📄 Neurodivergente Kinder und Jugendliche an Berliner Kitas und Schulen
📋 Worum geht es?
Die Fragesteller erkundigen sich beim Senat nach der Situation neurodivergenter Kinder und Jugendlicher (u.a. mit Autismus, ADHS, Legasthenie, Dyskalkulie) an Berliner Kitas und Schulen. Themen sind Betroffenenzahlen, Schulabsentismus, Kinderschutzfälle, spezialisierte Angebote, Elternunterstützung und die Qualifizierung von Fachpersonal.
👥 Wer ist betroffen?
Neurodivergente Kinder und Jugendliche in Berlin, ihre Eltern und Familien, pädagogisches Fachpersonal an Kitas und Schulen, Jugendämter, Sozialpädiatrische Zentren und weitere Beratungsstellen in den Berliner Bezirken.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Gefragt wird u.a.: Wie viele Kinder/Jugendliche sind von Neurodivergenz betroffen (nach Bezirken)? Wie viele waren 2025 dauerhaft nicht in der Schule? Wie viele wurden in Obhut genommen oder als Kinderschutzfall gemeldet? Welche schulischen und außerschulischen Angebote gab es 2025/26? Welche Unterstützungsangebote gab es für Eltern? Wie hoch schätzt der Senat die Zahl neurodivergenter Kinder in Kitas? Wie bewertet der Senat den gestiegenen Arbeitsaufwand von Fachkräften? Welche externen Qualifizierungsangebote gab es, und wie wird aktueller Forschungsstand zu Autismus vermittelt?
🔎 Was wurde geantwortet?
Der Senat antwortet, dass Zahlen zu neurodivergenten Kindern/Jugendlichen statistisch nicht vorliegen, ebenso keine Daten zu dauerhaftem Schulfehlen, Obhutnahmen oder Kinderschutzmeldungen in dieser Kategorie. Schulische Angebote würden nicht explizit unter 'Neurodivergenz' geführt, sondern über Förderbedarfe (Temporäre Lerngruppen, inklusive Schwerpunktschulen, Auftragsschulen für Autismus, Tagesgruppen nach § 32 SGB VIII). Genannt werden 15 Sozialpädiatrische Zentren an Ambulanzen sowie 5 SPZ mit Klinikanbindung (mit Adressen und Trägern je Bezirk), die Fachambulanz 'Autismus leben Berlin' (Standorte Steglitz-Zehlendorf und Pankow), das Projekt Versorgungskoordination für Kinder und Jugendliche (Standorte Neukölln, Pankow, Spandau) sowie Beratung über Jugendämter, Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste und Erziehungs- und Familienberatungsstellen. Das SFBB bietet Fortbildungen für Kita-Fachkräfte an; im Schuljahr 2025/2026 gab es im Schulbereich 41 Veranstaltungen zum Thema Autismus sowie zwei weitere spezifische Veranstaltungen (eine davon mit 13 Teilnehmenden). 2026 wurde ein Runder Tisch 'Inklusion, Autismus und komplexe Unterstützungsbedarfe' eingerichtet.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von drei Abgeordneten der Fraktion Die Linke eingereicht (Claudia Engelmann, Katina Schubert, Regina Kittler), Eingang am 26.06.2026. Die Antwort der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie liegt vor (datiert 10.07.2026, Eingang 13.07.2026). Der Senat gibt mehrfach an, dass keine statistischen Daten zu den erfragten Zahlen vorliegen (Fragen 1-4, 7, 8). Konkrete Zahlen nennt der Senat nur zu Fortbildungsveranstaltungen im Schulbereich (41 Veranstaltungen zum Thema Autismus im Schuljahr 2025/2026, eine Veranstaltung mit 13 Teilnehmenden) sowie zu Standorten von SPZ und weiteren Beratungsangeboten.