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BerlinSchriftliche AnfrageDie Linke

📄 Unterflurcontainer (UFC) und Bio-Liftsysteme als Abfallentsorgungssystem in Berlin

30. Juli 2026Dokument 19/26604 · WP 19Berlin
Franziska Leschewitz
UnterflurcontainerBio-LiftsystemAbfallentsorgungMülltonnenFlächenversiegelung
Originaldokument (PDF)

📋 Worum geht es?

Die Anfrage befasst sich mit Unterflurcontainern (UFC) und Bio-Liftsystemen in Berlin, bei denen Müllbehälter unterirdisch installiert werden. Thematisiert werden Anzahl und Verteilung der Anlagen seit 2018, deren Finanzierung, geplanter weiterer Ausbau sowie Umwelt- und Klimawirkungen im Vergleich zu herkömmlichen oberirdischen Mülltonnen.

👥 Wer ist betroffen?

Betroffen sind die Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), Bezirksämter, Senatsverwaltungen, landeseigene und private Wohnungsunternehmen bzw. Investoren als Eigentümer oder Betreiber der Anlagen sowie Bewohnerinnen und Bewohner der jeweiligen Quartiere.

🎯 Was wird vorgeschlagen?

Die Fragestellerin fragt: (1) Wie viele UFC und Bio-Liftsysteme wurden seit 2018 installiert, aufgeschlüsselt nach Bezirken und Trägergruppen? (2) Wie werden sie finanziert, aufgeschlüsselt nach Bezirken und Kostenträgern? (3) Wie viele weitere Anlagen sind für die nächsten 5 Jahre geplant? (4) Welche strategischen Planungen und Haushaltsmittel 2026/27 verfolgt der Senat für einen berlinweiten Ausbau? (5) Wie bewertet der Senat die Umwelt- und Klimaschutzwirkungen im Vergleich zu oberirdischen Systemen, u. a. hinsichtlich Flächenversiegelung, Trennverhalten und Lebenszyklus? (6) Wie häufig werden die Systeme im Vergleich zu herkömmlichen Mülltonnen geleert? (7) Wurden die 2018 (Drucksache 18/13107) genannten Einsatzhindernisse behoben, und gibt es neue Hindernisse? (8) Wurde das UFC-Konzept seit 2011 weiterentwickelt?

🔎 Was wurde geantwortet?

Die BSR teilen mit, dass seit 2019 aktive Unterflurbehälter erfasst werden, eine Aufschlüsselung nach Bezirken oder Betreibergruppen aber nicht vorgesehen ist; der öffentlichen Verwaltung sind bislang keine realisierten UFC-Systeme auf eigenen Liegenschaften bekannt. Kosten für Planung, Beschaffung und Einbau trägt jeweils der Eigentümer bzw. Vorhabenträger; bei BSR-eigenen Behältern sind Wartung und Instandhaltung in der Entleerungsgebühr enthalten. Für 392 Unterflursysteme bestehen bereits vertragliche Vereinbarungen, für weitere 78 eine Standplatzbestätigung; die Fertigstellung reicht teilweise über 2030 hinaus. Im Haushalt 2026/27 sind laut Senat keine finanziellen Mittel für den Ausbau von Unterflursystemen eingestellt, da die Gestellung von Müllbehältern BSR, Dualen Systemen und Eigentümern obliegt. Der Senat bewertet Ressourceneffizienz, Flächenversiegelung, Lärm- und Geruchsemissionen bei Unterflursystemen überwiegend positiv; eine Lebenszyklusbetrachtung liegt dem Senat nicht vor. Die BSR geben an, dass Unterflursysteme bei vergleichbarer Versorgung nur etwa ein Drittel der Fläche benötigen, die Flächenversiegelung um rund 70 Prozent reduziert werden kann und der Leerungsturnus von dreimal auf einmal pro Woche sinkt. Das durchschnittliche Verhältnis der Entleerungsintervalle zwischen herkömmlichen Behältern und UFC beträgt laut BSR 3:1. Gegenüber 2018 haben sich laut Senat keine Änderungen bei den Einsatzhindernissen ergeben: Die BSR haben weiterhin kein Mitspracherecht bei Baugenehmigungen, die Dualen Systeme tragen weiterhin nicht die Anschaffungskosten der Behälter, und die Nutzung von Straßenland bleibt wegen konkurrierender Verkehrsbedarfe schwierig. Die BSR berichten, dass zuletzt Füllstandsensorik auf LoRaWAN-Basis getestet wurde, aber keinen hinreichenden zusätzlichen Nutzen für die Leerungssteuerung brachte.

⚡ Einordnung

Eingereicht wurde die Anfrage von der Abgeordneten Franziska Leschewitz (Die Linke) am 8. Juli 2026, die Antwort des Senats liegt vor (datiert 20. Juli 2026, unterzeichnet in Vertretung durch Andreas Kraus, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt). Die Antwort verweist auf die frühere Schriftliche Anfrage Drucksache 18/13107 vom 11. Januar 2018 sowie auf den 2022 erarbeiteten „Leitfaden zur ressourcenschonenden Gestaltung neuer und bestehender Stadtquartiere auf der Basis der Zero Waste-Strategie des Landes Berlin“. Genannte Zahlen: 392 Unterflursysteme mit bestehenden vertraglichen Vereinbarungen, 78 mit Standplatzbestätigung, Flächenersparnis von rund 70 Prozent, Leerungsverhältnis UFC zu herkömmlichen Behältern von 1:3, Einsatz von Unterflursystemen in Berlin seit 2011. Für den Haushalt 2026/27 nennt der Senat keine eingeplanten finanziellen Mittel für den Ausbau von Unterflursystemen.

Quelle: Berlin, Dokument 19/26604, Wahlperiode 19, eingereicht 8. Juli 2026

Quelle im Parlamentssystem

Diese Zusammenfassung wurde mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt und dient ausschließlich Informationszwecken. Für rechtsverbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte das Originaldokument.