📄 Verkehrssicherheit von Fußgänger*innen in Neukölln
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit der Verkehrssicherheit von Fußgänger*innen im Berliner Bezirk Neukölln. Es geht um den Stand von Querungshilfen und Fußgängerüberwegen, um die Entschärfung von Unfallschwerpunkten, um Bordsteinabsenkungen und Barrierefreiheit sowie um konkrete gefährliche Kreuzungen und die Schulwegsicherheit an einzelnen Standorten.
👥 Wer ist betroffen?
Fußgänger*innen in Neukölln, insbesondere Kinder auf dem Schulweg (z. B. an der Grundschule am Koppelweg), Senior*innen und andere schutzbedürftige Verkehrsteilnehmende sowie Anwohner*innen an den genannten Kreuzungen und das Bezirksamt Neukölln.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller*innen fragen unter anderem: Wie ist der Umsetzungsstand des Querungshilfen-Sofortprogramms? Welche Unfallschwerpunkte wurden seit 2023 entschärft bzw. sollen 2026 entschärft werden? Welche Kreuzungen wurden bzw. werden mit Mitteln aus dem Gehweg-/Bordsteinabsenkungsprogramm umgestaltet? Wie sicher ist die Kreuzung Silbersteinstraße/Bendastraße? Welche Maßnahmen sind für die Bushaltestelle „Am Brandpfuhl“ an der Grundschule am Koppelweg geplant? Welche Unfallhäufungsstellen bearbeitet die Unfallkommission in Neukölln? Wann werden die Ampelphasen an der Hermannstraße/Karlsgartenstraße angepasst? Wie ist der Planungsstand für den Hermannplatz? Wann kommt ein Fußgängerüberweg bzw. eine Ampel an der Blaschkoallee/Riesestraße? Werden Rad- und Fußgängerfurten an der Hermannstraße/Flughafenstraße rot eingefärbt? Wie ist der Stand des Fußverkehrsplans?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt antwortet: Der Fußgängerüberweg Emser Straße/Ilsestraße soll voraussichtlich im 2. Quartal 2027 gebaut werden. Am Unfallschwerpunkt Sonnenallee/Saalestraße wurden 2025 Mittelstreifen, Lichtzeichenanlage und Markierungen angepasst. An der Hermannstraße/Thomasstraße ist eine neue Lichtzeichenanlage in Umsetzung. Ein Gehweg-Sanierungsprogramm ist dem Senat nicht bekannt; unter Annahme des Bordsteinabsenkungs-Programms sind sieben Standorte in Neukölln priorisiert, deren Freigabedatum jeweils noch offen ist. 2026 werden aus dem Titel „Maßnahmen zur Verbesserung des Fußverkehrs“ der Umbau Hertastraße/Kranoldstraße (begonnen) sowie ein barrierefreier Ausbau von Gehwegen in drei Planungsabschnitten (abgeschlossen) finanziert. An der Kreuzung Silbersteinstraße/Bendastraße gibt es laut Senat bereits eine Lichtzeichenanlage und Tempo 30; ein dringender Handlungsbedarf besteht nach seiner Einschätzung nicht. Für die Bushaltestelle „Am Brandpfuhl“ prüft eine Arbeitsgruppe eine Querungshilfe; eine aktuelle Gefahrenlage sei dem Senat dort nicht bekannt. Die Unfallkommission hat acht Knotenpunkte in Neukölln bearbeitet, u. a. Sonnenallee/Ziegrastraße, Hermannstraße/Herfurthstraße-Werbellinstraße und Oberlandstraße/BAB 100 (nach einem tödlichen Unfall); für Neuköllner Straße/Zwickauer Damm/Stubenrauchstraße ist ein Umbau der Lichtzeichenanlage für 2027 vorgesehen, mit einem Finanzierungsbedarf von 180.000 €. Die Ampelumplanung Hermannstraße/Karlsgartenstraße ist Teil der Radverkehrsanlage Hermannstraße (Bauabschnitt 3), angestrebtes Umsetzungsziel ist laut Bezirk das 3. Quartal 2027. Der Senat erläutert, dass die geltende RiLSA-Richtlinie eine Grünphase nur für zwei Drittel der Furtlänge vorsieht, was kein Mangel sei. Die Umgestaltung des Hermannplatzes hängt mit der geplanten Straßenbahnstrecke Warschauer Straße–Hermannplatz zusammen; das Bezirksamt hat dafür Mittel in der Investitionsplanung 2032–2036 vorgesehen, konkrete Gestaltungsvorgaben gebe es noch nicht. Der Neubau der Lichtsignalanlage an der Blaschkoallee/Riesestraße ist laut Senat aufgrund der Haushaltslage derzeit nicht umsetzbar. Beim Umbau der Lichtzeichenanlage Hermannstraße/Flughafenstraße im Zuge des 3. Bauabschnitts der Radverkehrsanlage ist auch eine Roteinfärbung der Radverkehrsfurten vorgesehen. Der Fußverkehrsplan wurde erarbeitet und einer SUP-Vorprüfung unterzogen (nicht prüfpflichtig); seine Einbringung als Senatsvorlage ist für die laufende Legislaturperiode vorbereitet, enthält aber laut Senat keine bezirksspezifischen Maßnahmen.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von den Grünen-Abgeordneten Oda Hassepaß und André Schulze am 23.06.2026 eingereicht; die Antwort der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt liegt vor, datiert auf den 09.07.2026 und ist von Staatssekretär Arne Herz unterzeichnet. Der Senat nennt konkret: Baubeginn Fußgängerüberweg Emser Straße/Ilsestraße voraussichtlich 2. Quartal 2027; Finanzierungsbedarf von 180.000 € für den Umbau an Neuköllner Straße/Zwickauer Damm/Stubenrauchstraße mit Umsetzung 2027; angestrebtes Umsetzungsziel 3. Quartal 2027 für Bauabschnitt 3 der Radverkehrsanlage Hermannstraße; Investitionsplanung für den Hermannplatz im Zeitraum 2032–2036. Zur Antwort wurde laut Vorbemerkung das Bezirksamt Neukölln um Stellungnahme gebeten. Der Senat erklärt zudem, dass ihm kein „Gehweg-Sanierungsprogramm“ bekannt sei und geht stattdessen auf das Bordsteinabsenkungs-Programm ein.