📄 Brew Dog Brauerei & Biergarten im Marienpark – Nachnutzung?
📋 Worum geht es?
Die Anfrage betrifft die Zukunft des Geländes der BrewDog-Brauerei und des Biergartens im Marienpark in Berlin-Mariendorf. Der deutsche Ableger der schottischen Craft-Brauerei meldete Insolvenz an, der Betrieb wurde Ende Mai 2026 eingestellt. Der Fragesteller möchte wissen, welche Nachnutzung für die rund 2.500 m² große Fläche geplant ist und wie es um die weitere bauliche, energetische und verkehrliche Entwicklung des gesamten 36 Hektar großen Marienpark-Areals steht.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind der Ortsteil Mariendorf, das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg, die Eigentümer und Gewerbenutzer des Marienpark-Areals sowie Besucher des bisherigen Freizeit- und Gastronomiestandorts.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Der Fragesteller fragt unter anderem: Welche Nutzungen gibt es aktuell auf dem BrewDog-Gelände und welche Nachnutzung ist geplant? Welche Nutzungen entstehen im denkmalgeschützten Apparatehaus und wann wird die Sanierung abgeschlossen? Was unternimmt der Senat zur Sicherung des Areals als Freizeitstandort? Gibt es Ausbaupläne für weitere Photovoltaikanlagen? Welche bauliche und energetische Entwicklung plant der Bezirk? Wie soll der gastronomische Standort weitergeführt werden? Gibt es Fördermittel für neue Pächter und eine europaweite Ausschreibung? Welche Verkehrsverbesserungen, etwa ein Busshuttle oder ein neuer S-Bahnhaltepunkt, sind geplant? Welche wirtschaftlichen Förderungen gibt es für kulturelle und gastronomische Angebote in Mariendorf?
🔎 Was wurde geantwortet?
Laut Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg liegen keine Informationen zu einer geplanten Nachnutzung, zur Sicherung als Freizeitstandort, zu weiteren PV-Anlagenplanungen, zur Weiterführung des gastronomischen Standorts, zu Fördermitteln für neue Pächter oder zu wirtschaftlichen Angeboten für Mariendorf vor. Der Senat gibt an, dass das Brauerei-Areal seit Ende Mai 2026 leer steht und noch kein Nachmieter bekannt ist; das rund 36 Hektar große Gesamtareal werde weiter als Innovations- und Gewerbequartier mit Unternehmen aus Life Sciences, KI, Sicherheitstechnologien und Deep Tech sowie mit Rechenzentren (u. a. NTT und VIRTUS) genutzt. Für das denkmalgeschützte Apparatehaus (Baujahr 1901) laufen laut Bezirksamt drei Baugenehmigungsverfahren zu Nutzungsänderungen in Labor-, Büro- und Werkstattflächen; der Baubeginn wurde zum 11.05.2026 bekanntgegeben, nach § 73 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BauO Bln muss die Fertigstellung innerhalb von 6 Jahren erfolgen. Für das Apparatehaus ist laut Senat eine PV-Anlage auf geeigneten Dachflächen vorgesehen. Über das Projekt DATA2HEAT soll ein Niedertemperatur-Wärmenetz entstehen, das zunächst rund 150.000 m² Gewerbefläche versorgt und ab 2027 schrittweise auch Wohnquartiere und öffentliche Einrichtungen einbinden soll; dies gilt laut Senat als eines der größten Abwärmenutzungsprojekte Europas. Für die bauliche Entwicklung gilt laut Bezirksamt der festgesetzte Bebauungsplan 7-80. Das Bezirksamt setzt sich für einen zusätzlichen S-Bahn-Haltepunkt am Kamenzer Damm an der Linie S2 ein; eine vom Senat durchgeführte Nutzen-Kosten-Untersuchung kam laut Bezirksamt zu einem positiven Ergebnis, der Haltepunkt wurde beim bisherigen Ausbau der Dresdner Bahn jedoch nicht berücksichtigt. Der Senat stellt Tempelhof-Schöneberg jährlich bis zu 150.000 Euro an Zuschüssen für nicht-investive tourismusbezogene Vorhaben zur Verfügung.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde vom Abgeordneten Dr. Alexander King eingereicht; eine Fraktionszugehörigkeit ist im Dokument nicht genannt. Die Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen liegt vor (datiert 17.07.2026) und enthält an mehreren Stellen Stellungnahmen des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg, die laut Dokument in eigener Verantwortung des Bezirks erstellt wurden. Zu mehreren Fragen (Nachnutzung, Freizeitstandort, PV-Ausbau, gastronomische Weiterführung, Fördermittel, wirtschaftliche Angebote) gibt das Bezirksamt an, keine Informationen zu haben. Genannte Zahlen/Fristen: rund 2.500 m² Schankraum, rund 36 Hektar Gesamtareal, Baubeginn Apparatehaus 11.05.2026, gesetzliche Fertigstellungsfrist 6 Jahre gemäß § 73 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BauO Bln, rund 7.756 Solarmodule mit ca. 2 Megawatt Leistung (GASAG-Anlage von 2011), rund 150.000 m² Gewerbefläche im Rahmen von DATA2HEAT, Einbindung weiterer Flächen ab 2027, bis zu 150.000 Euro jährliche Senatszuschüsse für Tourismusvorhaben in Tempelhof-Schöneberg. Verwiesen wird auf den festgesetzten Bebauungsplan 7-80 sowie auf laufende Baugenehmigungsverfahren beim Apparatehaus (Az.: 1140-2023-1492-BWA26, 1140-2025-2702-BWA20, 1140-2025-2980-BWA20).