📄 Auseinanderreißen der Schulgemeinschaft durch Reisebetrieb für einzelne Schulklassen?
📋 Worum geht es?
Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf werden zum Schuljahr 2026/2027 zwei neue 7. Klassen eingerichtet, die formal der Max-von-Laue-Schule (ISS) zugeordnet, aber überwiegend am Standort des Oberstufenzentrums (OSZ) Louise Schröder am Ostpreußendamm unterrichtet werden. Hintergrund ist der geplante Neubau einer Integrierten Sekundarschule (ISS) auf dem Grundstück Ostpreußendamm 108 im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive, der laut Senat Anfang 2027 beginnen und im Schuljahr 2027/28 fertiggestellt werden soll. Die Fragestellerin thematisiert, ob dadurch die Schulgemeinschaft der Max-von-Laue-Schule auseinandergerissen wird.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind die Schülerinnen und Schüler der beiden neuen 7. Klassen (12 bis 13 Jahre alt), die Schulleitungen der Max-von-Laue-Schule und des OSZ Louise Schröder, das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, die regionale Schulaufsicht sowie die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin fragt: 1) Auf welcher Grundlage und von wem wurde entschieden, zwei 7. Klassen der ISS Max von Laue an das OSZ Louise Schröder zu verlegen? 2) Welche Alternativstandorte wurden geprüft und warum verworfen? 3) Wie wurde die Schulleitung der Max-von-Laue-Schule einbezogen, welche Einwände brachte sie vor und wie wurden diese adressiert? 4) Wie ist die schulische Organisation und gibt es ein pädagogisches Betreuungskonzept? 5) Welches Beförderungskonzept oder welche Begleitmaßnahmen sind für den rund 3,5 km langen, etwa 25-minütigen Schulweg vorgesehen?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Senatsverwaltung antwortet, es handele sich nicht um eine Verlegung bestehender Klassen, sondern um die Neueinrichtung zweier 7. Klassen, die formal der Max-von-Laue-Schule zugeordnet, aber am OSZ Louise Schröder unterrichtet werden – als temporäre Lösung für maximal zwei Schuljahre bis zur Eröffnung der neuen ISS Ostpreußendamm. Rechtliche Grundlage seien §54 i.V.m. §56 Schulgesetz Berlin sowie §5 Sek-I-VO; zuständig für Klasseneinrichtung und Schulplatzvergabe sei das Bezirksamt, abgestimmt mit Schulaufsicht und Schulleitungen. Am 4.6.2026 fand eine Sitzung von Bezirksamt, Schulaufsicht und Schulleitungen statt, am 5.6.2026 Gespräche zwischen Schulleiterin und Schulrat sowie eine Telefonkonferenz; am 19.6.2026 eine Elterninformationsveranstaltung am OSZ. Die Schulleiterin wies auf herausfordernde Personalplanung und die ungewöhnliche Situation für die Schüler hin. Das OSZ stellt Klassen-, Fach- und Computerräume sowie Turnhalle und Sportplätze zur Verfügung. Ein Beförderungskonzept oder Begleitmaßnahmen für den Schulweg sind laut Senat nicht vorgesehen, da es in der Berliner Sek I keine Einschulungsbereiche gibt und längere Wegstrecken grundsätzlich erwartet würden.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der Abgeordneten Cornelia Seibeld (CDU) am 18. Juni 2026 eingereicht; die Antwort der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie liegt vor (datiert 1. Juli 2026, unterzeichnet in Vertretung von Dr. Torsten Kühne). Genannte Fristen: Baubeginn der neuen ISS Ostpreußendamm Anfang 2027, Fertigstellung im Schuljahr 2027/28; die temporäre Lösung ist auf maximal zwei Schuljahre begrenzt. Rechtsgrundlagen laut Senat: §54 und §56 Schulgesetz Berlin, §5 Sek-I-VO. Genannte Termine: Sitzung am 4.6.2026, Gespräch/Telefonkonferenz am 5.6.2026, Elternveranstaltung am 19.6.2026. Die von der Fragestellerin genannte Wegstrecke von etwa 3,5 Kilometern bzw. rund 25 Minuten ÖPNV-Fahrtzeit stammt aus der Fragestellung und wird vom Senat nicht bestritten.