📄 Schulplatzmangel in Steglitz-Zehlendorf – welche Alternativen zur isolierten Beschulung von 7. Klassen am Oberstufenzentrum gibt es?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage behandelt den Mangel an weiterführenden Schulplätzen im Bezirk Steglitz-Zehlendorf zum Schuljahr 2026/2027. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum zwei zusätzliche 7. Klassen am Oberstufenzentrum (OSZ) Louise-Schröder-Schule eingerichtet werden sollen, statt die Schüler*innen an einer regulären weiterführenden Schule zu unterrichten, und welche Alternativen dazu geprüft wurden.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind Schüler*innen und Eltern beim Übergang in die 7. Klasse im Bezirk Steglitz-Zehlendorf, insbesondere die Max-von-Laue-Schule, das OSZ Louise-Schröder-Schule, weitere Sekundarschulen und Gymnasien im Bezirk sowie die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin erfragt unter anderem: wie viele Schüler*innen am Übergangsverfahren teilnahmen und wie viele einen Platz an ihrer Wunschschule erhielten; wie viele Kinder keinen Wunschplatz bekamen und in andere Bezirke verwiesen wurden; welchen Einfluss das neue Übergangsverfahren auf die Schulplatzversorgung hat; wie sich Nachfrage und Kapazität an den einzelnen Schulen standortgenau darstellen; welche Gymnasien Kapazitäten nicht ausschöpfen; welche Notendurchschnitte für die Aufnahme nötig waren; wo zusätzliche Klassen eingerichtet wurden; wie viele Klassen überbelegt sind; sowie welche Alternativen zur isolierten Beschulung von 7. Klassen am OSZ geprüft wurden und wann eine Entscheidung und Information der Eltern zu erwarten ist.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Senatsverwaltung antwortet mit konkreten Zahlen: 2.378 Wohnortkinder nahmen am Übergangsverfahren teil, 85% erhielten einen Platz an der Erstwunschschule, 150 Kinder erhielten keinen Wunschplatz (156 im Vorjahr, 164 im Jahr davor), 24 Kinder wurden nach Tempelhof-Schöneberg verwiesen. Das Schulplatz-Monitoring 2025/2026 weist für den Bezirk ein Defizit von rund 3,5 Zügen bei Integrierten Sekundarschulen/Gemeinschaftsschulen und 4 Zügen bei Gymnasien aus; berlinweit fehlten laut Senat rund 4.000 Gymnasialplätze. Zusätzliche Klassen wurden eingerichtet an der Gail-S.-Halvorsen-Schule, Bröndby-Schule, Helene-Lange-Schule, Willi-Graf-Gymnasium und Max-von-Laue-Schule. Zur isolierten Beschulung am OSZ erklärt der Senat, es handle sich um eine temporäre Filiallösung für maximal zwei Schuljahre im Vorgriff auf den Neubau der ISS Ostpreußendamm (Baubeginn Anfang 2027, Fertigstellung 2027/28); am OSZ sollen 2026/2027 bis zu 56 Schüler*innen unterrichtet werden, formal zugeordnet zur Max-von-Laue-Schule. Die konkret von der Fragestellerin in Frage 13 und 14 vorgeschlagenen Alternativen (Umwandlung von Fachräumen, Anmietung, Umwandlung von Gymnasialkapazitäten, Mitnutzung des Hermann-Ehlers-Gymnasiums) werden in der Antwort nicht einzeln mit Prüfergebnis und Verwerfungsgrund aufgelistet.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von der Abgeordneten Franziska Brychcy (Die Linke) am 29. Juni 2026 eingereicht; die Antwort der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie liegt vor (datiert 17. Juli 2026). Rechtsgrundlage für die Klassengrößen ist § 5 Abs. 7 und § 6 der Sekundarstufe I-Verordnung; die Planungskonferenzen erfolgen laut Senat gemäß § 105 Schulgesetz. Die Anpassung des Übergangsverfahrens erfolgte im Rahmen der Schulgesetzänderung 2025, umgesetzt in zwei Schritten zu den Schuljahren 2025/26 und 2026/27. Der Senat gibt an, dass sich der Anteil der Schüler*innen mit Gymnasialempfehlung durch die Novellierung nicht verändert habe und aktuell bei rund 53 Prozent liege.