📄 Stand der Beschulung geflüchteter Kinder und Jugendlicher in Gemeinschaftsunterkünften (Teil 3)
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt den Stand der schulischen Versorgung geflüchteter Kinder und Jugendlicher, die in Gemeinschaftsunterkünften in Berlin untergebracht sind, insbesondere an den Standorten ehemaliger Flughafen Tegel und ehemaliger Flughafen Tempelhof. Es geht um Schülerzahlen, Personal, Ausstattung und die künftige Planung dieser gesonderten Schulangebote sowie um eine geplante neue Willkommensschule in der Hasenheide 28.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind schulpflichtige geflüchtete Kinder und Jugendliche in den Notunterkünften Tegel (Terminal C) und Tempelhof (Columbiadamm/Hangars), die Lehrkräfte und weiteres Personal der Willkommensschulen TXL und Tempelhof, sowie künftig Kinder in der geplanten Unterkunft Hasenheide 28.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller erkundigen sich unter anderem nach der Zahl schulpflichtiger Kinder in den Unterkünften Tegel und Tempelhof, der Zahl der beschulten bzw. wartenden Kinder, dem Personalstand der Willkommensschulen, dem Ganztags- und Sportangebot, den Zukunftsplänen des Senats für die Standorte, dem Stand der geplanten Willkommensschule Hasenheide, dem Zugang zu Beratungsangeboten wie SIBUZ sowie danach, warum nicht stattdessen freie Plätze an umliegenden Regelschulen (u.a. in Nordneukölln) genutzt werden und ob eine integrative Beschulung an Regelschulen nicht besser wäre als an gesonderten Standorten.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet, dass in der Notunterkunft Tegel 13 schulpflichtige Kinder leben und 137 Kinder in der Willkommensschule TXL beschult werden (42 Grundstufe, 95 Sekundarstufe I), ohne Warteliste; dort arbeiten 37 Lehrkräfte (davon 16 nach Herkunftslandrecht, 11 ohne volle Lehrbefähigung), fünf Erziehende, ein Schulpsychologe und drei Sozialarbeitende. Der Standort P10 wurde wegen sinkender Schülerzahlen aufgegeben, die Schule läuft nur noch am Saatwinkler Damm, eigene Sportflächen fehlen. In der Notunterkunft Tempelhof sind laut LFU-Statistik acht Kinder untergebracht, an der Willkommensschule Tempelhof werden 52 Kinder beschult (29 Grundschule, 23 Sekundarstufe I) mit 12 Lehrkräften (drei ohne volle Lehrbefähigung), keine unbesetzten Stellen. 45 Schülerinnen und Schüler besuchen die Schule weiter, obwohl ihre Familien inzwischen anderswo untergebracht sind. Die geplante Willkommensschule Hasenheide 28 soll laut Senat nach den Herbstferien 2026 mit Kapazität für bis zu 75 Schülerinnen und Schüler starten; die Fertigstellung der Räume erfolgte im Mai 2026. Der Senat begründet die gesonderte Beschulung in den Unterkünften damit, dass freie Plätze an umliegenden Regelschulen nicht ausreichen, um den Bedarf verlässlich und dauerhaft zu decken.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von den Abgeordneten Franziska Brychcy und Katina Schubert (Die Linke) am 18.6.2026 eingereicht; die Antwort der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie liegt vor (datiert 6.7.2026). Es handelt sich laut Dokument um Teil 3 einer Anfragenreihe zum selben Thema. Die genannten Zahlen (Schülerzahlen, Personal, Kapazitäten) stammen aus Stichtagsangaben der Senatsverwaltung (19.06.2026 bzw. 23.06.2026) sowie aus einer Statistik des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten und Unterbringung (LFU).