📄 Viel Lärm auf der U1/U3, spezifisch am Wassertorplatz
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der Lärmbelastung durch den U-Bahn-Betrieb auf dem Hochbahnviadukt der Linien U1/U3, insbesondere im Bereich zwischen U-Bahnhof Prinzenstraße und Kottbusser Tor nahe dem Wassertorplatz. Es geht um Beschwerden von Anwohnenden, mögliche rechtliche Folgen, Ursachen der Lärmentwicklung und geplante Gegenmaßnahmen.
👥 Wer ist betroffen?
Anwohnende entlang des Hochbahnviadukts der U1/U3 zwischen U-Bahnhof Prinzenstraße und Oberbaumbrücke, insbesondere im Bereich Wassertorplatz; die BVG als Betreiberin; die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller fragen unter anderem: Wie viele Lärmbeschwerden gingen in den letzten 12 Monaten für die Abschnitte Prinzenstraße–Kottbusser Tor und Kottbusser Tor–Oberbaumbrücke ein? Gab es Klagen mit Schmerzensgeldzahlungen? Wann und mit welchem Ergebnis wurden Lärmmessungen durchgeführt, und sind weitere geplant? Wie erklärt sich der Senat die gestiegene Lärmbelastung? Welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt bzw. sind geplant? Welche Lärmgrenzwerte werden angestrebt und welche Kompensationsmöglichkeiten gibt es? Besitzt die BVG nur einen Schleifzug, und ist dieser defekt? Wann wird das Schienenschleifen nachgeholt? Warum ist der Streckenabschnitt immer wieder fehlerhaft? Waren Bezirksverwaltungen beteiligt und mit welcher Frist?
🔎 Was wurde geantwortet?
Laut Antwort der BVG gingen in den letzten 12 Monaten 35 Kundenhinweise zu Lärmimmissionen im Abschnitt Prinzenstraße–Warschauer Straße und 12 im Abschnitt Kottbusser Tor–Oberbaumbrücke ein. Es gab weder gegenüber dem Senat noch gegenüber der BVG Klagen mit Schmerzensgeldzahlungen. Der Senat führt keine gesonderten Lärmmessungen durch, sondern turnusmäßige zustandsbezogene Infrastrukturüberprüfungen, bei denen auch das akustische Verhalten bewertet wird. Als Ursache der gestiegenen Lärmbelastung wurden bei einer örtlichen Begutachtung vermehrte Riffelbildung und vereinzelte eingefahrene Schienenstöße festgestellt. Geprüfte, aber noch nicht final geplante Maßnahmen sind: Einbau von Schienenstegdämpfern, zusätzliche stationäre Schmieranlagen gegen Kurvenquietschen, verstärktes anlassunabhängiges Glattschleifen in den Sommermonaten, und Auffüllen der Brückenfelder mit Schotter. Zu Grenzwerten und Kompensationsmöglichkeiten verweist die Antwort auf die frühere Schriftliche Anfrage Nr. 17/19432. Die BVG verfügt laut Antwort über zwei Schleifzüge; einer war aufgrund technischer Einschränkungen zuletzt nicht einsatzfähig und sollte Anfang Juli 2026 wieder einsatzbereit sein. Als Grund für die wiederkehrenden Fehler im Abschnitt Prinzenstraße–Kottbusser Tor nennt die BVG eine vom Standardoberbau abweichende Bauweise ohne Schotterbettung sowie mehrere unmittelbar aufeinanderfolgende Gleisbögen, die Schwingungs-, Geräusch- und Kurvengeräuschverhalten beeinflussen. Es wurde keine Bezirksverwaltung um Stellungnahme gebeten.
⚡ Einordnung
Eingereicht von den Abgeordneten Katrin Schmidberger und Antje Kapek (Bündnis 90/Die Grünen) am 18. Juni 2026; die Antwort des Senats liegt vor, datiert auf den 6. Juli 2026, unterzeichnet in Vertretung von Andreas Kraus (Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt). Mehrere Antworten stammen direkt von der BVG, die vom Senat um Stellungnahme gebeten wurde. Genannte Zahlen: 35 Kundenhinweise im Abschnitt Prinzenstraße–Warschauer Straße, 12 im Abschnitt Kottbusser Tor–Oberbaumbrücke (jeweils letzte 12 Monate). Zu Grenzwerten und Kompensation wird auf die frühere Schriftliche Anfrage Nr. 17/19432 verwiesen. Keine Bezirksverwaltung war beteiligt.