📄 Stand der abwassertechnischen Erschließung im Nordosten Pankows III
📋 Worum geht es?
Die Anfrage befasst sich mit dem Stand der abwassertechnischen Erschließung im Nordosten Pankows, insbesondere in den Ortsteilen Karow, Französisch-Buchholz und Blankenburg. Zudem geht es um die Schließung der provisorischen Einleitstelle für Fäkalwasser in der Pankgrafenstraße in Karow und die Folgen dieser Schließung für Entsorgungsunternehmen.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind Haushalte in Berlin-Karow, Französisch-Buchholz und im Gebiet um die Straße 31 in Blankenburg, die noch nicht an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen sind, sowie Entsorgungsunternehmen und Grubenkundinnen und -kunden, die bislang die Einleitstelle Pankgrafenstraße genutzt haben.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller möchte wissen: (1) welche konkreten Planungen der Berliner Wasserbetriebe zum Abwasseranschluss in Karow und Französisch-Buchholz bestehen, aufgeschlüsselt nach Bauabschnitten mit zeitlicher Einordnung und Lageplan; (2) ebenso für das Gebiet um die Straße 31 in Blankenburg; (3) aus welchen Gründen die Einleitstelle Pankgrafenstraße geschlossen wurde; (4) auf welcher rechtlichen, technischen oder betrieblichen Grundlage diese Entscheidung beruht; (5) welche Auswirkungen die Schließung auf Entsorgungsunternehmen und deren Kunden hat; (6) welche Einleitstelle nun genutzt werden soll, wo sie liegt und wie weit sie von der Pankgrafenstraße entfernt ist (Luftlinie, befahrbare Strecke, Fahrzeit).
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) antworten: In Karow ist ein übergeordneter Schmutzwassersammler in Planung, der in mehreren Bauabschnitten (BA 1 bis 8) bis voraussichtlich 2030 bzw. nach 2030 umgesetzt werden soll; die Bauzeiten der einzelnen Abschnitte reichen von 09/26 bis nach 2030, je nach Straßenzug (u.a. Straße 10, 36, 45, 45/52, 47, 44, 33, Am Teichberg). In Buchholz werden ein neuer Schmutzwassersammler in der Bucher Straße und der Schönerlinder Straße sowie ein neues Abwasserpumpwerk geplant, mit Inbetriebnahme 2031; danach sollen die Nebenstraßen 103, 179, 180 und die Baltrumstraße folgen. Die Einleitstelle Pankgrafenstraße wurde laut BWB wegen einer 'untragbaren technischen und umweltfachlichen Situation' geschlossen; die Entsorgung läuft nun vorrangig über die vollautomatische Einleitstelle am Klärwerk Schönerlinde, ergänzend über Münchehofe, Waßmannsdorf und Ruhleben. Eine neue innerstädtische Einleitstelle wurde geprüft, hätte aber laut BWB eine Gebührenerhöhung von rund 0,40 €/m³ für alle Grubenkunden bedeutet. Bis 2031 sollen vorrangig im Norden Berlins 800-900 Einfamilienhaus-Grubenkunden angeschlossen werden, was laut BWB die Fuhrunternehmen um bis zu 20 % entlasten soll. Bei Entsorgungsengpässen über drei Wochen können Nutzungsberechtigte die BWB-Notfallhotline (0800.292 75 87) kontaktieren. Zur konkreten Distanz zwischen der alten Einleitstelle und Schönerlinde äußern sich die BWB nicht mit festen Zahlen, da die Wahl der Einleitstelle beim jeweiligen Fuhrunternehmen liegt und rund 50 lizenzierte Fuhrunternehmen je nach Tourenplanung unterschiedliche Einleitstellen anfahren.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der CDU-Fraktion (Abgeordneter Johannes Kraft) eingereicht; eine Antwort des Senats liegt vor (datiert 14.07.2026, in Vertretung Andreas Kraus, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt). Der Senat verweist darauf, dass er die Berliner Wasserbetriebe um Stellungnahme gebeten hat, da er die betreffenden Sachverhalte nicht aus eigener Zuständigkeit beantworten kann. Der Fragesteller bezieht sich auf die frühere Schriftliche Anfrage Drucksache 19/25511 und fordert einen Detailgrad analog zur Drucksache 19/14798. Genannte Zahlen: geschätzte Gebührenerhöhung von rund 0,40 €/m³ bei Bau einer neuen innerstädtischen Einleitstelle (laut BWB-Schätzung); 800-900 geplante Grubenanschlüsse im Norden Berlins bis 2031; bis zu 20 % mögliche Entlastung der Fuhrunternehmen (laut BWB); rund 50 lizenzierte Fuhrunternehmen im Berliner Entsorgungsgebiet. Die Einschätzung, die bisherige Situation an der Pankgrafenstraße sei 'untragbar' gewesen, ist eine Bewertung der Berliner Wasserbetriebe.