📄 Entsiegelung öffentlicher Flächen im Bezirk Lichtenberg
📋 Worum geht es?
Die Anfrage der CDU-Abgeordneten befasst sich mit der Entsiegelung öffentlicher Flächen im Bezirk Lichtenberg, also der Rückumwandlung von versiegelten Böden (z.B. Asphalt oder Beton) in durchlässige oder begrünte Flächen. Gefragt wird nach bereits umgesetzten Maßnahmen seit 2023, geplanten Vorhaben, der Situation am Prerower Platz sowie verfügbaren Fördermitteln.
👥 Wer ist betroffen?
Betroffen sind der Bezirk Lichtenberg, insbesondere die Ortsteile Rummelsburg, Alt-Hohenschönhausen, Friedrichsfelde und das Ostseeviertel, sowie das Bezirksamt Lichtenberg, die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und angrenzende Grundstückseigentümer am Prerower Platz.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller wollen wissen: 1) Welche öffentlichen Flächen seit 2023 im Bezirk Lichtenberg entsiegelt wurden (nach Ortsteil, Lage, Größe, Zeitpunkt); 2) welche Entsiegelungsmaßnahmen derzeit geplant sind oder vorbereitet werden; 3) welche Planungen für eine Umgestaltung und Entsiegelung des Prerower Platzes und seiner Zuwegungen bestehen; 4) ob es Gespräche mit Eigentümern angrenzender Grundstücke zum Umfeld des Prerower Platzes gibt und mit welchem Ergebnis; 5) welche Fördermittel für Entsiegelungsmaßnahmen im Bezirk zur Verfügung stehen und wofür sie eingesetzt werden sollen.
🔎 Was wurde geantwortet?
Die Antwort liegt vor. Die Senatsverwaltung erarbeitet bis Ende 2026 ein gesamtstädtisches Entsiegelungsprogramm; die Umsetzung liegt schwerpunktmäßig bei den Bezirken. Seit 2023 wurden laut Bezirksamt Lichtenberg unter anderem folgende Flächen entsiegelt: ca. 1.500 m² an der Grünanlage Betriebsbahnhof Rummelsburg, ca. 2.500 m² Betonflächen bei der Grünverbindung Wartenberger Straße, ca. 2.000 m² Wegeflächen am Grünzug Rudolf-Seiffert-Straße (bis 2025), ca. 2.640 m² Netto-Entsiegelung bei der Kanalstraße auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde (2024–2025, vollständig finanziert über das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm BEK), ca. 400 m² an der Sportanlage Stadion Friedrichsfelde (2025/2026) sowie rund 3.000 m² durch kleinere Maßnahmen allein im Jahr 2023. Für das Straßenland wird keine gesonderte Statistik geführt. 2023 wurden zudem Mittel- und Unterstreifen an der Frankfurter Allee entsiegelt sowie weitere Flächen für ruhenden Verkehr an der Frankfurter Allee (Hausnummern 140–142), zwischen Sewanstraße und Hönower Weg und in Alt-Hohenschönhausen. Geplant sind ca. 2.250 m² Entsiegelung am Vorplatz des Zentralfriedhofs Friedrichsfelde (in baulicher Umsetzung) und ca. 1.800 m² an der Gudrunstraße zwischen Fanningerstraße und Vorplatz Zentralfriedhof, letzteres für den Zeitraum 2027–2030 vorgesehen. Für den Prerower Platz gibt es laut Senat derzeit keine konkreten Projektplanungen; diese sollen sich erst im Zuge der weiteren Bearbeitung des ISEK Ostseeviertel ergeben. Es fanden Gespräche mit den drei großen Wohnungsbauakteuren im Quartier statt, bislang ohne konkrete Ergebnisse; ein Austausch mit dem Center-Management des Linden-Centers ist geplant, aber noch nicht terminiert. Für Entsiegelungsmaßnahmen hat der Bezirk im Rahmen des Förderprogramms BENE 2 eine ökologische Umgestaltung der Teichanlage im Stadtpark Lichtenberg beantragt, die laut Antragsbeschreibung auch Entsiegelungen beinhaltet.
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von den CDU-Abgeordneten Danny Freymark und Prof. Dr. Martin Pätzold am 15. Juli 2026 eingereicht; die Antwort des Senats datiert vom 5. August 2026 und wurde von Andreas Kraus für die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt unterzeichnet. Der Senat weist darauf hin, dass er die Fragen 1 bis 4 nicht aus eigener Zuständigkeit beantworten kann, da die Umsetzung der Entsiegelung schwerpunktmäßig bei den Bezirken liegt, und hat dafür eine Stellungnahme des Bezirksamts Lichtenberg eingeholt. Die aufgeführte Liste der Entsiegelungsmaßnahmen erhebt laut Antwort ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit; berücksichtigt wurden nur Maßnahmen mit mindestens 400 m² entsiegelter Fläche. Für das öffentliche Straßenland wird keine gesonderte Statistik über entsiegelte Flächen geführt. Bezug genommen wird auf die Berliner Bodenschutzkonzeption (Handlungsziel 2) und das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) als Finanzierungsquelle für die Kanalstraße am Zentralfriedhof Friedrichsfelde.