sanierung der Komischen Oper Berlin. Im Zentrum stehen jeweils die Fragen, welche Kosten entstanden bzw. geplant sind, wer diese trägt und welche Einnahmen erzielt werden.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind das Land Berlin (Senatskanzlei, Berliner Immobilienmanagement GmbH), die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die Komische Oper Berlin (Stiftung Oper in Berlin) sowie Besucherinnen und Besucher der jeweiligen Veranstaltungen.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin fragt unter anderem: Welche Kosten entstanden dem Land Berlin durch den HipHop Ball 2025/2026 und welche Gebühren zahlte der Veranstalter? Wie hoch sind die Gesamtkosten des geplanten „Volksbads“, wer trägt Planung, Aufbau, Betrieb und Rückbau, welche öffentlichen Mittel und Drittmittel fließen, welche Besucherzahlen werden erwartet? Wie hoch waren die Kosten, Einnahmen und Besucherzahlen der Baustellenkonzerte der Komischen Oper 2024 bis 2026, welche Gesamtkosten und Kostensteigerungen gibt es bei der Sanierung, und welche Prognose besteht zu Fertigstellungskosten und -termin?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet mit konkreten Zahlen: Für den HipHop Ball zahlte der Veranstalter eine Nutzungsgebühr von 7.000 €, wovon das Land 30 % für Erhalt und Instandsetzung erhält; Sponsoren waren dem Senat nicht bekannt, Personalkosten werden nicht einzelnen Veranstaltungen zugeordnet. Für das „Volksbad“ werden Gesamtkosten von ca. 300.000 € aus dem laufenden Haushalt der Volksbühne kalkuliert, davon ca. 30.000 € für Rettungsschwimmer und ca. 75.000 € für Sicherheitsdienste; Gespräche mit Drittmittelgebern laufen, Eintrittseinnahmen sind wegen des nicht-kommerziellen Charakters nicht vorgesehen; erwartet werden insgesamt ca. 33.000 Besucherinnen und Besucher über den Projektzeitraum. Die Baustellenkonzerte der Komischen Oper kosteten 321,30 € (2024), 6.585,11 € (2025) und 5.148,59 € (2026), bei Besucherzahlen von 84, 172 und 179 Personen und Ticketeinnahmen von 0 €, 3.425 € bzw. 5.160 €; zusätzlich wurden 58.179 € Spenden für das Infocenter Unter den Linden eingeworben. Die Gesamtkosten der Sanierung/Erweiterung der Komischen Oper werden laut geprüften Bauplanungsunterlagen mit 476.489 T€ veranschlagt (28.979 T€ vorgezogene Maßnahmen, 447.510 T€ Hauptmaßnahme), gegenüber ursprünglich 227.000 T€ im geprüften Bedarfsprogramm (2018); die Steigerung wird mit Planungskonkretisierungen (94,3 Mio. €) und Baupreiskostenindex-Steigerung (116,1 Mio. €) begründet. Für 2026 wurden von der Stiftung Oper in Berlin 10 Mio. € Eigenmittel für die Fortführung der Hauptmaßnahme bereitgestellt; belastbare Aussagen zu Fertigstellungskosten und -termin kann der Senat derzeit nicht treffen.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der Abgeordneten Dunja Wolff (SPD) eingereicht; die Antwort des Senats liegt vor (Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, unterzeichnet von Cerstin Richter-Kotowski in Vertretung, Berlin, 24.06.2026). Für Teile der Antwort hat der Senat Stellungnahmen der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und der Komischen Oper Berlin – Stiftung Oper in Berlin – eingeholt, da er die Sachverhalte nicht aus eigener Zuständigkeit beantworten konnte. Konkrete Zahlen wie Nutzungsgebühren, Projektkosten, Besucherzahlen und Sanierungskosten nennt der Senat wie in den Findings dargestellt, mit Verweis auf geprüfte Planungsunterlagen (Bedarfsprogramm 2018, Vorplanungsunterlagen 2023, Bauplanungsunterlagen 2023/2025) und den Doppelhaushaltsplan 2026/2027.