📄 Schönfließer Brücke: Begegnungsort erhalten, Verkehr sicher gestalten
📋 Worum geht es?
Die Schönfließer Brücke im Prenzlauer Berg soll neu gebaut werden. Die Fragestellerin möchte wissen, wie bei der Neuplanung der seit Jahrzehnten gewachsene Begegnungsort und Stadtplatz an der Ecke Sonnenburger/Kopenhagener Straße berücksichtigt wird und wie Fuß- und Radverkehr sicher und begegnungsfreundlich gestaltet werden.
👥 Wer ist betroffen?
Anwohner und Gewerbetreibende im Kiez rund um die Schönfließer Brücke (u.a. die Gaststätten „Kohlenquelle“ und „Pizzahütte“), Fußgänger und Radfahrende im Bereich Arnimkiez und Gleimviertel, sowie die Deutsche Bahn (Gleisanlagen unter der Brücke).
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragestellerin fragt unter anderem: Welchen Stellenwert hat der Senat Begegnungsorten auf der Brücke eingeräumt? Wie bleibt die Funktion des Stadtplatzes Sonnenburger/Kopenhagener erhalten? Warum wurden Ost- und Westseite der Brücke durch Tragkonstruktionen getrennt? Welche Argumente gab es für die Aufteilung von Rad- und Fußverkehr? Wurden Sitzgelegenheiten erwogen? Wie viel Fläche bleibt für den Stadtplatz? Ist eine Nutzung wie die Fête de la Musique künftig noch möglich? Wie wird mit den betroffenen Gewerbetreibenden während der Bauzeit 2027–2029 kommuniziert? Wie lange sind Übergänge und Ersatzbrücke während der Bauzeit gesperrt? Warum wurde auf Brückenpfeiler verzichtet?
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Landesregierung antwortet, dass die Brückenfläche selbst nicht primär für längeren Aufenthalt, sondern für eine sichere Führung des Fuß- und Radverkehrs konzipiert wurde, eine Aufenthaltsnutzung aber grundsätzlich möglich bleibe. Gehwege und Radweg sind baulich getrennt (Gehwege je 3,20 m, Fahrradstraße 4,00 m in der Mitte), was laut Antwort den Vorgaben der AV Geh- und Radwege und dem Radverkehrsplan entspricht. Sitzgelegenheiten und zusätzliche Landschaftsgestaltung (Blumen, Büsche) wurden geprüft, aber aus Platz-, Verkehrssicherheits- und Unterhaltungsgründen nicht weiterverfolgt bzw. noch nicht final entschieden. Für einen zusammenhängenden Stadtplatz stehen laut Antwort keine weiteren freien Flächen zur Verfügung; Details zur Flächenaufteilung finden sich auf Folie 24 der Präsentation der Informationsveranstaltung vom 23.06.2026. Mit den Gewerbetreibenden gab es bislang nur öffentliche Informationsveranstaltungen, noch keine individuellen Gespräche zu Bauzeit oder Bauablauf; während der Bauzeit (Beginn 2027) soll ein zentraler Ansprechpartner („Brückenläufer“) eingesetzt werden. Zeitpunkt und Dauer der Sperrung des Übergangs Sonnenburger/Dänenstraße sowie der Ersatzbrücke können laut Antwort derzeit noch nicht genannt werden. Auf Pfeiler zwischen den Gleisen wird verzichtet; dies sei laut Antwort keine Entlastung der Bahngleise, sondern Folge einer standardisierten und zugelassenen Bauweise unter den beengten Platzverhältnissen am Bahneinschnitt. Pflege der Grünflächen liegt in bezirklicher Zuständigkeit.
⚡ Einordnung
Eingereicht wurde die Anfrage von der Abgeordneten Linda Vierecke (SPD) am 6. Juli 2026, die Antwort des Senats datiert vom 16. Juli 2026. Die Antwort verweist auf eine öffentliche Informationsveranstaltung vom 23.06.2026 und auf Folie 24 und 26 der dort gezeigten Präsentation als Quelle für Flächenangaben. Genannte Maße: Gehwege je 3,20 m breit, Fahrradstraße 4,00 m breit. Die Bauzeit wird mit 2027 bis September 2029 angegeben. Konkrete Zahlen zu Sperrzeiten, Kosten oder Verkehrsprognosen nennt die Antwort nicht.