📄 Budgetkontrolle im Maxim-Gorki-Theater (Teil 2)
📋 Worum geht es?
Die Anfrage ist eine Nachfrage zu einer früheren Schriftlichen Anfrage (Drs. 19/26301) zur finanziellen Lage des Maxim-Gorki-Theaters (MGT). Es geht um die fast vollständige Auflösung von Rücklagen innerhalb eines Jahres, die Rolle des internen und senatsseitigen Controllings sowie um Aufträge an den Verein „Theater findet Stadt e.V.“ und um vom MGT angemietete Gästewohnungen.
👥 Wer ist betroffen?
Das Maxim-Gorki-Theater, die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt (SenKultGZ), die designierte Intendantin Çağla Ilk, der Verein „Theater findet Stadt e.V.“ sowie der Landesrechnungshof Berlin als Auftraggeber der Jahresabschlussprüfung.
🎯 Was wird vorgeschlagen?
Die Fragesteller fragen u.a.: Wofür wurde die Rücklage aufgelöst? Warum gab es keine rechtzeitige Meldung des MGT an den Senat? Warum erkannte der Senat die Notwendigkeit zum Handeln nicht früher? Welche Referate der SenKultGZ sind für das MGT zuständig? Wurde bei Gesprächen mit Çağla Ilk über die Finanzlage gesprochen, und hat sie sich schriftlich an den Senat gewandt? Wer prüft die Wirtschaftsprüfung des MGT und wie werden Rückstellungen kontrolliert? Wofür wurden Rückstellungen konkret aufgelöst? Warum soll ein Verwaltungsbeirat eingerichtet werden? Wie nimmt der Senat seine Aufsichtspflicht wahr? Welche Aufträge erhielt der Verein „Theater findet Stadt e.V.“ vom MGT und in welchem Umfang? Gibt es eine Compliance-Prüfung zu diesem Verein? Wie viele Gästewohnungen unterhält das MGT und zu welchen Kosten?
🔎 Was wurde geantwortet?
Laut Antwort der Landesregierung wurden die Rücklagen für den Spielbetrieb des MGT verwendet. Das interne Controlling des MGT habe die Planüberziehung nicht rechtzeitig erkannt, insbesondere seien die Personalkosten im 3. Quartal 2025 zu niedrig prognostiziert worden; die Berichte des 1. bis 3. Quartals hätten keine nennenswerten Planüberschreitungen ausgewiesen. Zuständig ist laut Senat das Referat für Bühnen, Orchester, Tanz, Literatur und interdisziplinäre Einrichtungen in Abteilung I der SenKultGZ, zusätzlich die Stabsstelle Controlling sowie die Serviceeinheiten Bau/Liegenschaften und Grundsatz/Recht. Çağla Ilk habe am 07.05.2026 eine interne Risikodarstellung eingereicht, die auf eng bemessene Budgets 2026 hinweise; der Senat habe den Geschäftsführenden Direktor des MGT unabhängig davon zu einer internen Haushaltssperre aufgefordert. Die Wirtschaftsprüfung des Jahresabschlusses 2025 werde von einer externen, vom Landesrechnungshof Berlin beauftragten Gesellschaft durchgeführt; der Prüfbericht liege noch nicht vor. Nach § 249 HGB müssen Gründe für Bildung und Auflösung von Rückstellungen schriftlich dargelegt werden; das MGT habe u.a. Urlaubsrückstellungen für ausgeschiedene Mitarbeitende aufgelöst. Ein Konzept zur Einrichtung von Verwaltungsbeiräten in landeseigenen Betrieben sei in Vorbereitung. Der Verein „Theater findet Stadt e.V.“ habe dem MGT 2025 ein Kunstwerk für den Herbstsalon (Gebühr 3.000 €) überlassen, für das Projekt „Das Rote Haus“ Interviews organisiert (Auftrag 2.500 € an das MGT, davon 1.000 € vom MGT für Videoaufnahmen an den Verein) sowie eine Doppel-LP-Produktion unterstützt, wofür sich der Verein zum Kauf von 50 Exemplaren zu je 20 € brutto verpflichtet habe. Den Herbstsalon selbst habe der Verein laut Senat nicht organisiert; eine Compliance-Prüfung zum Verein gebe es nicht. Das MGT unterhalte vier Gästewohnungen mit Gesamtmietkosten von 60.000 €/Jahr (Leipziger Straße 43 x2 je 15.000 €, Lobeckstraße 7: 14.400 €, Reuterstraße 48: 15.600 €).
⚡ Einordnung
Die Anfrage wurde von Abgeordneten der SPD eingereicht; eine Antwort des Senats liegt vor (Antwortdatum 27.07.2026, unterzeichnet von Cerstin Richter-Kotowski, Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, in Vertretung). Die Anfrage verweist mehrfach auf die vorangegangene Schriftliche Anfrage Drs. 19/26301 zum selben Thema. Der Senat beruft sich auf § 249 HGB zur Bilanzierung von Rückstellungen. Konkrete Zahlen: Gesamtmietkosten für Gästewohnungen 60.000 €/Jahr; Zahlungen im Zusammenhang mit dem Verein „Theater findet Stadt e.V.“ von 3.000 €, 2.500 € und 1.000 €. Der Prüfbericht zum Jahresabschluss 2025 des MGT lag zum Zeitpunkt der Antwort noch nicht vor.